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Da der Schlosstriathlon ja unerbittlich näher rückt, wollten wir mal ausprobieren, wie das so geht mit dem Wechseln aufs und vom Rennrad. Und weas wir mit dem Rennrad so für Zeiten hinkriegen über 20km und wie es sich anfühlt - so überhaupt. Also meldeten wir uns für den Spreewaldduathlon an, eine Veranstaltung welche mir von einem Kollegen empfohlen wurde, nicht so weit weg, ähnliche Distanzen wie Moritzburg, klein und familär - genau das richtige für Anfänger wie uns. Duathlon kennen wir ja vom 100km Duathlon, aber so kurz und mit Rennrad und Wechselzone ist doch was anderes.
Die Tage vor dem wettkampf und am Morgen hatten wir gar keine richtige Lust. Temperaturen kurz über dem Gefrierpunkt, Regen und Wind waren nicht das was wir uns so vorgestellt hatten. Vom Laufen kennen wir das ja, da ist das nicht ganz so schlimm, aber auf dem Rennrad? Na erstmal hinfahren, alles andere ergibt sich schon.
Am Briesensee angekommen wurden wir eingewiesen und holten unser Startunterlagen. Dann hieß es erstmal Räder zusammenbauen und noch mal durchchecken. Als nächstes Räder in der Wechselzone abgeben und gleichzeitig alle anderen Sachen, welche wir dann brauchen. Alles aber irgendwie Regensicher, trotzdem so drapieren das es schnell geht. Was braucht man da überhaupt, nicht so einfach beim ersten Mal. Wir entschieden uns für lang laufen und auf dem Rad nur eine Jacke drüber zu ziehen.
15 Minuten vor uns starteten die Langdistanzler und pünktlich 11:15 Uhr wurden wir auf den 5km langen Rundkurs um den Briesensee geschickt. Nach 2km hatte ich das Gefühl zu schnell losgerannt zu sein und mir war alles viel zu warm. Es ist eben doch immer wieder ein gravierender Unterschied, ob man frierend im Startbereich auf den Startschuß wartet oder auf der Strecke schnell läuft. 2 lange Laufdresse waren jedenfalls eins zu viel, am Hals hat es auch irgendwie gedrückt (doch dazu später mehr) und die Handschuhe hätte ich mir auch sparen können.
Über die Strecke zog sich das Feld (85 Starter) dann doch ganz schön auseinander und bei km 4 dachte ich drüber nach, die 3 oder 4 vor mir liegenden Läufer noch zu überholen. Aber der Respekt vor dem Rad fahren siegte und ich lief lieber möglichst gleichmäßig bis in die Wechselzone. Da wir uns vorher ausführlich angeschaut hatten wie wir einlaufen und wo die Räder stehen war das finden kein Problem. Der Schuhwechsel und das Anziehen von Jacke und Helm klappte auch ganz gut und schon ging es auf die Piste. Das schnell laufen in Rennradschuhen hat bestimmt komisch ausgesehen aber geht ja allen so. Schade das ich Andrea nicht entdecken konnte.
Auf der Radstrecke hieß es erstmal auf Touren kommen, vor mir waren zwei Radfahrer in Sichtweite, mal sehen ob die näher kommen. es dauerte keine 3 Minuten da rauschte einer an mir vorbei, das ich dachte ich stehe. Na prima, ich hatte nicht das Gefühl auch nur ein km/h schneller fahren zu können. Der ständige Nieselregen nervte auch, der Hintern war nass, durch die Brille war nichts zu sehen. Auf den nächsten Kilometern ging es durch 2 kleinere Orte, nur 2 Kurven und das Feld zog sich weiter auseinander. Ich konnte 3 Fahrer überholen wurde allerdings auch 2x überholt. Bei Kilometer 7 kam mir der Führende schon wieder entgegen. Bis zur Wende bei 9,5 konnte man alle Sportler sehen, welche vor einem lagen. Die Wende selbst eine Spitzkehre um einen Kegel mitten auf der Straße, also abbremsen, lenken und wieder Fahrt aufnehmen. Ich musste bei dem Gedanken an Andrea grinsen, die "trägt" das Rad bestimmt rum. Auf dem Rückweg kam sie mir dann bald entgegen, wir winkten uns zu und ich freute mich, dass sie noch lächelte. Der Rückweg gestaltete sich schwerer als gedacht, einerseits fühlten sich die Beine immer schwerer an dazu kam noch der Wind von vorn. Als mich ein weiterer Radfahrer überholte versuchte ich dranzubleiben was auch so halbwegs gelang.
Einfahrt Wechselzone, jetzt standen ja keine Räder mehr da. Blos gut , dass ich eine Kiste stehen hatte wo mine Klammotten drin lagen. Die erkannte ich doch schnell wieder. Alles vom Leib gerissen was zu viel war und rein in die Schuhe. Die ersten Schritte fühlten sich schon komisch an, immer irgendwie kurz vor dem Krampf. Aber es war ja eine überschaubare Strecke zu absolvieren und kurz vor mir 2 Läufer. Es gelang mir tatsächlich die beiden zu überholen und auf dem Rückweg an den dritten ranzulaufen. Als der mich aber hörte beschleunigte er noch mal und ich konnte nur dran bleiben aber nicht mehr vorbei laufen. Kurz vor dem Ziel kam mir dann noch einmal Andrea entgegen und sie lächelte immer noch. Das war gut, also hatte sie die Radstrecke vor der sie solchen Respekt hatte scheinbar gut überstanden. Die letzten beiden km laufen sollten für sie kein Problem mehr sein. Das Ziel war gar nicht richtig zu erkennen, nur am Lesegerät erkannte man, das jetzt Schluss war. Ziemlich erschöpft aber doch zufrieden holte ich mir schnell einen Becher Tee und ging zu meinen Sachen um das Handy zu holen. Damit stellte ich mich an die Strecke und da kam auch schon Andrea.
Wir räumten unser Equipment ins Auto und gingen duschen. Nachdem wir uns eine Bratwurst genehmigten schauten wir in die inzwischen ausgehängten Ergebnisslisten und stellten fest, dass wir noch nicht abfahren können. Andrea hatte in ihrer AK einen respektablen 2. Platz belegt und wurde noch mit einem Preis bedacht. Der lag bei mir in weiter Ferne, von den besten 8 waren 4 allein in meiner AK. Aber zufrieden war ich trotzdem, es war ein gelungener Test in Richtung Moritzburg.
Ach beinahe hätte ich es vergessen; scheinbar war auch ich vor dem Start ein bisschen angespannt - jedenfalls merkte ich erst im Ziel, dass ich das nagelneue Shirt der Durchläufer verkehrt herum angezogen hatte und es deshalb am Hals drückte ;-)
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