Schlosstriathlon 2010

   
Datum: 12. und 13.06.2010 Strecke: Volkstriatlon
Ort: Moritzburg weitere Strecken: Ironman, Halbdistanz, Olympisch, Sprint,
Internetadresse:     Staffeln über Halb und Volldistanz

Art des Laufes: klassischer Triathlon  

Besonderheiten/ Kommentare:

Anspruch: eher flache Kurse, Radstrecke mit kleineren Steigungen  

 

Stimmung: super
Organisation: perfekt
Verpflegung: sehr gut
Startgeld: je nach Anmeldedatum und gemeldeter Strecke zwischen
Wetter: sonnig, 23 Grad, leichter Wind (Wasser immer über 21 Grad)

Ein Bericht von Tilo    

Unser Erster aber nicht der Letzte!

Nach Monatenlanger Vorbereitung war es endlich so weit.
Im Herbst vorigen Jahres hatte ich mich bei einem Radler gemeldet, 2010 es doch auch einmal zu versuchen. Einige aus der Laufgruppe erzählten begeistert vom Moritzburger Schlosstriathlon, die skeptischen Worte wie "wenn nur das Schwimmen nicht wäre" oder "dreckiges Wasser" gingen da mehr oder weniger unter. Da ich ja eh ein Rennrad kaufen wollte und Schwimmen ja gesund sein soll, sagte ich zu. Als der Renner dann in unserer Stube stand, gewann auch Andrea Gefallen an der Idee und wir besorgten auch ihr ein Rad. Im folgenden Winter standen die Räder leider sehr lange unbenutzt im Keller. Wir nutzten die Zeit um unsere vermeidlich schwächste Disziplin zu üben, das Schwimmen. Während der ersten Einheiten hing ich total kaputt nach 25m am Beckenrand und verfluchte die Zusage. Dank des unermüdlichen Trainingsfleißes von Andrea und Petra wurden im Laufe der Wochen unsere Schwimmleistungen langsam aber stetig besser. Dazu noch ein bisschen Krafttraining im Fitnessstudio, dafür kam das Laufen doch recht kurz. Als der Schnee endlich geschmolzen war, einige Radrunden, um erstmal ein Gefühl für das leichte Gefährt und die schwergängigen Klickis zu kriegen. Dazu ein Vorbereitungsduathlon im Spreewald um diesen Wechsel schon mal durchzuspielen und fertig war die Vorbereitung.
Am Wettkampfwochenende hatten wir dann "die Bude voll". Alice kam am Freitag aus Malta zurück, aus Würzburg besuchten uns Daniela und Tom mit ihrem Baby und aus Erfurt reisten Conny und Thomas, sowie Anouk,  Leonie, Tillmann und Lou an.
Am Sonnabend waren wir schon mal schauen, was uns so erwartet. Wir feuerten befreundete Sportler an, inspizierten Wechselzone, Schwimmstrecke und die Verkaufsstände. Am Stand vom Laufsportladen orderte ich für den Sonntag einen Neo, damit fühlte ich mich schon in der Lage die 750m durchzukraulen.
Sonntag gegen 12 Uhr fuhren wir wieder alle nach Moritzburg. Nach dem abholen der Startunterlagen die wichtigste Frage für mich; wie warm ist das Wasser. Kurz vor 13 Uhr waren die Würfel dann gefallen und was ich befürchtet hatte wurde Gewissheit. Die letzten warmen Tage hatten den Schlossteich so erwärmt, dass es für die Sprint- und Volkstriathleten ein Neoverbot gab. Na toll, das geht ja gut los.
Nachdem die Sportler der olympischen Distanz ihren Wettkampf beendet und die Wechselzone verlassen hatten, checkten wir ein. Rad abstellen, alles so vorbereiten, dass es im Wettkampf schnell geht. Neuland für uns, viel komplizierter als beim Laufen. Beim Fußmarsch zum Schwimmstart stieg die Spannung dann fühlbar. Pünktlich 15 Uhr erst die Sprinter, 3 Minuten später die jüngeren Triathleten und 15 Uhr 5min steige ich ins Wasser. Mann ist das kalt, und nass und überhaupt...
15:06 Uhr geht es endlich los. Andrea und ich haben uns weit hinten eingeordnet und beginnen doch mit Brustschwimmen. Das ziehe ich auch bis zum Ende durch, erstens habe ich Angst mit kraulen nicht durchzuhalten, zweitens ist mir das Gedränge im Wasser auch hinten noch viel zu groß um "in Ruhe " zu kraulen. An der ersten Boje dann großes Gedränge (hinter mir droht ein Schwimmer dem nächsten Prügel an?!), da habe ich mich kurz gefühlt wie beim Marathon bei km 38 (was machst du hier und warum?). Na egal, weiter schwimmen, wenig Körperkontakt mit Mitschwimmern, sowie den möglichst direktesten Weg zur nächsten Boje. Nach 450m schwimmt Andrea an mir vorbei, da merkt man deutlich, dass sie mehr Schwimmen trainiert hat, während ich eher Rad gefahren bin. Übrigens habe ich weder einen Karpfen gesehen - noch gefühlt, das Wasser war zwar trübe aber nicht eklig. Ich empfand das schwimmen in dieser Beziehung nicht so schlimm wie einige im Vorfeld prophezeiten. Sicher, es klebte bisschen Schmutz an den Sachen, aber wenn es während eines Crosslaufes regnet, sieht man 10mal dreckiger aus und keiner beschwert sich.
Doch zurück zum Wettkampf, raus aus dem Wasser, ging zum Schluss besser als gedacht (bei 17min30sec laufe ich unter dem Bogen durch), ab jetzt wird alles besser. Beim Umziehen aufs Rad habe ich ja schon mal die "Neoausziehzeit" gespart, beim rauslaufen aus der Wechselzone der erste Zwischenfall. Der vor mir laufende Sportler hält mitten im Lauf an der engsten Stelle an um sein Trikot nach unten zu ziehen. Ich habe keinen Platz zum Ausweichen und muss abrupt abstoppen. Dabei schlägt das Pedal hart an der Schienbeinkante ein, dumm gelaufen. Aufsteigen, losrollen, ewig kriege ich auf dem Holperpflaster nicht das rechte Pedal eingeklickt. Wieder ein Platz für Verbesserungen. Dann rollt es sehr gut, nicht umsonst hatten wir uns die Strecke vorher angesehen. Ich kann viele Sportler überholen und habe nach 5km die nächste "Schrecksekunde". Ausgerechnet in der S-Kurve von .... (dort wo das Paris-Roubaix-Pflaster liegt) habe ich eine 5er Gruppe vor mir, welche deutlich langsamer ist. Also nicht bremsen sondern Druck aufs Pedal und mit Schwung links vorbei. Blöd war bloß, dass mir im gleichen Augenblick mit Dauerhupton das Führungsfahrzeug kurz vor dem ersten Sprinter mit geschätzten 40km/h entgegenkam. Puh, das war wirklich knapp. Der Rest der Radstrecke ging ziemlich schnell vorüber. Irgendwann fuhr ich an Andrea, die sichtlich Spaß hatte, vorbei und hielt nach Thomas Ausschau. Zurück in Moritzburg ausklicken, in die Kameras der Freunde winken und so schnell wie möglich zum Wechselplatz. Leider hatte ich da wieder Pech, die beiden Athleten vor mir nahmen sich doch reichlich Zeit und der Weg neben der Wechselzone lies kein Überholen zu. Dann der Wechsel, wieder nicht optimal. Trotz vorherigen Anschauens in die falsche Lücke gerannt - gemerkt - Rad über Abstellstange gehoben - drunter durch gekrochen - richtige Stelle angesteuert. Man sieht ich war irgendwie doch auch aufgeregt. Kurz nach dem Rauslaufen aus der Wechselzone sah ich Thomas vor mir. Ein kurzer Gruß und weiter. Da kam mir auch schon Andrea auf dem Rad entgegen, sah auch noch super aus und scheinbar machte es auch allen Spaß. Auf unserer "Heimdisziplin" ließ ich nichts anbrennen und konnte noch einige schnellere Schwimmer bzw. Radfahrer einsammeln. Dann der herrliche Zieleinlauf. Am königlichen Jagdschloss vorbei, bei strahlendem Sonnenhimmel angefeuert von zahlreichen Zuschauern ins Ziel. Ich hatte mir vorher gesagt, dass eine Zeit unter 1:30h fürs erste Mal gut wäre. Ohne während des Wettkampfes auf die Uhr zu schauen las ich beim Einbiegen auf die Zielgerade 1:29 auf der mitlaufenden Uhr. Also doch noch richtiger Zielsprint und ja es hat geklappt, 1:29:53h . Super! Paar Minuten später realisierte ich erst, dass da ja noch 6min abzuziehen sind weil wir später gestartet waren. Ich wusste gar nicht, dass ich so ein guter Triathlet bin, da kann ich ja diesen Herbst am Biertisch fast mit Stefan wetten ;-)
Nicht weit nach mir kam Thomas und nicht viel später auch Andrea freudestrahlend ins Ziel. Begleitet wurde sie vom LandMAXX, dem Hauptsponsor des Volkstriathlons. Für unsere super Leistung wurden wir von den beiden "richtigen" Triathleten (Ironman Südafrika 2009), Tom und Daniela noch im Zielbereich mit Blumen und Sekt geadelt. Bei Kuchen und Melone wurden gleich die ersten Erlebnisse ausgetauscht, alle waren zufrieden, dann holten wir unsere Ausrüstung. Dazwischen immer wieder Glückwünsche von Kollegen, Freunden, Sportskameraden und der Familie. Während die Erfurter gleich die Heimreise antraten, konnten wir mit Tom und Daniela noch den Abend verbringen. Den beiden hat es so gut gefallen, dass sie sich gut vorstellen können, nächstes Jahr selbst an den Start zu gehen. Tillmann hat sich 1 Woche später ein Rennrad besorgt und wird seinem Vater und mir wohl nächstes Jahr im Ziel schon geduscht entgegen kommen.
Zusammengefasst lässt sich sagen, dass es uns beiden großen Spaß gemacht hat und wir sicherlich in den nächsten Monaten noch den einen oder anderen Jedermann mitmachen. Wie gesagt, Andrea hat schon einiges rausgesucht, jetzt muss nur noch die Arbeit , der Urlaub und die Zeit überhaupt so geplant werden, dass es passt. Und laufen wollen wir eigentlich auch mal wieder so richtig, deshalb haben wir uns erstmal für den Drei-Zinnen-Marathon angemeldet!
Es melden sich ab zum Bergtraining - Tilo und Andrea
Danke noch mal an alle Fans und unseren Trainer Reiner, welcher uns wertvolle Tipps und vor allem moralische Unterstützung gab.


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