3. Saale-Rennsteig-Marathon

   
Datum: 26.09.2010 Strecke: 25,5km
Ort: Saalfeld weitere Strecken: Laufen: 2;9;43km   Walking: 25,5km
Internetadresse:

http://www.sv-cursdorf-meuselbach.de

   

Art des Laufes: Landschaftslauf  

Besonderheiten/ Kommentare:

Anspruch: hoch  

Transport vom Ziel zum Start wird vom Veranstalter angeboten.
Essen und Getränkegutschein

 

Stimmung: gering; an den Verpflegungspunkten und im Ziel gut, an der Strecke keine Zuschauer
Organisation: sehr gut
Verpflegung: super
Startgeld: 18€ bis 28€ je nach Anmeldedatum
Wetter: bedeckt

Ein Bericht von Stefan    


3. Saale- Rennsteig- Marathon (SRM)

Unsere Anreise nach Saalfeld erfolgte bei strömendem Regen am Samstagnachmittag. Kann ja nur besser werden, dachte ich. Nach beziehen der gemütlichen Unterkunft wäre noch Zeit, gewesen die „Feengrottenstadt“ zu Erkunden, was wir aber aufgrund des Wetters verschoben.
Also zeitiges Abendbrot mit leckerem Saalfelder Bier und früh ins Bett. An Schlaf war aber nicht zu denken. Der Regen klopfte unaufhörlich an unsere Fenster….
„Sonntag überwiegen viele Wolken mit zeitweiligem Regen. Am meisten regnet es dabei voraussichtlich im Osten und Südosten. In der Westhälfte zeigt sich auch mal vorübergehend die Sonne zwischen den Wolken und hier regnet es nur gelegentlich etwas, oder es gibt einzelne Schauer“. Deutscher Wetterdienst vom 25.09.2010
Am Sonntagmorgen trafen wir Dirk beim Abholen der Startunterlagen im Stadion an den Saalewiesen. Alles war übersichtlich und bestens organisiert. Jeder hat ja seine eigenen Gründe, sich so einen Lauf selbst „aufzuerlegen“. Für mich persönlich waren es: das Streckenprofil, dabei sein, ankommen und Werbung für diesen Lauf machen.
Ich hatte im Vorfeld dazu einige Flyer des SRM bei diversen Veranstaltungen verteilt bzw. in Dresdner Laufgeschäften ausgelegt um mitzuhelfen, die Teilnehmeranzahl zu erhöhen.
Insgesamt waren 180 Voranmelder (auf allen Strecken) gemeldet, was neuen Rekord bedeutete!J
Am Start der 25,5km Strecke standen dann knapp 50 Läufer und ca. 15 Nordic- Walker, welche sich der anspruchsvollen Strecke stellen wollten. Mit 1.000 zu überwindenden Höhenmetern zählt dieser Lauf sicher zu einem der anspruchsvollsten in Deutschland. Spitzenläufer/innen laufen hier dennoch eine1:50 bzw. 2:30. Respekt! Der Streckenbelag besteht zu 65% aus Asphalt, Rest sind Forst- bzw. Waldwege.
Der Saale- Rennsteig- Marathon basiert auf der Idee, vom Tiefsten zum höchsten Punkt im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt zu laufen.
Ich möchte an dieser Stelle nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, wer aber einmal etwas anderes sucht, keine Angst vor Bergen hat, sich beim Bergablaufen etwas geschickt anstellt, „Bestzeithatz“ einmal vergessen kann und Landschaft pur erleben möchte, ist hier bestens aufgehoben!
Der Wettergott hatte ein einsehen mit uns, den wir blieben vom Start bis ins Ziel trocken. Um 11:26 Uhr kam sogar die Sonne für zwei Minuten raus!
Dirk habe ich nach dem Start gleich aus den Augen verloren. Der Anstieg nach Eyba, 5km, 300 Meter hoch, ist der erste von drei. Ich hatte bald meinen Rhythmus gefunden und hoffte dabei noch Körner für den Schluss zu sparen… Meine Bekleidungswahl war genau richtig, denn ich schwitzte ohne Ende!
Oben angekommen wartete der erste Verpflegungsstand. Einfach nur Lecker! Weiter ging es nun sanft bergan Richtung „Hühnerschenke“.
Dort erfolgte dann der erste „Bergab- Belastungstest“ für die Oberschenkel. Leider wurden gleich wieder 150 der zuvor mühsam erklommenen Höhenmeter vernichtet und schon war „Halbzeit“ was die Kilometer angeht. Königsthal (km 13) liegt auf ca. 400m ü. N. N.
Auch hier wartete wieder ein liebevoll betreuter Verpflegungsstand, der keine Wünsche offen lies. Gestärkt von Cola und frischem Obst hieß es nun: Bergauf nach Gösselsdorf!
Gleich nach dem Verpflegungspunkt geht es los. Knackige 220m auf 2km! Das gemeine an diesem Anstieg ist, das er zu Beginn relativ flach ist (ähnlich Grundstraße) aber dann immer steiler wird. Heftig, aber machbar. Also kleinerer bzw. kleinster Gang und nach gefühlten 20 Min. war auch das vergessen. Geschafft! Nur noch einer!
Die Strecke dorthin war landschaftlich wunderschön in den Berg „eingebettet“. Es waren wiederholt auch wunderschöne Landschaftsbilder zu erhaschen. Langeweile kam, zumindest bei mir, keine auf.
Das letztmalige Bergablaufen bis Gebersdorf war dann auch bald geschafft. Dabei hieß es: Augen auf! Die Strecke war nicht einfach zu laufen und gespickt mit vielen Unwägbarkeiten. So hatte der Regen tiefe Rinnen n den Weg gespült. War aber alles prima markiert, so dass es keine Probleme gab. Am dortigen Verpflegungspunkt stand der erste Grill und es wurden Thüringer angeboten. Die sahen auch sehr lecker aus, aber damit wollte ich doch noch bis ins Ziel warten.
Es folgte nun der letzte Anstieg: 6km nach Piesau.
Nicht ganz so steil wie der vorherige aber stetig bergan. Mitten im Wald dann Absperrkegel, welche einen nach links leiteten. Es folgte ein Anstieg mit gefühlter 20%- Steigung! Was soll das denn! So etwas kurz vor Schluss! Hammerhart! Umschalten vom Lauf- in den Gehmodus. Und der Sportplatz (100m oberhalb des Ortes) immer noch nicht in Sichtweite!
Danach leichter Trab bergab in den Ort. Spüre meine Oberschenkel. Jetzt keinen Krampf bitte! Es geht wieder Bergauf. Erinnerungen an Schmiedefeld werden bei mir wach, Rennsteiglauf, Zieleinlauf Marathon, wo auch kurz vor dem Ziel ein Anstieg zu bewältigen ist. Nur ist der hier 1,5km lang und viel, viel steiler!
Dort sehe ich dann auch Dirk wieder. Mit Ihm bin ich dann den letzten Kilometer bis ins Ziel gelaufen. Simone kam nur 20 Minuten später nach uns ins Ziel und wurde dafür mit einer schicken Medaille aus Glas (2ter Platz in Ihrer AK) belohnt.
Nach einlösen von Getränke- und Essenbon waren wir wieder bei Kräften, um den Siegerehrungen beizuwohnen. Leckerer Kuchen und Kaffee rundeten den Nachmittag auf dem Sportplatz in Piesau ab. Ein privater Shuttle- Service brachte uns dann nach Saalfeld zurück.
Fazit:
Für mich persönlich war es ein besonderes Lauferlebnis. Der SRM ist sicher einer der anspruchvollsten (schwersten), aber auch schönsten Landschaftsläufe in Deutschland.
Organisation, Verpflegung und die familiäre Atmosphäre sind einzigartig.
Im Ziel wurde der Klassiker im Mai als „leicht“ gegenüber dem SRM eingeschätzt.
Wer es nicht glauben will soll sich bitte selbst davon überzeugen.
Am 25.09.2011 besteht die nächste Gelegenheit dazu.

 


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