3. Saale- Rennsteig- Marathon (SRM)
Unsere Anreise nach Saalfeld erfolgte bei strömendem Regen am
Samstagnachmittag. Kann ja nur besser werden, dachte ich. Nach beziehen der gemütlichen
Unterkunft wäre noch Zeit, gewesen die „Feengrottenstadt“ zu Erkunden, was wir
aber aufgrund des Wetters verschoben.
Also zeitiges Abendbrot mit leckerem Saalfelder Bier und
früh ins Bett. An Schlaf war aber nicht zu denken. Der Regen klopfte
unaufhörlich an unsere Fenster….
„Sonntag überwiegen viele Wolken mit zeitweiligem Regen. Am
meisten regnet es dabei voraussichtlich im Osten und Südosten. In der
Westhälfte zeigt sich auch mal vorübergehend die Sonne zwischen den Wolken und
hier regnet es nur gelegentlich etwas, oder es gibt einzelne Schauer“.
Deutscher Wetterdienst vom 25.09.2010
Am Sonntagmorgen trafen wir Dirk beim Abholen der
Startunterlagen im Stadion an den Saalewiesen. Alles war übersichtlich und bestens
organisiert. Jeder hat ja seine eigenen Gründe, sich so einen Lauf selbst „aufzuerlegen“.
Für mich persönlich waren es: das Streckenprofil, dabei sein, ankommen und
Werbung für diesen Lauf machen.
Ich hatte im Vorfeld dazu einige Flyer des SRM bei diversen Veranstaltungen
verteilt bzw. in Dresdner Laufgeschäften ausgelegt um mitzuhelfen, die
Teilnehmeranzahl zu erhöhen.
Insgesamt waren 180 Voranmelder (auf allen Strecken) gemeldet,
was neuen Rekord bedeutete!J
Am Start der 25,5km Strecke standen dann knapp 50 Läufer und
ca. 15 Nordic- Walker, welche sich der anspruchsvollen Strecke stellen wollten.
Mit 1.000 zu überwindenden Höhenmetern zählt dieser Lauf sicher zu einem der
anspruchsvollsten in Deutschland. Spitzenläufer/innen laufen hier dennoch eine1:50
bzw. 2:30. Respekt! Der Streckenbelag besteht zu 65% aus Asphalt, Rest sind
Forst- bzw. Waldwege.
Der Saale- Rennsteig- Marathon basiert auf der Idee, vom
Tiefsten zum höchsten Punkt im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt zu laufen.
Ich möchte an dieser Stelle nicht Äpfel mit Birnen
vergleichen, wer aber einmal etwas anderes sucht, keine Angst vor Bergen hat, sich
beim Bergablaufen etwas geschickt anstellt, „Bestzeithatz“ einmal vergessen
kann und Landschaft pur erleben möchte, ist hier bestens aufgehoben!
Der Wettergott hatte ein einsehen mit uns, den wir blieben
vom Start bis ins Ziel trocken. Um 11:26 Uhr kam sogar die Sonne für zwei
Minuten raus!
Dirk habe ich nach dem Start gleich aus den Augen verloren. Der
Anstieg nach Eyba, 5km, 300 Meter hoch, ist der erste von drei. Ich hatte bald
meinen Rhythmus gefunden und hoffte dabei noch Körner für den Schluss zu sparen…
Meine Bekleidungswahl war genau richtig, denn ich schwitzte ohne Ende!
Oben angekommen wartete der erste Verpflegungsstand. Einfach
nur Lecker! Weiter ging es nun sanft bergan Richtung „Hühnerschenke“.
Dort erfolgte dann der erste „Bergab- Belastungstest“ für
die Oberschenkel. Leider wurden gleich wieder 150 der zuvor mühsam erklommenen
Höhenmeter vernichtet und schon war „Halbzeit“ was die Kilometer angeht.
Königsthal (km 13) liegt auf ca. 400m ü. N. N.
Auch hier wartete wieder ein liebevoll betreuter
Verpflegungsstand, der keine Wünsche offen lies. Gestärkt von Cola und frischem
Obst hieß es nun: Bergauf nach Gösselsdorf!
Gleich nach dem Verpflegungspunkt geht es los. Knackige 220m
auf 2km! Das gemeine an diesem Anstieg ist, das er zu Beginn relativ flach ist
(ähnlich Grundstraße) aber dann immer steiler wird. Heftig, aber machbar. Also
kleinerer bzw. kleinster Gang und nach gefühlten 20 Min. war auch das vergessen.
Geschafft! Nur noch einer!
Die Strecke dorthin war landschaftlich wunderschön in den
Berg „eingebettet“. Es waren wiederholt auch wunderschöne Landschaftsbilder zu
erhaschen. Langeweile kam, zumindest bei mir, keine auf.
Das letztmalige Bergablaufen bis Gebersdorf war dann auch bald
geschafft. Dabei hieß es: Augen auf! Die Strecke war nicht einfach zu laufen
und gespickt mit vielen Unwägbarkeiten. So hatte der Regen tiefe Rinnen n den
Weg gespült. War aber alles prima markiert, so dass es keine Probleme gab. Am
dortigen Verpflegungspunkt stand der erste Grill und es wurden Thüringer
angeboten. Die sahen auch sehr lecker aus, aber damit wollte ich doch noch bis
ins Ziel warten.
Es folgte nun der letzte Anstieg: 6km nach Piesau.
Nicht ganz so steil wie der vorherige aber stetig bergan. Mitten
im Wald dann Absperrkegel, welche einen nach links leiteten. Es folgte ein
Anstieg mit gefühlter 20%- Steigung! Was soll das denn! So etwas kurz vor
Schluss! Hammerhart! Umschalten vom Lauf- in den Gehmodus. Und der Sportplatz (100m
oberhalb des Ortes) immer noch nicht in Sichtweite!
Danach leichter Trab bergab in den Ort. Spüre meine
Oberschenkel. Jetzt keinen Krampf bitte! Es geht wieder Bergauf. Erinnerungen an
Schmiedefeld werden bei mir wach, Rennsteiglauf, Zieleinlauf Marathon, wo auch
kurz vor dem Ziel ein Anstieg zu bewältigen ist. Nur ist der hier 1,5km lang
und viel, viel steiler!
Dort sehe ich dann auch Dirk wieder. Mit Ihm bin ich dann den
letzten Kilometer bis ins Ziel gelaufen. Simone kam nur 20 Minuten später nach
uns ins Ziel und wurde dafür mit einer schicken Medaille aus Glas (2ter Platz in
Ihrer AK) belohnt.
Nach einlösen von Getränke- und Essenbon waren wir wieder
bei Kräften, um den Siegerehrungen beizuwohnen. Leckerer Kuchen und Kaffee rundeten
den Nachmittag auf dem Sportplatz in Piesau ab. Ein privater Shuttle- Service brachte
uns dann nach Saalfeld zurück.
Fazit:
Für mich persönlich war
es ein besonderes Lauferlebnis. Der SRM ist sicher einer der anspruchvollsten (schwersten),
aber auch schönsten Landschaftsläufe in Deutschland.
Organisation,
Verpflegung und die familiäre Atmosphäre sind einzigartig.
Im Ziel wurde der
Klassiker im Mai als „leicht“ gegenüber dem SRM eingeschätzt.
Wer es nicht glauben
will soll sich bitte selbst davon überzeugen.
Am 25.09.2011 besteht
die nächste Gelegenheit dazu.

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