Läufer gegen Boot

   
Datum:  07.05.2009 Strecke:  etwa 10km
Ort:  Elbradweg weitere Strecken:  keine
Internetadresse:  keine    

Art des Laufes:  immer am Elbradweg entlang  

Besonderheiten/ Kommentare:

Anspruch:  hoch, immer volle Pulle und das Boot trotzdem wegfahren sehen  

 - das Boot hat den Vorteil der Elbströmung, dafür ist der Weg der Ruderer fast 2km weiter als der des Läufers
- alle Bootsklassen sind zugelassen vom Einer bis zum Achter

 

Stimmung:  bei uns gut (6 Mann Radbegleitung und Anfeuerung)
Organisation:  
Verpflegung:  im Ziel Bier und gegrilltes
Startgeld:  um die Ehre
Wetter:  bewölkt, ca. 18 Grad, Gegenwind

Ein Bericht von Tilo Heschel   

Wer ist schneller?

Marcel erzählte beim Training von einem Event der besonderen Art; Läufer gegen Boot, Start am blauen Wunder - Ziel am Bootssteg der RC Dresden in Briesnitz.
Für den Läufer sind das etwa 10km, für die Boote etwa 12km. Wer schlägt als erster am Bierkasten an, welcher auf dem Bootssteg steht?
Nachdem es für Marcel diese Saison richtig gut läuft, rechnete er sich eine Chance aus es zu schaffen. In den vergangenen Jahren lieferten die schnellsten Boote (logischerweise immer die Achter) so in etwa hohe 37er Zeiten ab. Wenns gut läuft, kriegt er das hin, da es laut Google-Maps nicht ganz 10km sind. Entscheidend sind natürlich weitere Faktoren wie etwa Gegenwind, Wasserstand der Elbe (je höher der Pegel, desto stärker die Strömung) und so weiter.
Zur Unterstützung von Marcel verabredeten sich also einige Durchläufer am Mittwoch halb sieben unter dem blauen Wunder. Unser Auftrag: Marcel ein möglicht gleichmäßiges Tempo vorgeben, auf dem vielbefahrenen Elbradweg wenn nötig den Weg freihalten und vor allem im letzten Streckenabschnitt (wenn die Kräfte nachlassen) nach vorn peitschen.
Die Elbe hate annähernd Normalpegel, es bließ am Anfang ein kräftiger Gegenwind und Marcel war hochmotiviert, pünktlich 19 Uhr war Start. Es hatten sich etwa 10 Läufer eingefunden, welche den Kampf aufnehmen wollten. Der Vorjahressieger setzte sich sofort an die Spitze und lief einen Schnitt, welcher für Marcel ein bischen zu schnell war. Wir bremsten ihn also ein wenig ein und konzentrierten uns zuerst einmal darauf, ein möglichst gleichmäßiges Tempo zu finden. Gar nicht so einfach auf dem Rad konstant 16,5kmh zu fahren, mal war der Läufer 5m hinter uns, mal fast neben uns. Mit der Zeit kriegten wir das gut hin und sahen, wie sich der Achter langsam aber sicher immer weiter von uns entfernte. Da hieß es cool bleiben und sich die Streckenführung ins Gedächtnis rufen. Außer dem Führenden, welcher seinen Vorsprung ganz langsam aber stetig vergrößerte, konnte uns niemand folgen und die einzelnen km waren schnell absolviert. Auch die kritische Passage am Terassenufer waren kein wirkliches Problem und die Straßenquerungen verliefen ebenfalls problemlos (wir stellten einfach auf der Straße die Räder quer und wenn ein Auto gekommen wäre hätte es halt kurz halten müssen; kam aber grad keiner;-))
Ab dem Landtag (das Boot war nur noch als kleiner Punkt zu sehen) liefen wir ohne Sichtkontakt. Aber gerade auf diesem Stück holt der Läufer ja wieder auf, denn er kann direkt durchs Ostragehege schneiden, wärend die Boote auf der Elbe eine ziemlich große Kurve holen müssen. Zu diesem Zeitpunkt werden die Beine natürlich schwer, aber Marcel hatte uns ja mit. Mit einer gelungenen Mischung aus Lob und "in den Hintern treten"  schaffen wir es, die Geschwindigkeit immer über 16kmh zu halten und siehe da, nach dem überqueren der Brücke am Hafen war das Boot hinter uns!
Jetzt war es nur noch etwa 1km bis zum Ziel und das Boot setzte zum Endspurt an. Sie erhöhten deutlich ihre Schlagzahl und man konnte förmlich zusehen wie sie wieder näher kamen. Aber unter unseren Anfeuerungsrufen holte auch Marcel das Letzte aus sich raus und lief streckenweise fast 18kmh.
Und nun war er endlich zu sehen, der Bierkasten auf dem Steg. Nach etwas mehr als 38min schlug Marcel als 2. Läufer am Kasten an und zwar vor dem Achter, welcher etwa eine halbe min später im Ziel war. Klasseleistung!!
Nach und nach kamen alle anderen Boote und Läufer ins Ziel. Wir gratulierten Marcel zu seinem guten Lauf, er hatte sein Ziel erreicht (schneller sein als das Boot); und auch der Sieger wurde fair beglückwünscht. Er war etwa eine min schneller als Marcel, aber irgendwas ist ja immer. Der Abend klang gemütlich im Bootshaus aus, die Ruderer hatten gegen einen kleinen Obulus Getränke und gegrilltes rangeschafft und alle liesen es sich schmecken. Nebenbei wurde gleich noch über unseren Stand beim Dresdenmarathon gequatscht (der dafür Verantwortliche war auch mitgelaufen)  und wir erfuhren, dass der Achter doch sehr prominent besetzt war (mit ehemaligen Weltmeistern und Olympiasiegern).
Marcel ist also quasi schneller als der Weltmeister, na dann Prost!!
 

 

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