Getränkestand Dresdenmarathon

   
Datum:   18. Oktober 2009 Strecke:   42,195 km
Ort:   Dresden weitere Strecken:   10km, Halbmarathon
Internetadresse:

  http://www.dresden-marathon.de/

   

Art des Laufes:   Stadtmarathon  

Besonderheiten/ Kommentare:

Anspruch:   normal  

  2 Runden an der Elbe, durch den Großen Garten und die Stadt

 

Stimmung:   mittel
Organisation:  
Verpflegung:  
Startgeld:   45€
Wetter:   5 Grad, Regen

Ein Bericht von Tilo Heschel    

Eindrücke von der "anderen" Seite

Am Ende des vorigen Jahres keimte die Idee, beim Dresdenmarathon doch mal nicht zu laufen (viele von uns Durchläufern sind hier schon mehrmals am Start gewesen), sondern statt dessen mal den Sportlern "was zurück" zu geben. Was wir bei unzähligen Läufen in anderen Städten immer als selbstverständlich betrachten, wollten wir den Läufern in unserer Heimatstadt auch einmal zukommen lassen. Also nahmen wir Kontakt zur Organisation des Dresdenmarathon auf und bekamen den Getränkestand nahe unseres wöchentlichen Treffpunktes zugeteilt.
Da wir keinerlei Erfahrung in derlei Dingen hatten, waren wir doch etwas aufgeregt. Würden sich genügend Leute melden ( wie viele brauchen wir überhaupt), klappt das mit der Anlieferung, wie präsentieren wir uns als Durchläufer usw. Zum Glück bekamen wir  mit Andreas Karbus und Frau Bertram zwei erfahrene Begleiter, welche schon einige Jahre an dieser Stelle tätig waren.
Also trafen sich am Sonntag morgens 8 Uhr 10 Durchläufer und 8 Schüler an der 6. Grundschule. Das Wetter lies stark zu wünschen übrig, aber alle waren dank der Infos auf unserer Webseite gut vorbereitet und warm angezogen. Andreas Karbus war schon da, die Verpflegung schon geliefert. Kurze Zeit später kam das THW und lieferte uns 36 Tische, welche wir in Windeseile in Dreierreihe über gut 100m Fetscherstraße verteilten. Jetzt kam die Fleisaufgabe: alle Tische mit Pappbechern vollstellen und halb voll Wasser füllen. Jetzt kamen schon erste Disskussionen auf, stellen wir den Tisch so voll wie möglich oder lieber etwas aufgelockert, damit die Läufer den Becher auch greifen können. In der ersten Runde werden wir innerhalb einer Stunde von etwa 5.000 Läufern überrannt, da gerade bei diesem Wetter nicht jeder kaltes Wasser trinken wollte, hatten wir dieses Jahr noch Glück.  Das Befüllen der vielen Becher dauerte doch seine Zeit. Wir waren gerade so 15 min vor dem ersten Läufer fertig. Zeit ein Gruppenfoto zu schießen und dann ging es auch schon los. Der Erste noch allein, dann tröpfchenweise und dann immer mehr  Läufer rollten auf unseren Stand zu. Als die gefüllten Becher schon fast alle ausgegeben waren erreichte uns erst einmal das Hauptfeld. Das hieß gebückte Haltung und Becher neu füllen im Akkord.
Als der Strom der Läufer so langsam abebbte, ging es auf der anderen Seite schon wieder los. Die Spitze passierte uns auf dem Rückweg zum 2. Mal.  Das gleiche Spiel von neuem, die gefüllten Bechervorräte schmolzen viel zu schnell dahin. Dank der fleißigen Schüler um Frau Bertram konnten wir die meisten der Läufer aber doch mit Wasser versorgen. Die Mädels und Jungs waren superfleißig und teilweise schon das 3. oder 4. Mal dabei (also "alte Hasen").  An dieser Stelle nochmals vielen Dank!! Ich hoffe wir sehen viele im nächsten Jahr wieder.
Die kalten Temperaturen und der Dauerregen machten uns jetzt doch ganz schön zu schaffen. Eishände und kalte Füße hatten zu diesem Zeitpunkt wohl alle Helfer. Was hilft am besten dagegen:  BEWEGEN! Also die Becher wieder füllen, die tausende Becher aus der ersten Runde von der Straße kehren und auf die Marathonis warten. Jetzt kamen ja "nur" noch etwa 1.00 Läufer ein 3. und 4. Mal bei uns vorbei. Wir hatten so viel Mitleid mit den Sportlern, dass wir die für uns als Verpflegung gedachten Colaflaschen auf Becher aufteilten und die Verpflegungshappen in zwei Körbe schütteten und an die Leute ausgaben. Dafür bekamen wir ganz ganz viele Dankeschön! Besonders die Cola war sehr schnell weg, schlecht für die, welche keine mehr bekamen (hier sollte der Veranstalter noch mal nachbessern).
In der Zwischenzeit hatten sich weitere Durchläufer bei uns eingefunden. Läufer welche erst noch selbst 10 oder 21 KM gelaufen waren halfen jetzt mit die Marathonis zu verpflegen. Zum Schluss kam keiner mehr bei uns vorbei ohne gegessen und getrunken zu haben ;-)).  So eine persönliche Betreuung hatten die bestimmt noch nie bei einem Marathon.Während uns die letzten Läufer passierten, begannen wir schon mit dem Rückbau der gesamten Anlage. Tische zusammenklappen, Becher an den Rand fegen, mit Schneeschaufel in die bereitstehenden Container laden und Absperrgitter wegräumen.  Kurz hinter dem Besenwagen kam der richtige "Besenwagen" der Stadtreinigung und saugte die letzten Reste weg. Gegen 15 Uhr hatten wir die Bänke an das THW übergeben und konnten uns nach Hause in die warme Wanne verabschieden.

Fazit.  Trotz der wiedrigen Wetterumstände hat es allen Beteiligten Spass gemacht. Es steckt viel Arbeit hinter dem Aufbau und der Betreuung, vor allem in der ersten Runde ist der Ansturm gewaltig. In dieser Stunde werden eigentlich noch mehr Helfer gebraucht. Später kann der Manpower dan reduziert werden. Unklar ist die Rolle der Schule, ob die Schüler und Lehererin nächstes Jahr zur Verfügung stehen ist  unklar bis unwarscheinlich. Alle Beteiligten sind aufgerufen,sich bis zur weinachtsfeier Gedanken zu machen, ob der Stand zu einer "Tradition" werden kann und soll , oder ob es eine einmalige Sache bleiben soll. Ich denke wir können nicht einmal ja und dann wieder mal nein sagen, also entweder machen wir "weiter", dann für längere Zeit oder nicht. Das bedeutet aber auch, dass persönliche Startambitionen zu diesem Lauf hintenangestellt werden müssen und sich genügend Durchläufer bereit erklären den Stand zu betreuen. Mir jedenfalls hat es Spass gemacht, ich würde den Stand weiter betreuen. Also denkt darüber nach!
 


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