Leichtatlethik WM

   
Datum:   15. bis 23. August 2009 Strecke:  
Ort:   Berlin weitere Strecken:  
Internetadresse:

  http://www.berlin2009.org/

   

Art des Laufes: -  

Besonderheiten/ Kommentare:

Anspruch: -  

 

 

Stimmung: -
Organisation: -
Verpflegung: -
Startgeld: -
Wetter: -

Ein Bericht von Sylvia Schubert   


Dabei sein ist alles – die Leichtathletik WM in Berlin

Als Tilo vor einem Jahr anbot, sich um Karten für die WM in Berlin zu kümmern, dachten wir: Naja, warum auch nicht. - und bestellten. Als dann unser Umzug nach Holland nahte, buchten wir unsere Flüge, denn wir hatten ja nun die Karten. Ich denke, uns lockte mehr der Gedanke ein paar Durchläufer wieder zu treffen, als das Hauptereignis WM.

Schon bei der Ankunft in Berlin änderte sich das Stimmungsbarometer und schlug nach oben aus. Gerade angekommen eilten wir zum Start. Am Brandenburger Tor sammelten sich Menschenmassen und es war kein Durchkommen mehr. Wir hörten viel und sahen wenig. Auf etlichen Umwegen gelangten wir zu unseren Durchläufern, die sich an der Strecke nahe dem Kanzleramt postiert hatten. Wiedersehensfreude! Doch schon bald kommen die Herren auf ihrer ersten Runde vorbei. Wir haben das Glück, die Läufer vier Mal passieren zu sehen, sie selbst sind mit diesem Streckenverlauf sicher weniger glücklich…. Natürlich klatschen wir lautstark in die Hände und feuern ordentlich an, wann immer ein Läuferpulk oder ein einzelner Läufer an uns vorbei kommen. Zwischendurch bleibt reichlich Zeit zum Erzählen und Stoff gibt es seit unserer Abreise genug.

Gespannt nehmen wir die Veränderungen im der Läuferfolge wahr. Das Tempo sieht vom Straßenrand wenig spektakulär aus, doch die kühl rechnenden Durchläufer-Herren rufen uns immer ‚mal wieder die Kilometerzeiten in Erinnerung, damit wir den Hut gezogen halten. Selbst mit dem Letzten könnten wir nicht mithalten!

Nach dem Marathon der Männer nutzen wir den Tag der offenen Tür und schauen uns in Angies Kanzleramt um. Beeindruckend ist vor allem die Parkanlage dahinter. Danach gibt es noch einen 10 km-Lauf fürs Volk (von dem wir leider oder zum Glück nix wussten). Eine scheinbar endlose Anzahl von Läufern kommt an uns vorbei, die Spitzengruppe sehr vereinzelt und dann der immer dichter werdende Pulk. Ein bisschen kribbelt es schon in den Beinen, aber so ein Spektakel vom Rande aus zu sehen, ist auch ein Erlebnis.

Dann stürzen wir uns in die S-Bahn zum Olympiastadion. Nun scheinen Tausende nur eine Richtung zu haben. Wir haben noch Zeit für eine Runde um das Stadion und schauen uns die Anlagen, die auf die Olympiade 1936 zurück gehen, genauer an. Und dann geht’s hinein in den brodelnden Kessel der sportlichen Emotionen. Wir haben tolle Plätze und sind hautnah ‚dran am Geschehen im Oval und den direkt vor unsere Nase stattfindenden Siegerehrungen. Die Stimmung ist unglaublich und steigt immer noch weiter. Wir erleben mit, wie Athleten angetrieben von der lautstarken Begeisterung des Publikums zu Höchstformen auflaufen. So schreien und klatschen wir die Damen der 4x100m-Staffel zur Bronzemedaille, die Damen der 4x400m-Staffel ins Finale und Betty Heidler zu einer Top-Silbermdedaille im Hammerwurf. Und auch die Leistungen anderer Topathleten werden ordentlich begleitet und lautstark honoriert. Abends schmerzen die Hände vom Klatschen und nach all der Spannung tritt die Müdigkeit auch bei uns ein.

Am Sonntag gelingt es Michiel und mir den Marathonstart der Damen mitzuerleben und auch wirklich zu sehen. Erst danach machen wir uns auf den Weg zu unseren Durchläufern am Kanzleramt. Vier deutsche Läuferinnen sind am Start, nur zwei kommen auch ins Ziel, aber die Stimmung an der Strecke ist genauso gut wie am Vortag und das Wetter zeigt sich von der besten Seite.

Nach dem Lauf ziehen wir noch einmal ins Kanzleramt und finden an den Catering-Zelten im Kanzleramtspark einen leckeren und preiswerten Mittagssnack. Bevor wir gehen treffen wir gerade noch auf die Bundeskanzlerin persönlich, die sich gut gelaunt am sonnigen Sonntag unters Volk mischt. Uns lockt schon wieder das Stadion.

Auch heute sind die Ränge gut gefüllt und die Stimmung ist großartig. Noch einmal erleben wir tolle Wettkämpfe vor der stürmischen Zuschauerkulisse, sehen Usain Bolt auf dem Siegertreppchen und nicht zu vergessen die Läuferinnen der Bronzestaffel. Wieder ist es aufregend und spannend und alle fiebern mit den Athleten.

Nein, so grandios hatte sich wohl keiner von uns diese zwei Tage vorgestellt und wir können Tilo nur immer wieder für diese wunderbare Idee und die rechtzeitige Kartenbestellung  danken. Diese zwei Tage WM bleiben ein nachhaltiges Erlebnis von dem wir noch lange schwärmen werden und so schnell bekommen wir eine Wiederholung nicht vor die Haustür.

See you in Korea? Wohl eher nicht….

Es war wundervoll diese zwei WM-Tage mit euch zu erleben, schmerzte dann doch so ein bisschen nun wieder auf Distanz zu gehen, aber wir gehen uns nicht verloren.

Und last but not least ein herzlicher Dank an Bernd und Katja für den Shuttle-Service von Haustür zu Haustür und natürlich dem Junior fürs wackere Durchhalten im lärmenden Stadion.

 


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