| offizielle
Etappenbeschreibung: Den
Auftakt zum GORE-TEX™ Transalpine-Run 2008 bildet eine ideale
Einstiegsetappe durch die Chiemgauer Alpen und über die Steinplatte von
Ruhpolding nach Waidring im Strubtal. Von dort führen herrliche
Wanderwege zum idyllisch gelegenen Etappenziel nach St. Ulrich am
Pillersee, das westlich der Loferer Steinberge liegt. Mit gut 1.200
Aufstiegshöhenmetern verlangt diese Etappe zwar keine ausgeprägten
Kletterfähigkeiten, 38 Kilometer Horizontalentfernung kratzen jedoch
schon knapp an der Marathondistanz.
Tilo:
Der erste
Tag
Heute früh
ganz entspannt gegen 8 Uhr aufstehen, gemütlich frühstücken, alle Sachen zum
hundertsten Mal kontrollieren, entspannt zum Start schlendern, so könnte es die
ganze Woche weitergehen. Bernd und ich wissen allerdings, dass der Schein trügt.
Außerdem scheint die Sonne unbarmherzig vom Himmel und da werden 37 km -auch
wenn „nur“ 1.200 Hm anliegen- doch ganz schön weit. Die letzten Fotos werden
gemacht und 10:59 Uhr hören wir ihn wieder, den Gänsehautsong des Rennens:
„Highway to Hell“ von AC/DC. Spätestens jetzt steht jeder von uns unter Strom
und will nur noch eins und das ist endlich losrennen!
Die ersten
Kilometer aus dem Ort bis km 11 verlaufen flach im Fischbachtal, dann geht er
los der erste Anstieg. Die 400 Hm zur Winkelmoosalm legen die meisten noch im
Laufschritt zurück – sind ja noch frisch -; den 2. Anstieg des Tages bis zur
Kammerköralm dann schon nicht mehr.
Bei Bernd
und mir läuft es gut, nach einer kurzen Einlaufphase sind wir im Rhythmus und
traben neben einem englisch sprechenden Frauenteam her. Am ersten
Verpflegungspunkt treibt uns von hinten noch unser Fanblock an, der es gerade
so geschafft hat ehe wir erscheinen. Am zweiten Bergaufstück signalisiert mir
Bernd eine schlechte Erholung und leichte Magenprobleme und wir lassen die
Mädels ziehen. Am ersten steilen Abstieg (das ist normalerweise der Teil, auf
dem wir so gut wie unschlagbar sind;-)) müssen wir weiter Tempo rausnehmen, da
es nicht besser wird und das anschließende 7,5 km lange Flachstück bis ins Ziel
in St. Ullrich am Pillersee zieht sich ganz schön in die Länge. Als wir gegen
15:20 Uhr das Ziel erreichen ist es ganz schön heiß und wir sind froh da zu
sein. Ralf und Steffen sitzen schon seit 20 min in der Sonne und lassen sich von
der Verpflegung verwöhnen. Sie sind gut durchgekommen und ganz zufrieden mit
ihrer Leistung. Die Unterkunft ist nicht weit, die Zimmer haben die Mädels
schon eingeräumt, wir können unter die Dusche und auf die Massagebank von
Andrea.
Abends zur
Pastaparty die vertrauten Abläufe, erst essen, dann Kulturprogramm, dann
Siegerehrung der Tagesgewinner, dann Briefing für den nächsten Tag. Spätestens
bei den erklärenden Worten von Wolfgang dem Streckenchef graust es den meisten
vor morgen, dem vermeintlich härtesten Abschnitt des diesjährigen
Transalpinrun. Zum Abschluss des Abends die „Bilder des Tages“ und das „Video des
Tages“, dann schnell ins Bett, morgen früh 4:45 Uhr klingelt der Wecker…
Ergebnisse
1. Etappe:
Team
Rennsemmeln: 04:03:59h Men: Platz 22 Gesamt: Platz
Team Salomon
5: 04:23:12h Masters:
Platz 26 Gesamt: Platz
Tom
(Team Sixteen Summits):
Der
Tag begann sonnig warm und versprach, heiß zu werden.
Als um kurz vor 11 AC/DCs „Highway to Hell“ durch Ruhpoldings
Kurpark dröhnte, dürfte auch dem letzten Gast klar geworden
sein, dass die fast 500 Verrückten in kurzen Hosen und
T-Shirts mit Rucksäcken, Trinksystemen und zum Teil
mit Walkingstöcken nicht wegen der Kurkonzerte gekommen
waren. Den Startschuss gab der ehemalige Weltklassebiathlet
Fritz Fischer und ab ging die Post. Die erste Etappe
sollte eine „Läufer-Etappe“ werden. Die ersten 11 km
ging es recht flach in einem Tal hinauf, bevor der erste
echte Anstieg des Tages auf uns wartete. Bereits nach
gut 10 Minuten hatten uns die Rennsemmeln und Bernd
und Tilo die Hacken gezeigt. Wir liefen, wo wir konnten
und gingen, wo es zu steil war. Nach 25 km hatten wir
an der Kammerköhralm den höchsten Punkt des Tages erreicht
und machten uns an den Abstieg. Bereits jetzt deutete
sich an, dass es für die Oberschenkel wohl nicht die
beste Idee war, am Wochenende vor dem Rennen noch das
24-Stunden-Rennradrennen am Nürburgring zu fahren. Vor
allem bei Daniela zeigte sich, dass die innere Oberschenkelmuskulatur
nicht die wünschenswerte Lockerheit hatte. Ein Problem,
das sich in den folgenden Tagen noch verschärfen sollte.
Umso überraschter waren wir, dass wir nicht nur auf
dem Abstieg ins Tal, sondern vor allem auch auf den
letzten flachen 8 km ins Ziel noch eine Menge Teams
einsammelten; unter anderem Tilo und Bernd, bei denen
sich massive Magenprobleme ankündigten. Die letzten
Kilometer waren eine Qual: Die Sonne brannte, die Kräfte
schwanden und das Ziel wollte einfach nicht näher kommen.
Teilweise mussten wir gehen, aber wir waren nicht die
einzigen, denen es so erging. Nach 4:09 Std. hatten
wir es geschafft und wir staunten nicht schlecht, als
wir uns auf Platz 12 von 65 Mixed-Teams wiederfanden.
In einem so hochklassigen Feld hatten wir nicht mal
mit einer Top-20-Platzierung gerechnet. Kurz nach uns
kamen auch Bernd und Tilo und als Sandra und Michi ebenfalls
gesund im Ziel waren, machten wir uns auf in unsere
Pension, wo uns noch eine Riesenüberraschung erwartete:
Andrea hatte ihre Massageliege mitgebracht und massierte
alle, die wollten. Und wie wir wollten!! --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Sonntag,31.
August 2. Etappe:
ST. ULRICH AM PILLERSEE (A) - MITTERSILL (A)
Vertikaldistanz: 2.794 Höhenmeter
im Aufstieg, 2.856 Höhenmeter im Abstieg
Horizontaldistanz: 48,56 Kilometer.
Ø Zeitbedarf: ca. 7,5 Stunden (10 km/Stunde horizontal,
600 Hm/Stunde vertikal).
Zeitlimits: V1 (Abzwg. Gasthof Pletzer) 401Hm, 15,57Km = 2,5 Std., V2
(Hochwildalmhütte) 1.249Hm, 24,67Km = 5 Std., V3 (Lindling Alm) 1.575Hm,
28,82Km = 6,5 Std., V4 (Abzwg. Bürgl Hütte) 2.488Hm, 38,73Km = 8,5 Std.
(7 km/Stunde horizontal, 500 Hm/Stunde vertikal).
Startzeit: 07.00 Uhr
Höhenprofil 2. Etappe (PDF)
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offizielle
Etappenbeschreibung: Mit 2.200 Höhenmetern und knapp über 50 Kilometern ist die 2. Etappe
bereits der längste und härteste Teilabschnitt beim GORE-TEX™
Transalpine-Run 2008. Nach einem flachen Auftakt von St. Ulrich in
Richtung Fieberbrunn steigt die Route der zweiten Etappe durch den so
genannten Pletzergraben zum Gebrajoch in den Kitzbüheler Alpen. Obwohl
das Gelände in diesem Teil der Nordalpen noch nicht hochalpin ist, wird
den Läufern auf zahlreichen Steigungen im Auf- und Abstieg schon alles
abverlangt. Mit Henlabjoch, Schusterscharte und Schaberstatt gibt es
zahlreiche Höhepunkte, bevor Mittersill im Salzachtal erreicht wird. |
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| Tilo:
Die
Königsetappe
04:45 Uhr, das Klingeln des Handys reist uns aus dem Schlaf. Es ist
stockdunkel, kalt und alle sind todmüde. Wer hat sich das nur ausgedacht!? Beim
Frühstück eine viertel Stunde später kommt auch keine richtige Freude auf, um
die Zeit 2 Semmeln reinwürgen ist richtig Arbeit und hat mit Genuss überhaupt
nichts zu tun. Aber es muss sein - wir wissen es nur zu genau. Einzig der
dampfende Kaffee bringt uns etwas auf Trab.
Am Start ist die Stimmung eher gespannt als ausgelassen, alle wissen
heute wird es hart. Punkt 7 geht es los und die ersten km bis Fieberbrunn
rollen wir uns ein. Ab km 11 bis km 20 sind die ersten 1.000 Hm zu bewältigen und
Bernd scheint es wieder besser zu gehen. Vom Gebrajoch geht es nur 200 Hm bergab
ehe der nächste Anstieg wartet. Bernd fällt schon im Abstieg immer weiter
zurück und oben auf dem Henlabjoch fällt er mit Magenkrämpfen ins Gras. Von
Magenkrämpfen geplagt kotzt er sich die Seele aus dem Leib. Wir haben noch
nicht mal die Hälfte der heutigen Etappe geschafft und nun das. Ich mache mir
große Sorgen um den Partner und ordne erst mal 15 min Pause an. Ausruhen, Puls
runter kriegen, wenigstens etwas trinken um nicht völlig zu dehydrieren, an
essen ist nicht zu denken. So wie Bernd es trinkt, kommt alles Sekunden später
wieder raus und das bei brütender Mittagshitze. Bernd kämpft und wir eiern im
ganz langsamen Gehtempo Richtung 2. Verpflegungsstelle auf der Lindingalm. Mir
geht es gut, allerdings merke ich, dass auch ich heute früh einen Kardinalfehler
gemacht habe: ich habe vergessen mich mit Sonnenschutzcreme einzureiben; mir
schwant schlimmes.
Bernd konnte sich bergab nicht erholen, an der Verpflegung isst und
trinkt er ein bisschen, um es wenig später wieder der Natur zurückzugeben. Ich
lasse ihn erst mal in Ruhe und esse selbst etwas, aber im Grunde weiß ich, dass
die Etappe hier für ihn zu Ende ist. Ich wöllte ihn so jedenfalls nicht
weiterlaufen lassen. Ein Schock für uns beide, wir waren so gut vorbereitet und
jetzt das. Bernd hält derweil Rücksprache mit dem anwesenden Streckenarzt und
der rät ihm eindringlich auszusteigen. Auch ich rate ihm jetzt aufzuhören, aber
ich habe ja gut reden, mir geht es ja gut, ich fühle mich moralisch beschissen.
Bei Bernd sagt der Kopf „weitermachen“; der Magen „du spinnst wohl, keinen
Meter mehr“. Zur Bekräftigung noch mal grüne Galle. Die Vernunft siegt, Bernd
ist bereit aufzuhören, auch wenn unsere Pläne, den 2. Transalpinrun gemeinsam
erfolgreich zu beenden, in diesem Moment zerplatzen.
Ich vergewissere mich beim RescueTeam, dass Bernd in guten Händen ist und
verabschiede mich schweren Herzens von ihm, so eine Sch….
Da es mir gut geht beschließe ich meine Wut und schlechte Laune in
Vortrieb umzusetzen und renne die nächsten 800 Hm wie ein Bekloppter den Berg
hoch. Ich überhole ein Team nach dem anderen, merke aber deutlich, dass mir die
Sonne schwer zu schaffen macht. Heute ist die längste Etappe mit den meisten
Höhenmetern. Es geht also noch mal bergrunter und wieder hinauf. Irgendwie hatte
ich mir eingeprägt, dass jetzt die Verpflegung kommt und dann geht es nur noch
steil bergab und so bin ich auch gelaufen. Stattdessen steht da Wolfi der
Streckenchef am Kamm und erklärt: von hier sind es noch 2 km bis zur Verpflegung
und dann kommen die letzten 350 Hm – Häää??? Ich bin schockiert, müde, habe
mittlerweile Schmerzen vom Sonnenbrand im Gesicht, dehydriert, demotiviert und
trotte den Berg runter zur letzten Verpflegung. Dort angekommen schmeiße ich
mich ins Grass und starre den letzten Anstieg an, dort auch noch hoch, ich habe
keine Lust mehr. Irgendwann, irgendwie geht es doch weiter und ich laufe hoch,
auf der anderen Seite wieder runter (allerdings mittlerweile in deutlich
reduziertem Tempo) und um das Maß auch noch voll zu machen, komme ich auch noch
von der Strecke ab, während ich das Ziel unten im Ort schon hören kann. Redet
mich jetzt bloß keiner an! Ich finde den richtigen Weg und höre die Rasseln,
ein Markenzeichen unserer persönlichen Fans. Ich bin so froh sie zu sehen und
setze mich erst mal ins Gras, ich bin total platt. Alice rennt zum Ziel und
kommt mit einem Becher Wasser und Tränen in den Augen wieder, wahrscheinlich
sehe ich so schlecht aus, wie ich mich fühle. Meine erste Frage gilt Bernd, er
ist hier, versorgt und ihm geht es besser, na Gott sei Dank. Da fallen mir die
letzten Meter gleich bisschen leichter. Im Ziel gucken alle besorgt, aber nach
wenigen Minuten Erholung gebe ich Entwarnung, mir geht es schnell besser, war
wohl vor allem die Moral, welche am Boden lag. Schnell unter die Dusche, dann
essen was das Zeug hält – laut Polar Uhr habe ich heute etwa 6.400 kcal
verbraucht.
Ergebnisse
2. Etappe:
Team
Rennsemmeln: 07:25:08h Men: Platz 21 Gesamt: Platz 46
Team Salomon
5: 09:51:26h Masters: Platz 63 Gesamt: Platz 195
Die Regeln besagen, dass wenn ein Teammitglied die Etappe nicht beendet,
dem Team die maximale Gesamtlaufzeit der Etappe angerechnet wird. Das bedeutet
heute auf der längsten Etappe wir bekommen glatte 13 h „gutgeschrieben“; na
Prost Mahlzeit, damit haben sich alle Zeiten- und Platzierungswünsche ins
Nichts aufgelöst.
Zum Ergebnis des Tages passt dann auch noch die Pastaparty, in einem viel
zu kleinen Saal völlig überfordertes Personal und so kleine Portionen, dass ich
das erste Mal nicht satt werde. Morgen wird alles besser…bestimmt.
Tom
(Team Sixteen Summits):
Der
2.Tag, an dem uns die Königsetappe des diesjährigen
Transalpine Run erwartete, begann mit einer
kleinen Überraschung, die sich erst viel
später als böse herausstellen sollte: Ich
hatte mir unter der rechten Ferse innen
eine kleine Blase gelaufen. Da sie mich
jedoch (noch) nicht am Laufen hinderte,
nahm ich sie nicht sonderlich ernst. Auf
uns kamen andere Herausforderungen zu. Als
um 7.00 Uhr der Startschuss ertönte, konnte
man allen Gesichtern ansehen, was uns erwartete:
Eine heiße lange Etappe mit vielen vielen
Höhenmetern. Daniela und ich ließen es ruhig
angehen, stellten aber nach den ersten 10
flachen km fest, dass wir wieder ziemlich
schnell unterwegs waren. Wir hatten bereits
zu Beginn des Sommers beim Rennsteiglauf
(73km) und dem Swissalpine Lauf in Davos
(78,5km) gezeigt, dass uns die Ultramarathondistanzen
liegen, dabei hatte es sich jedoch jeweils
nur um 1-Tages-Rennen gehandelt. Dennoch
hielten wir uns an unsere Marschroute aus
den langen Läufen: Lauf dein Tempo, ignorier
die anderen, abgerechnet wird am Schluss.
Daniela hatte einen brillianten Tag und
so liefen wir viel mehr, als im Vorfeld
erwartet. Die 5 „Gipfel“ des Tages arbeiteten
wir Stück für Stück ab und an der Schusterscharte
nahmen wir uns sogar die Zeit für einen
Kuss, bevor es weiterging.Ständig raubten
uns Zäune, manche elektrisch geladen, andere
nur mit rostigem Stacheldraht versehen,
den Rhythmus. Unsere Taktik ging jedoch
auf und so sammelten wir auf der letzten
Steigung des Tages hoch zur Rosswegscharte
viele Teams wieder ein, die früher am Tag
an uns vorbeigestürmt waren. Auf den letzten
7 km mussten wir noch fast 1.300hm absteigen
und da merkte ich langsam, dass die Blase
am Fuß zum Problem werden könnte. Daniela
lief weiter wie ein Uhrwerk und als ich
nach 7:52 Std im Ziel zunächst in ihre Arme
und dann auf den Boden fiel, hatte es sich
mal wieder gezeigt: Frauen sind die besseren
Langstreckenathleten. Belohnt wurden wir
mit einem hervorragenden 11. Platz und guter
Zielverpflegung. Die Rennsemmeln waren als
hervorragende 20. bei den Männern eine knappe
halbe Stunde vor uns ins Ziel gekommen und
zu unserem großen Schrecken war Bernd auch
schon da, allerdings ohne Tilo. Die Magen-Darm-Geschichte
hatte Bernd zur Aufgabe gezwungen und Tilo
war alleine, mit deutlich gedrückter Motivation
und auch schon recht entkräftet weitergelaufen.
Das große Warten begann. Nach 9:18 Std kamen
die Icebugs erschöpft aber gesund. Irgendwann,
es kam mir vor wie Ewigkeiten dann endlich
ein komplett dehydrierter Tilo, der sich
mit purem Willen durch die Etappe gekämpft
hatte. Ich war den Tränen nahe, sowohl aus
Erleichterung, als auch aus Mitleid. Aber
welch Kämpferherz!
Die Pension
war nah und gemütlich, Andreas Massagen
eine Wohltat ohnegleichen und das Essen
am Abend prima. Das schlimmste hatten wir
geschafft, dachte ich.
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Montag,
01. September 3. Etappe:
MITTERSILL (A) - NEUKIRCHEN AM GROSSVENEDIGER (A)
Vertikaldistanz: 1.504 Höhenmeter im Aufstieg, 1.417 Höhenmeter im Abstieg.
Horizontaldistanz: 27,66 Kilometer.
Ø Zeitbedarf: ca. 4 Stunden (10 km/Stunde horizontal,
600 Hm/Stunde vertikal).
Zeitlimits: V1 (Herrnbrücke Bramberg) 056Hm, 9.43Km = 1,5 Std., V2
(Wildkogelhaus) 1.479Hm, 19,78Km = 4,5 Std. (7 km/Stunde horizontal, 500
Hm/Stunde vertikal).
Startzeit: 08.00 Uhr
Höhenprofil 3. Etappe (PDF)
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| offizielle
Etappenbeschreibung: Nach
der überaus harten 2. Etappe stellt mit seinen knapp 1.500 Höhenmetern
und 26 Kilometern der Streckenverlauf der 3. Etappe von Mittersill nach
Neukirchen am Großvenediger eine kleine Erholung auf der Westroute dar.
Trotzdem wartet auf die Teilnehmer mit dem über 1.100 Höhenmeter langen
Anstieg auf den Wildkogel noch einmal eine echte Herausforderung, für
den nur der großartige Ausblick auf die 3.000er der Venedigergruppe im
Nationalpark Hohe Tauern entschädigt. |
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| Tilo:
Heute bin ich dran Nach dem
gestrigen Desaster freue ich mich am Morgen gegen 07:30 Uhr Bernd am Start zu
sehen. Da wir immer in
Frühstückspensionen übernachten, Bernd und Katja aber ihren Bus bevorzugen,
hatten wir uns am Abend nicht gesehen. Er hat sich über Nacht relativ gut
erholt und will es auf jeden Fall versuchen. Nach der gestrigen Hammeretappe,
bei welcher nicht nur viele Einzelausfälle zu beklagen waren, sondern 15 Teams
wegen Zeitüberschreitung aus dem Rennen genommen wurden, gibt es heute die
vermeidlich leichteste Etappe. Nur 27 km
und nur ein Berg mit 1.500 Hm. Vom Start aus können wir fast die gesamte Strecke
sehen, da es erst flach im Tal langgeht und rechts der Wildkogel in seiner
ganzen Pracht vor uns liegt. Wir gehen das ganze heute betont langsam an, damit
wir ja durchkommen. Beim Aufstieg merke ich heute ebenfalls meinen Magen, ich
kann nicht richtig beschleunigen und komme trotz langsamen Tempos schnell außer
Atem. Zum Glück ist es heute nicht so warm und am Gipfelaufbau packe ich sogar
die Jacke aus, um mich gegen den kalten Wind zu schützen. Beim Abstieg vom Gipfel
Richtung 2. Verpflegungsstelle dann die Überraschung: schon von weitem schallen
wieder die Rasseln – unser Fanclub ist mit der Bahn auf den Gipfel gekommen, um
uns anzufeuern. Wir freuen uns wie kleine Kinder und schaffen die letzten 9
km
bergab auch, wenngleich wir zwischendurch immer mal wieder gehen müssen. Team
Rennsemmeln ist -trotz Blasen an Steffens Füßen- schon wieder im Ziel, die beiden
haben bis jetzt einen klasse Wettkampf hingelegt.
Ein
Highlight ist die heutige Pastaparty. Sie findet in der Bergstation der
Wildkogelbahn statt. Nicht nur das sehr gute und sehr reichliche Essen
überzeugen, sondern auch die herrliche Aussicht, selbst wenn Wetterbedingt
viele der 3.000er in den Wolken nicht zu sehen sind. Wir fahren vor den Bildern
des Tages ins Tal. Erstens müssen wir da nicht anstehen und zweitens ist uns
die eine Stunde mehr Schlaf wichtiger. Morgen ist aufstehen wieder 04:45 Uhr
und wir haben alle das Gefühl, dass uns Schlaf gut tut.
Ergebnisse
3. Etappe:
Team
Rennsemmeln: 03:38:15h Men: Platz 21 Gesamt: Platz 45
Team Salomon
5: 04:48:15h Masters:
Platz 45 Gesamt: Platz 178
Tom (Team Sixteen Summits):
Die
dritte Etappe sollte so eine Art Ruhetag
werden, wenn man dem Streckenchef Wolfi
und den Rahmendaten glauben schenken wollte:
10km flach einlaufen, dann 1.500hm und 9
km hoch auf den Wildkogel und wieder 9 km
hinunter. Der Haken an der Sache war jedoch
der Vortag. Denn nach einer solchen Belastung,
stellten auch diese vermeintlich einfachen
Daten eine echte Herausforderung dar, insbesondere,
wenn die Oberschenkel Ärger machten, wie
bei Daniela oder die Blase unter dem Fuß
immer größer und röter wurde. Doch es gab
auch erfreuliches zu vermelden: Bernd war
wieder im Rennen, wenn auch geschwächt und
Tilo hatte sich von den Strapazen des Vortages
gut erholt. Es ist immer wieder erstaunlich,
was der Körper leisten kann, wenn er muss.
Das Wetter war gnädig und nicht so heiß.
Oben auf dem Wildkogel ging sogar ein kühler
Wind, von Zeit zu Zeit extrem verstärkt
durch den Hubschrauber mit Kameramann und
Fotografen. Wer riskiert nicht gerne eine
Lungenentzündung für schöne Bilder. Läufer
sind ein eitles Völkchen. Kurz hinter dem
Wildkogel erwartete uns die jubelnde „Rasselbande“
(Andrea, Alice, Katja, Jona und Lilly) und
gab uns den letzten Motivationskick. So
gepusht, schafften wir den Weg hinab ins
Tal auch noch, obwohl es wehtat. Nach 4:01
Std. waren wir mit dem 16. Platz noch deutlich
besser als erwartet. Die Rennsemmeln waren
schon da. Nach 4:48 Std. kamen Bernd und
Tilo und nach 4:50 Std. Sandra und Michi.
Bis auf Michi hatten alle Probleme mit der
Nahrungsaufnahme gehabt und sich tapfer
ins Ziel gekämpft. Im Ziel gab es Eis und
einen Brunnen zum Beine kühlen. Abends fuhren
wir mit der Gondel wieder hinauf auf den
Wildkogel und genossen im dortigen Bergrestaurant
ein hervorragendes Abendessen, dem man mit
dem Ausdruck „Pastaparty“ nicht gerecht
wurde. Durch Mehrheitsbeschluss wurde entschieden,
auf die Bilder des Tages zu verzichten und
schnell die Betten aufzusuchen, da uns am
nächsten Tag nicht nur die zweite Ultramarathonetappe
mit der Überquerung des Alpenhauptkammes
erwartete, sondern vor allem ein Start um
7 Uhr! --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
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Dienstag,
02. September 4. Etappe:
NEUKIRCHEN AM GROSSVENEDIGER (A) - PRETTAU/AHRNTAL (I)
Vertikaldistanz: 2.051 Höhenmeter im Aufstieg, 1.457 Höhenmeter im Abstieg.
Horizontaldistanz: 46,22 Kilometer.
Ø Zeitbedarf: ca. 6,5 Stunden (10 km/Stunde horizontal, 600 Hm/Stunde vertikal).
Zeitlimits: V1 (Mautst. Krimmler Wasserfälle) 329Hm, 12,47Km = 2,5
Std., V2 (Krimmler Tauernhaus) 881Hm, 22,84Km = 4 Std., V3 (Kehrer Alm)
1.893Hm, 36,95Km = 7 Std. (7 km/Stunde horizontal, 500 Hm/Stunde
vertikal).
Startzeit: 07.00 Uhr
Höhenprofil 4. Etappe (PDF) |
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| offizielle
Etappenbeschreibung: Die
4. Etappe von Neukirchen am Großvenediger nach Prettau im Ahrntal mit
nahezu voller Marathondistanz und 1.850 Höhenmeter über den
Alpenhauptkamm der Tauern führt mit der 2.667 Meter hohen Birnlücke über
den zweithöchsten Punkt des GORE-TEX™ Transalpine-Runs 2008. Ein
landschaftlich einzigartiger Wegverlauf und herrliche Ausblicke
begleiten das Feld auf dem Übergang von Österreich nach Südtirol in das
wunderschöne Ahrntal. Eine kleine Erleichterung auf dieser Etappe
stellt sicherlich das Höhenprofil dar, das nur einen einzigen aber
dafür extrem langen Anstieg bereithält. |
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| Tilo:
Das wird
unser Tag Wieder so eine lange Etappe, 46 km und knapp über 2.000 Hm. Wir starten schon
7 Uhr; heute wird der Alpenhauptkamm überquert. Auch für unser Betreuerteam eine
Herausforderung. Sie müssen fast 200 km fahren, um auf die andere Seite zu
kommen. Umso mehr freuen wir uns, als an der ersten Verpflegungstelle die
Rasseln zu hören sind. Während der
ersten 600 Hm, entlang der landschaftlich herrlichen Krimmler Wasserfälle, merke
ich – heute geht was! Bernd ist am Berg sowieso immer etwas schneller, aber ich
kann heute ein ganz anderes Tempo gehen und habe trotzdem keinerlei
Atemprobleme. Auf den Flachstücken der Söllalm und der Innerkeesalm können wir
Tempo machen und den steilen Anstieg zur Birnlücke (etwa 800 Hm auf 3 km) geht es
auch sehr zügig rauf. Beeindruckend die raue Gletscherlandschaft um uns herum,
schade dass wir keine Kamera dabei haben und es doch sehr bewölkt ist. Ganz
oben ist es kühl, der Wind pfeift uns gehörig um die Ohren, vor allem Bernd,
der doch ein paar Minuten auf mich warten musste. Auf der anderen Seite geht es
steil bergab und im Gegensatz zu den letzten Tagen können wir diesmal schnell
laufen, so macht das Spaß.
Im Ziel freuen sich diesmal alle, es lief gut bei den Dresdner
Durchläufern!
Da in dem kleinen Zielort Prettau keine Unterkünfte zu buchen waren, haben
wir kurzerhand im nur 15 km entfernten nächsten Etappenort Sand in Taufers
gebucht. Deshalb sind wir heute Abend nicht zur Pastaparty sondern in die Pizzeria
um Abendbrot zu essen, was sich als gute Wahl herausstellte.
Ergebnisse
4. Etappe:
Team
Rennsemmeln: 06:16:25h Men: Platz 21 Gesamt: Platz 47
Team Salomon 5: 06:38:28h Masters:
Platz 52 Gesamt: Platz 155
Tom (Team Sixteen Summits):
7.00 Uhr
morgens, verschlafene Gesichter, leicht
bewölkt und der Beginn des Favoritensterbens.
Wer – wie ich – morgens beim Rescue-Team
hockte, um die immer hässlicher aussehende
Blase am Fuß versorgen zu lassen, oder -
wie Daniela – sich Vorsorgetapes bei einem
netten Schwätzchen mit den supernetten Jungs
vom Rescue-Team anlegen zu lassen, der wurde
Zeuge eines bitteren Moments: Das Team Niederdorf,
Führende der Master-Kategorie mit rund 15
Minuten Vorsprung musste aussteigen. Eine
Blase am Fuß zwang zur Aufgabe. Es sollte
nicht das letzte prominente Opfer des Laufes
bleiben. Wir konnten starten, auch wenn
mein Fuß zunehmend schmerzte und mich zu
einem untypischen Laufstil über den Mittelfuß
zwang, da ich nicht schmerzfrei über die
rechte Ferse laufen konnte. Der Effekt war
absehbar: Die rechte Wade wurde immer fester,
da ich rechts aus der Wade lief. Gleichzeitig
blockierte der linke Oberschenkel, da ich
die kompletten Bergabpassagen in den linken
Fuß hineinlief, um den rechten zu schonen.
Andrea musste in den Folgetagen hart an
mir arbeiten, um die Muskulatur wenigstens
ein bisschen zu lockern. Der Tag begann
wieder mit 12 recht flachen Kilometern.
Diese Flachpassagen, die wir anfangs noch
sehr zügig gelaufen waren, fielen uns von
Tag zu Tag schwerer. Aber wir waren nicht
die einzigen, die die Anstiege herbeisehnten.
Nach ca. 1 km riss der rechte Schulterriemen
meines Laufrucksacks aus. „So ein Mist“,
dachte ich, als der Rucksack zwar noch tragbar
aber doch etwas einseitig auf meinem Rücken
hing. An der ersten Verpflegungsstelle nach
12 km konnte ich den Riemen provisorisch
wieder anknoten, so dass der Rucksack wenigstens
hielt. Ebenfalls an der ersten Verpflegungsstation
trafen wir auf die Rennsemmeln, die sonst
nach 10km immer schon recht weit vor uns
waren. Gemeinsam machten wir uns an den
ersten steilen Aufstieg des Tages: Auf einem
schönen breiten Wanderweg ging es immer
an den spektakulären Krimmler Wasserfällen
entlang im Wald nach oben. Steffen und Ralf
waren hinter uns und kamen offenbar auf
uns zu sprechen, was Steffen zu der anerkennend
gemeinten Aussage verleitete, Daniela sei
eine „zähe Kuh“. Ralf – von dem Kompliment
ganz begeistert- lief zu uns vor, um Daniela
„die Blumen“ zu überbringen ohne damit bei
ihr auf viel Gegenliebe zu stoßen. Männer
und Frauen sind eben doch unterschiedlich!
Nach 16 km und rund 800 hm erreichten wir
ein Hochplateau und auf einmal hieß es wieder
Laufen. 13 km ging es nun im wesentlichen
flach mit kleinen Anstiegen gespickt in
ein Hochtal hinauf. Die Sonne kam heraus
und wir liefen mit spektakulären Ausblicken
auf einen Gletscher direkt vor uns immer
nach Süden. Nach 29 km verließen wir die
Forststraße und bogen nach rechts auf einen
Steig ab, der uns auf den nächsten 3 km
1.000 Hm nach oben zur Birnlücke und damit
über den Alpenhauptkamm führen sollte. Im
steilen Anstieg sahen wir die Rennsemmeln
über und Bernd unter uns bis die Wolken
herabsanken und uns kurz vor der Birnlücke
auf knapp 2.700 m ü.NN. in windig feuchten
Nebel hüllten. Auf dem Abstieg sammelten
wir die Rennsemmeln ein und liefen ins Tauferer
Ahrntal im italienischen Südtirol hinab.
Die letzte Verpflegungsstation ließ auf
sich warten und an der Station erfuhren
wir, dass sie 2 km nach hinten hatte verlegt
werden müssen, da es an einer Zufahrtsgenehmigung
fehlte. Die letzten 8 km ging es recht flach
im Tal bergab und wir lieferten uns noch
ein kleines Rennen mit zwei Dänen, die uns
am Ende nicht mehr folgen konnten. Nach
6:13 Std. erreichten wir als 15.Mixed-Team
und erstmalig vor den Rennsemmeln erschöpft
aber glücklich das Ziel. Nur 3 Minuten später
kamen Ralf und Steffen und innerhalb der
nächsten 40 Minuten auch Bernd und Tilo
und Sandra und Michi. Da im winzigkleinen
Prettau keine Zimmer zu haben waren, waren
wir in Sand in Taufers untergebracht. Mit
dem Shuttle ließen wir uns zur Pension fahren
und gingen abends gemeinsam in Sand in Taufers
essen, da das Shuttle-Fahren zur Pasta-Party
viel Zeit gekostet hätte und wir alle zeitig
ins Bett wollten.
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Mittwoch,
03. September 5. Etappe:
PRETTAU/AHRNTAL (I) - SAND IN TAUFERS (I)
Vertikaldistanz: 1.447 Höhenmeter im Aufstieg, 2.048 Höhenmeter im Abstieg.
Horizontaldistanz: 36,82 Kilometer.
Ø Zeitbedarf: ca. 5 Stunden (10 km/Stunde horizontal, 600 Hm/Stunde vertikal).
Zeitlimits: V1 (Abzg. St Jakob) 236Hm, 9,8Km = 2 Std., V2 (Festhalle
St. Johann) 362Hm, 18,67Km = 3 Std., V3 (Speikboden Bergstation)
1.425Hm, 30,34Km = 6 Std. (7 km/Stunde horizontal, 500 Hm/Stunde
vertikal).
Startzeit: 08.00 Uhr
Höhenprofil 5. Etappe (PDF) |
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| offizielle
Etappenbeschreibung: Eingerahmt
von der beeindruckenden Gipfelkette der Zillertaler Alpen im Norden und
der Rieserfernergruppe im Süden ist das Ahrntal nicht nur eines der
schönsten sondern auch der längsten Südtiroler Täler. Auf der 5. Etappe
kommen daher auch die wirklichen Läufer im Teilnehmerfeld auf ihre
Kosten, denn die ersten 22 Kilometer führen leicht fallend aus dem Tal
von Kasern nach Luttach, wo der lange Anstieg auf den Speikboden
wartet. Bei der Endabrechnung in Sand in Taufers werden knapp 1.500
Höhenmeter und 37 Kilometer notiert. |
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| Tilo:
We are
back!!! Diesen Spruch machte Bernd so ungefähr bei km 28 und er sprach mir aus dem
Herzen. Heute früh mit dem Auto nach Prettau; Start 8 Uhr. Die ersten 24 km geht
es faktisch im langgezogenen Ahrntal immer bergab, dem heutigen Etappenziel
entgegen. Zwischendurch immer wieder mal ein kleinerer Anstieg links oder
rechts die Talhänge hoch und vor allem sehen und hören wir unsere Fans an
gleich zwei Stellen. Kurz vor dem heutigen Etappenziel biegen wir scharf rechts
ab und erklimmen den Speikboden, das Skirevier von Sand in Taufers. Auf 6 km geht es 1.000 Hm bergauf. Mitten am
Berg überholen wir das Mixteam Naturpark Lechtal. Magdalena Schiffer hat eine
Wadenverletzung und kann trotzdem noch lächeln als wir vorbeiziehen. Bitter für
die Sieger der vergangenen Jahre, welche auch dieses Jahr knapp auf Platz 2
hinter dem favorisierten Team Salomon (Gaby Steigmeier, Stephan Tassani-Prell)
lagen.
An der Bergstation Speikboden unsere
wunderbaren Fans, die kriegen sich gar nicht ein: Bernd und Tilo vorn, das gab
es nur auf der ersten Etappe und die
sehen auch noch gut aus. Uns geht es heute so was von gut, wir fliegen förmlich
die 1.200 Hm den Berg hinunter. Ein herrlicher Trail steil bergab, aber viel im
Wald auf weichem Nadelboden, der schönste Abstieg der diesjährigen Tour. Vor
allem geht es den Berg herunter und zack ist man im Ziel. Das ist besser als mit
total festen Oberschenkeln noch 5 bis 10 km in irgendeinem Tal langzurennen. Im
Ziel sind wir es heute, welche die anderen beiden versorgen als sie ankommen.
Ergebnisse
5. Etappe:
Team Rennsemmeln: 04:46:15h Men: Platz 22 Gesamt:
Platz 49
Team Salomon
5: 04:17:12h Masters:
Platz 45 Gesamt: Platz 127
Tom (Team Sixteen Summits):
Die
5. Etappe wartete mit einem ungewöhnlichen
Höhenprofil auf die Läufer. Zunächst ging
es 23 km das Ahrntal hinunter. 500Hm bergab,
immer wieder gespickt mit biestigen kleinen
Anstiegen auf wechselndem Terrain: Lange
Asphaltpassagen, rutschige Waldwege, Wiesen-
und Fahrradwege warteten auf uns, bevor
es ab Luttach knapp 1.000 Hm bergan auf
den Speikboden ging. Schon die ersten 23
km hatten sich scheinbar ewig hingezogen.
Der Aufstieg zum Speikboden stellte sich
aber auch nicht als viel besser dar. Zunächst
ging es noch auf recht steilen Waldpfaden
hinauf, so dass man wenigstens zügig an
Höhe gewann. Irgendwann bog der Weg dann
aber auf eine nicht mehr enden wollende
Forststraße ab, die eigentlich zu flach
zum Gehen, für unsere geschundenen Muskeln
aber zu steil zum Laufen war. Nach einer
gefühlten Ewigkeit hörten wir die Anfeuerungsrufe
und Rasseln „unserer Mädels“ und weitere
unendlich lange Minuten später hatten wir
Andrea und Co. und den höchsten Punkt des
Tages am Speikboden erreicht. Ab jetzt ging
es nur noch bergab, was aber an diesem Tag
auch nicht gerade eine Freude war. Danielas
Oberschenkel wollten nicht mehr und als
Daniela bereits relativ weit oben ankündigte,
wohl bergab wegen ihrer Oberschenkel nicht
laufen zu können, sondern gehen zu müssen,
stellte ich mich auf weiterwandern ein.
Anders als erwartet, liefen wir dann aber
doch die gesamte Strecke bergab, wenn auch
langsam. Woher Daniela die Kraft nahm, ist
mir bis heute ein Rätsel. Der Weg war eigentlich
ein schöner weicher Waldweg, der sich allerdings
ziemlich steil bergab durch die Bäume Richtung
Sand in Taufers schlängelte. Von der Schönheit
bekamen wir leider an diesem Tag nicht so
viel mit. Bergablaufen gehört normalerweise
zu unseren Stärken. Jedoch nicht am 5. Tag
und so erlebten wir auch einmal, wie es
den Teams geht, die sich bergab grundsätzlich
schwer tun und auf den letzten Kilometern
immer noch viele Teams passieren lassen
müssen. Uns hat es nicht so gestört. Wir
waren einfach nur dankbar, als uns Andrea
einen Kilometer vor dem Ziel erwartete und
den letzten Kilometer mit vielen aufmunternden
Worten neben uns herlief. Es war einfach
nicht unser Tag. Die Überraschung des Tages
wartete jedoch 200m vor dem Ziel auf uns.
Dort überholten wir nämlich das Team Naturpark
Lechtal, die Mixed-Sieger der beiden Vorjahre
und aktuellen Zweitplatzierten. Magdalena
Schiffer hatte einen dicken Verband am Knie
und es bedurfte keiner großer hellseherischer
Fähigkeiten um vorherzusagen, dass die Beiden
am nächsten Tag nicht mehr starten würden.
Das Rennen hatte sein zweites prominentes
Opfer gefordert und verglichen mit Magdalena
und Markus war unsere Etappe richtig gut
gelaufen. Wir hatten uns gequält, wir hatten
gekämpft und wir waren angekommen. 4:53Std.
und Platz 21 waren sicher nicht unser bestes
Ergebnis aber so sind Etappenrennen: Nur
wer sich auch durch die schweren Tage kämpft,
kommt am Ende ins Ziel und abgerechnet wird
bekanntlich erst am Schluss. Auch die Rennsemmeln
hatten nicht ihren besten Tag erwischt und
waren nur 7 Minuten vor uns im Ziel. Ganz
anders Bernd und Tilo, die ihre Kräfte von
Tag zu Tag wiedererlangten und sich anschickten,
das Feld von hinten aufzurollen: 4:17Std.
und der 18. Platz bei den Masters waren
eindeutige Signale. Sandra und Michi kamen
keine Viertelstunde nach uns ins Ziel und
auch wenn Sandra – wie meist direkt nach
dem Zieleinlauf – etwas ferngesteuert wirkte,
ging es den beiden gut. Insbesondere waren
sie im Gegensatz zum Vorjahr verletzungsfrei
geblieben.
Am Nachmittag
gönnten wir uns als Belohnung für die Strapazen
ein superleckeres Eis, denn Andrea hatte
uns fachkundig beraten: Eis sei gut für
die Oberschenkel, müsste aber von innen
wirken. Gesagt getan! --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
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Donnerstag,
04. September 6. Etappe: SAND IN TAUFERS (I) - ANTHOLZ-MITTERTAL (I)
Vertikaldistanz: 1.983 Höhenmeter im Aufstieg, 1.612 Höhenmeter im Abstieg.
Horizontaldistanz: 24,83 Kilometer.
Ø Zeitbedarf: ca. 4,5 Stunden (10 km/Stunde horizontal,
600 Hm/Stunde vertikal).
Zeitlimits: V1 (Brücke Reinbach) 690Hm, 9,24Km = 2,5 Std., V2
(Rieserfernerhütte) 1.905Hm, 17,23Km = 5,5 Std. (7 km/Stunde horizontal,
500 Hm/Stunde vertikal).
Startzeit: 08.00 Uhr
Höhenprofil 6. Etappe (PDF)
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| offizielle
Etappenbeschreibung: Relativ
kurz aber dafür umso knackiger, das ist die Devise für die 6. Etappe
von Sand in Taufers nach Antholz-Mittertal. Mit 24 Kilometern ist die
Route durch die Rieserfernergruppe zwar die kürzeste aller Etappen beim
Transalpine-Run 2008, doch die knapp 2.000 Höhenmeter haben es in sich.
Steil zieht der Weg vom Reintal, einem Seitental des Ahrntals, zur
Rieserfernerhütte am Gänsebichljoch, mit 2.791 Meter der höchste Punkt
der gesamten Strecke. Eine ideale Route für die „Kletterer“ unter den
Teilnehmern. |
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| Tilo:
Das Dach der
Tour Heute ist wieder 8 Uhr Start, nur 25 km, nur 2.000 Hm, nur ein Berg. Im
Prinzip ein 16 km langer Anstieg bis zum höchsten Punkt, der Riesenfernerhütte
auf 2.792 m. von dort 8 km bergab und wir sind in Antholz. Trotzdem, vor allem im
ersten Teil des Abstiegs sehr alpin, die ersten 200 Hm des Abstieges dürfen
nicht überholt und nicht gerannt werden. Da die Meteologen eine
Schlechtwetterfront ankündigen, ist am Abend vorher nicht klar, ob wir über den
Gipfel laufen können oder nicht. Am Wettkampftag dann während des Rennens
Entwarnung, es gibt zwar Niederschlag, aber da am Gipfel noch etwa 5 Grad plus
sind, ist kein Schnee in Sicht und nur der hätte den schwierigen Abstieg
verhindert. Der lange gleichmäßige Anstieg kommt mir sehr gelegen. Weite Teile
davon kann ich sogar noch rennend zurücklegen, was mein Laufumfeld stöhnend und
kopfschüttelnd zur Kenntnis nimmt. Im Aufstieg überholen wir Team Salomon, das
große Favoritensterben geht also weiter. Stephan hat eine Knieverletzung und
Magenprobleme, es kann jeden treffen, immer und überall. An der schwierigen
Passage haben wir Pech. Vor uns ein „Sportskamerad“ welcher förmlich den Berg
hinunter kriecht und hinter ihm wird die Schlange immer länger. Unsere Bitte,
doch mal kurz beiseite zu treten, wird erst ignoriert, dann werden wir
beschimpft. Rein formal gesehen hat er sogar recht, es ist von Wolfi verboten
worden zu überholen und zu rennen. Wäre er fair gewesen, einmal für ca. 10
Sekunden zur Seite zu treten und die 8 Sportler hinter sich vorbei zu lassen,
wären wir geschätzte 10 Minuten eher im Ziel gewesen. Es ist aber das einzige
Mal, dass ich während des ganzen Rennens so etwas wie Unsportlichkeit erlebe, die
Regel ist eigentlich, dass sich alle gegenseitig helfen, bedauern,
aufmuntern und anfeuern. Genau das macht auch den besonderen Reiz dieses
Rennens aus. Wir haken die Sache schnell ab (gewinnen können wir eh nicht mehr)
und fliegen wiederum ins Tal. Heute erreichen wir unser bestes Ergebnis, Platz
14 bei den Masters und in der Gesamttageswertung Platz 44. Steffen und Ralf
kämpfen sich ebenfalls durch, Respekt!! Wenn ich früh und abends die Blasen
sehe, welche an Steffens Füßen zu sehen sind und wenn ich sehe wie er humpelt,
wenn er nicht rennt, bin ich so was von froh, dass meine Füße halten. Ralf hat
eher Schmerzen in den Oberschenkeln, vor allem das bergab laufen bereitet ihm
Probleme.
Ergebnisse
6. Etappe:
Team
Rennsemmeln: 04:47:23h Men: Platz 24 Gesamt: Platz 56
Team Salomon
5: 04:03:26h Masters:
Platz 38 Gesamt: Platz 115
Tom (Team Sixteen Summits):
Das
Eis hatte gewirkt und unsere Oberschenkel
fühlten sich tatsächlich am nächsten Morgen
wieder frisch(er) und einigermaßen erholt
an. Das war gut so, denn die heutige Etappe
war uns geradezu auf den Leib geschnitten:
Steil, hochalpin und technisch anspruchsvoll.
Es ging knapp 2.000Hm bergauf zur Riesenfernerhütte
und anschließend 1.600 teils sehr anspruchsvolle
Höhenmeter bergab nach Antholz. Bereits
nach knapp 3 km begann der Anstieg. Zunächst
noch im Wald auf einem schönen Wanderweg
zur Tolburg hoch mussten wir schon nach
4,5 km auf die glücklicherweise wenig befahrene
Autostraße abbiegen. Diese führte uns die
nächsten 5 km im Tal hoch und sowohl Daniela
als auch ich waren überrascht, wie viel
Kraft die Beine wieder zur Verfügung stellten,
so dass wir immer wieder Teile der recht
steilen Straße laufen konnten. Nach 9 km
hatte die Asphaltqual ein Ende und es ging
an der ersten Verpflegungsstation auf
einen Steig, der mit zunehmender Höhe immer
alpiner wurde. Hier konnten wir endlich
unsere Berg- und Kettererfahrung und hohe
Trittsicherheit ausspielen. Es lief wieder
und wir liefen mit. An der Riesenfernerhütte,
dem höchsten Punkt des Rennens (2.792m)
wehte ein kalter Wind und es war bedeckt.
Also hielten wir uns nicht lange auf und
machten uns an den technisch anspruchsvollen
Abstieg. Der Weg war über mehrere hundert
Meter mit Holzbalken als Stufen befestigt,
die feucht und glitschig waren. Daher galt
auf der kompletten gefährlichen Passage
Lauf- und Überholverbot. Wir hatten Glück
und fanden uns nicht in einer langsamen
Gruppe sondern mit recht viel Platz nach
vorne und hinten wieder. Vor uns waren Ralf
und Steffen, auf die wir langsam aufliefen
und die wir kurz nach der gefährlichen Passage
überholten. Wenig später sahen wir rechts
zwei Personen in blauen Trikots mit der
Aufschrift „Leader Mixed“ stehen: Stephan
Tassani-Prell und Gaby Steigmeier. Die beiden
hatten das Rennen bis dahin nach Belieben
dominiert, doch ein Muskelfaserriss im Oberschenkel
zwang Stephan am nächsten Tag zur Aufgabe.
Das Favoritensterben ging munter weiter.
Wir liefen, hüpften und sprangen ins Tal,
so gut die Muskeln eben noch mitmachten
und kamen nach 4:39 Std hochzufrieden als
15. ins Ziel. Tilo und Bernd hatten sich
in 4:03Std. den Frust der ersten Tage von
der Seele gerannt und mit einem 14.Platz
bei den Masters gezeigt, wo sie eigentlich
hingehört hätten. Steffen und Ralf kamen
acht Minuten nach uns in Antholz an. Die
steilen Abstiege lagen ihnen nicht so. Dennoch
hatten sie sich ausgezeichnet geschlagen.
Auch die Icebugs waren nach 5:33 Std. im
Ziel. Eine ausgezeichnete Zeit, wenn man
bedenkt, dass das hochalpine Terrain Sandra
gar nicht liegt. Aber auch da zeigte sich:
„Übung macht den Meister“ und Sandra wurde
auf ihren „Angstpassagen“von Tag zu Tag
besser und sicherer. Unsere Pension war
ein paar Dörfer weiter und dort angekommen
verkroch ich mich erstmal ins Bett, wo ich
Fieberschübe und Schüttelfrost bekam. Ich
schob es auf die Erschöpfung und entschied
mich für das Bett und gegen die Pastaparty.
Später sollte sich herausstellen, dass sich
die Blase an meinem Fuß mit aggressiven
Bakterien infiziert hatte und ich auf dem
besten Weg zu einer Blutvergiftung war.
Nachher ist man immer schlauer. --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
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Freitag,
05. September 7. Etappe:
ANTHOLZ-MITTERTAL (I) - NIEDERDORF IM PUSTERTAL (I)
Vertikaldistanz: 2.788 Höhenmeter im Aufstieg, 2.870 Höhenmeter im Abstieg.
Horizontaldistanz: 42,195 Kilometer.
Ø Zeitbedarf: ca. 7 Stunden (10 km/Stunde horizontal,
600 Hm/Stunde vertikal).
Zeitlimits: V1 (Ochsenfelder Alm) 1.193Hm, 0,79Km = 3,5 Std., V2
(Überquerung Str. Gsiestal) 1.200Hm, 18,17Km = 4,5 Std., V3 (Gasthof
Kurterhof) 2.580Hm, 33,02Km = 7,5 Std. (7 km/Stunde horizontal, 500
Hm/Stunde vertikal).
Startzeit: 07.00 Uhr
Höhenprofil 7. Etappe (PDF)
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| offizielle
Etappenbeschreibung: Auch
auf der 7. Etappe von Antholz-Mittertal nach Niederdorf im Pustertal
erwarten die Teilnehmer wieder einen Marathontag. Über 40 Kilometer und
knapp 2.800 Höhenmeter, das dürfte nach der 2. Etappe der härteste aller
Teilabschnitte auf dem Weg in die Dolomiten sein. Vom Antholzer Tal
geht es zunächst über die Grüblscharte ins Gsiestal, bevor ein letzter
steiler Anstieg in die westlich vorgelagerten Berge der Defregger Alpen
führt. Wunderschöne Steige und einzigartige Ausblicke in die Sextener
Dolomiten entschädigen hoffentlich für die Strapazen dieser Route. |
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| Tilo:
Heute ist „beißen“
angesagt! Die heutige Etappe ist noch mal ein Hammer, welcher allen einen Schauer
über den Rücken jagt. 42 km, 2 hohe Anstiege mit insgesamt 2.800 Hm, also fast wie
der 2. Tag. Nur haben wir jetzt schon über 200 km und 11.000 Hm in den Beinen.
Jetzt die gute Nachricht, morgen ab Mittag erhöhte Gewitterneigung und der 2. Gipfel
ist sehr exponiert. Da um diese Zeit das Teilnehmerfeld auf etwa 5 h
auseinandergezogen sein wird, ist den Verantwortlichen das Risiko einfach zu groß
und sie entscheiden sich schon am Abend vorher für die Alternativroute. Das
spart uns etwa 7 km und 1.000 Hm. Komisch, ich habe keinen gesehen, der sich
beschwert oder darüber traurig ist, auch ich freue mich über die Erleichterung,
schwer genug ist die Etappe trotzdem noch.
Es geht vom Start weg bergauf und nach 8 km und 1.200 Hm erreichen wir die
Grüblscharte. Von dort bergab, Rast an der Ochsenfelder Alm und weiter bergab
ins Gsiestal. Dort die 2. Verpflegung und nun leicht bergauf statt steil, bis
zum Eggerberg. Von dort oben noch 600 Hm bergab und wir sind in Niederndorf. Bei
uns läuft es faktisch von Tag zu Tag besser, bei Bernd geht es seit der 4.
Etappe immer besser und mir ging es außer dem 3.Tag eigentlich immer ganz gut. Ich
merke aber, dass es hinten raus bei mir immer besser läuft und das will ich
heute noch mal zeigen. Als die Kräfte in der 2. Etappenhälfte schwinden, fange
ich an zu „beißen“ und ohne Rücksicht auf Verschleiß laufen wir ins Ziel. Dort
bin ich völlig k.o. aber trotzdem hochzufrieden. Nach einer halben Stunde
sitzen, viel essen und trinken ist alles wieder gut.
Ergebnisse
7. Etappe:
Team
Rennsemmeln: 04:42:16h Men: Platz 24 Gesamt: Platz 54
Team Salomon
5: 04:21:34h Masters:
Platz 36 Gesamt: Platz 109
Tom (Team Sixteen Summits):
Nach
15 Stunden im Bett fühlte ich mich am Morgen
des 7. Tages zwar noch ziemlich zerschlagen
aber fit genug, um zu starten. Vor allem
war ich dankbar, dass die Etappe aufgrund
drohenden Gewitters entschärft worden war.
Statt der geplanten 42,195 km und 2.788
Hm über Grübelscharte, Hochhorn und Hochhorngrat
erwarteten uns heute nur 34 km und rund
1.800Hm. Die Veranstalter hatten sich entschlossen,
den Weg nicht über das Hochhorn und den
Hochhorngrat zu führen, da auf diesem hochalpinen
und exponierten Steig die Gefahren bei Gewitter
und Sturm nicht mehr beherrschbar gewesen
wären. Eine Entscheidung für die Sicherheit
der Läufer, die gerade vor dem Hintergrund des
Dramas beim diesjährigen Zugspitzlauf auf
viel Verständnis und Zustimmung stieß. Mir
war die Streckenverkürzung besonders recht.
Der Fuß wurde nicht besser und die letzte
Nacht hatte mein Vertrauen in die eigenen
Kräfte nicht gerade gestärkt. Statt um 7.00
Uhr wurde um 8.00 Uhr gestartet und bereits
nach 1,5 km begann der Aufstieg zur Grüblscharte.
Wie an einer Perlenschnur aufgereiht stiegen
wir in Serpentinen auf einem schmalen Steig
bergan bis wir nach knapp 8 km und 1.200
Hm die Grüblscharte erreichten. Es hatte
begonnen zu nieseln und mir war kalt. Bernd,
Tilo, Steffen und Ralf hatten sich bereits
frühzeitig nach vorne verabschiedet und
Michi und Sandra waren nur wenige Meter
hinter uns, als wir uns durch Wiesen- und
Waldwege auf den Abstieg zur ersten Verpflegungsstation
machten. Ab da ging es auf einer Forststraße
weiter im leichten Regen flach bergab ins
Tal, wo wir nach 18 km Andrea, Alice und
Katja sowie die zweite Verpflegung erreichten.
Statt uns nun auf das Hochhorn zu führen,
verlief der Weg im Tal auf Wander- und Fahrradwegen
hinab, bis wir talauswärts links auf eine
Forststraße abbogen, die uns die nächsten
Kilometer stetig bergauf zum Ratsberg führte.
Die Straße zog sich im Wald nicht allzu
steil bergauf und wenn man Kraft gehabt
hätte, hätte man große Passagen laufen können.
Uns fehlte sie. Also gingen wir schnellstmöglich
im mittelgebirgsartigen Gelände der dritten
Verpflegung entgegen. Beim Blick zurück
sahen wir noch Sandra und Michi um die Ecke
biegen, als wir die Station verließen. Nach
weiteren 2 km erreichten wir den Ratsberg
und machten uns auf die letzten 7 abfallenden
Kilometer. Wider Erwarten konnten wir sogar
wieder laufen und nach 4:57 Std. nahm auch
diese Etappe ein Ende. Der 22. Rang war
uns völlig egal. Mittlerweile ging es nur
noch darum, in Sexten anzukommen. Keine
Minute nach uns kamen auch unsere Icebugs
ins Ziel. Bernd und Tilo waren dort bereits
seit einer guten halben und Ralf und Steffen
einer viertel Stunde. Am Abend gab es bei
der Pastaparty Reis mit Reis, wonach nicht
allen der Sinn stand, so dass Sandra, Michi,
Andrea, Alice, Daniela und ich in ein Restaurant
gingen, das offenbar mit dem Ansturm von
etwa 20-30 Läufern komplett überfordert
war. Daniela bestellte ihr Cordon Bleu nach
über einer Stunde Wartezeit wieder ab. Ich
hielt daran fest. Als es dann nach knapp
anderthalb Stunden kam, war der Hunger allerdings
weg und das Essen schmeckte auch nur mäßig.
Schöne Bilder des Tages und die Aussicht,
am nächsten Tag durch eine der spektakulärsten
Landschaften der Welt zum Endziel zu laufen,
versöhnten uns mit dem Abend und wir fielen
todmüde ins Bett.
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Sonnabend,
06. September 8.
Etappe: NIEDERDORF IM PUSTERTAL (I) - SEXTEN (I)
Vertikaldistanz: 2.120 Höhenmeter im Aufstieg, 1.969 Höhenmeter im Abstieg.
Horizontaldistanz: 33,88 Kilometer.
Ø Zeitbedarf: ca. 5,5 Stunden (10 km/Stunde horizontal,
600 Hm/Stunde vertikal).
Zeitlimits: V1 (P Überquerung Str. Toblach-Cortina) 166Hm, 9,8Km = 2
Std., V2 (Dreizinnenhütte) 2.097Hm, 22,96Km = 5,5 Std., V3
(Talschlußhütte) 2.110Hm, 28,22Km = 7 Std. (7 km/Stunde horizontal, 500
Hm/Stunde vertikal).
Startzeit: 08.00 Uhr
Höhenprofil 8. Etappe (PDF)
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| offizielle
Etappenbeschreibung: Die
Schlussetappe des GORE-TEX™ Transalpine-Run 2008 führt von Niederdorf
im Pustertal in den herrlich gelegenen Dolomitenort Sexten. Bevor
allerdings die Ziellinie in Sexten überquert werden kann, heißt es noch
einmal einen echten Marathon zu absolvieren, der es zudem mit knapp
2.200 Höhenmetern wirklich in sich hat. Die Kulisse dieser Etappe könnte
allerdings nicht atemberaubender und schöner sein, denn mit den Drei
Zinnen, dem Wahrzeichen der Dolomiten, erreicht das Teilnehmerfeld nach
einer ereignisreichen und unvergesslichen Woche endlich das ersehnte
Ziel.
Tilo:
Das krönende Finale
Alle die
heute an den Start gehen schaffen es! Es ist so ein bisschen wie die letzte
Etappe der Tour de France, wo auch schon mal während des Rennens ein Gläschen
Prosecco getrunken wird. Die Strecke heute geht unmittelbar an den drei Zinnen
vorbei, eine Gegend in die ich als Bergsteiger schon seit vielen Jahren einmal
will. Am Start mache ich Bernd den Vorschlag, heute nicht auf die Zeit zu achten
sondern die Strecke mit Ralf und Steffen gemeinsam zu absolvieren. Bernd stimmt
zu, für uns geht es sowieso um nichts mehr, also ist heute genießen angesagt. Während
des Laufens merken wir schnell, bei Ralf und Steffen geht heute nicht mehr so
viel. So wie die Füße von Steffen aussehen, sind die Schmerzen bestimmt ganz übel
und Ralf scheint neben den schmerzenden Muskeln auch ein kleines mentales
Problem zu haben. Hallo Ralfi, weißt du warum wir das hier freiwillig machen:
weil`s Spaß macht!!
Scherz beiseite, die beiden freuen sich wie wir auch, dass es der letzte Tag ist
und morgen mal nicht laufen auf dem Tagesplan steht. Von Niederdorf geht es im
Tal am Toblacher See vorbei erst einmal 10 km flach bis zur ersten Verpflegung.
Ab da laufen wir den immer steiler werdenden Singletrail Richtung
Lückelescharte hinauf. Erst noch durch
Wald, später über das typisch weiße Gestein, welches dem Gebirge seinen
Spitznahmen verlieh „die bleichen Berge“. Am Berg gehe ich heute ganz
entspannt nach oben und staune was das für einen Unterschied ausmacht, wenn man
nicht am Limit läuft. Eine völlig neue, aber sehr angenehme Erfahrung. Ich habe
genügend Zeit die schöne Umgebung zu genießen, nur Schade, dass der Accu an
Bernds Fotoapparat nach 2 Bildern seinen Geist aufgibt. Unter der Scharte sogar
noch einmal eine Stelle wo wir ein bisschen Klettern können, einfach herrlich.
Diese Abschnitte haben wir vermisst, das ist unser Terrain. Beim Blick zurück
können wir unter uns die Rennsemmeln erkennen, sie liegen geschätzte 10 min
hinter uns. Das war der letzte große Aufstieg der Tour, 1.200 Hm auf 5 km, jetzt
haben wir es endgültig geschafft. Vom Joch joggen, also ganz locker bergab und
auf der anderen Seite hoch zum Gwengalpenjoch. Dort die große Überraschung. Den
Kerl mit der Kamera kenne wir doch, oder? Mark, ein guter Freund, ist gestern
mit seiner Freundin Nadine in Niederndorf
angekommen. Ursprünglich wollte er selbst mitlaufen und jetzt ist er ganz heiß
drauf, wenigstens ein bisschen „Atmosphäre“ zu schnuppern. Jetzt sind sie hoch
zur Dreizinnenhütte gewandert und empfangen uns mit ohrenbetäubendem Lärm. Mark
macht einige schöne Fotos von uns und wir laufen weiter zur Hütte, der 2.
Verpflegungstelle des heutigen Tages. Am liebsten hätte er wohl heute früh die
Laufschuhe geschnürt und wäre mit uns mitgelaufen, nächstes Jahr, da gehe ich
jede Wette ein, steht sein Name mit auf der Startliste.
An der Dreizinnenhütte besorgt Bernd erst mal 4 Radler und als Ralfi und Steffen
ankommen stoßen wir erst mal an. Beim
anschließenden Abstieg bis zur Talschlusshütte genießen Bernd und ich noch
einmal den Rausch der Geschwindigkeit, er lässt sich einfach herrlich runter
rennen. Steffen und Ralf lassen die
Sache etwas geruhsamer angehen und so können wir km 5 und 4 vor dem Ziel
wandernd zurücklegen ehe die beiden wieder aufschließen. Die letzten 3 km laufen
wir gemeinsam und je näher wir dem Ziel kommen, desto mehr hellen sich Ihre
Minen auf. Spätestens als Ralf schließlich bemerkt, dass es eigentlich schade
sei, dass wir morgen gar nicht den vor uns liegenden Gegenhang hinaufrennen
müssen, haben wir alle beste Laune. Jetzt ist das Ziel schon zu hören, noch
eine Rechtskurve und da sind sie zum
letzten Male, die Rasseln unserer treuen Fans. Ein Küsschen für Andrea und wir
überqueren geschafft aber überglücklich gemeinsam zu viert die Ziellinie! Jetzt gibt
es für jeden die Medaille und dann liege ich mir auch schon mit Andrea und
Alice in den Armen. Die beiden waren eine Woche lang hautnah dabei und sind von
dem Finale genauso überwältigt wie wir Läufer.
Nachdem wir uns etwas beruhigt haben, schlagen wir uns im Zielgelände den Magen
voll und beobachten die später einlaufenden Läufer. Überall das gleiche,
jubelnd, weinend, schreiend, auf jeden Fall überglücklich überquert ein Team
nach dem anderen die Ziellinie. Ich kriege beim Schreiben schon wieder
Gänsehaut.
Jetzt schnell in die Unterkunft, duschen und zurück zur Abschlussparty. Schon 15
km vor dem Ziel beklatschte uns ein
Wanderer mit den Worten „heute Abend gibt es Ochsen am Spieß“.
Ergebnisse
8. Etappe:
Team
Rennsemmeln: 05:51:36h Men: Platz 24 Gesamt: Platz 57
Team Salomon
5: 05:51:36h Masters:
Platz 36 Gesamt: Platz 104
Zur
großen Abschlussparty im Festsaal von Sexten können wir
einen
ganzen Tisch ergattern und in Ruhe das Abschlussessen und die Siegerehrung genießen.
Zwischen den ganzen Dankesreden und Ehrungen ergreift heute Abend auch Bernd
das Wort. Er steht mit Jona im Arm auf der Bühne und erklärt vor allen Gästen
seine Liebe zu Katja, mit der anschließenden Frage, ob sie will (na ihr wisst
schon…) Das OK geht im tosenden Applaus von 500 Menschen unter.
Jetzt kommt der für alle wichtigste
Teil, welchem ich ein bisschen wehmütig entgegen sehe. Die Übergabe der
Finishershirts. Mit der Startnummer 5 werde ich als einer der ersten auf die
Bühne gerufen, leider darf aber Bernd nicht mit vor. Effektiv ist er gerade mal
20 km weniger gelaufen als ich, gequält hat er sich allemal mehr, trotzdem
besagen die Regeln, dass er keins bekommt, irgendwie doch ungerecht. Zum
Abschlussfoto versammeln sich noch einmal alle auf der Bühne und der "Highway to
Hell" putscht ein letztes Mal alle auf.
Ab jetzt heizt ein DJ den Massen ein, wir verlassen die Party jedoch, erstens
sind wir doch ziemlich müde, zweitens wollen wir morgen zeitig losfahren.
Auf der Rückfahrt Regenwetter in Österreich, Stau bei München, ich könnte die
ganze Zeit schlafen, war doch ein bisschen anstrengend die letzte Woche.
Tom (Team Sixteen Summits):
Durch
das Herz der Dolomiten sollte es an den
drei Zinnen vorbei nach Sexten - Zielort
des 4. Transalpine Run – gehen. Das Wetter
meinte es wieder gut mit uns. Es war teils
sonnig, teils leicht bewölkt aber nicht
zu warm. Daniela hatte Magen- Darm-Probleme
und lief daher erstmalig ohne eigene Trinkblase.
Mir ging es wieder besser und die Aussicht,
heute ins Ziel zu kommen, entfesselte letzte
Kräfte. Zunächst ging es 10 km flach im
Tal hinauf Richtung Cortina auf einem breiten
Wanderweg. Echtes Laufterrain! Das letzte,
was wir heute gebrauchen konnten. Auch wenn
uns ganz und gar nicht danach war: Wir liefen,
jedenfalls meistens. Die ersten 10 km waren
für uns die schwersten des Tages. Die Beine
wollten nicht mehr. Der Kopf eigentlich
auch nicht. Nur der Wille zwang uns vorwärts.
Bernd, Tilo, Steffen, Ralf, Sandra und Michi
verschwanden bald vor uns. Jeder kämpfte
nur noch mit sich selbst. Endlich nahm die
Qual ein Ende und es ging 1.250 Hm steil
bergauf zur Lückelescharte. Daniela legte
einen ausgezeichneten gleichmäßigen Schritt
vor und wir reihten uns in den Zug der Läufer
ein. Unser koreanischer Mitstreiter wuselte ständig
um uns herum, damit beschäftigt, jeden Moment
des Rennens foto- bzw. videografisch festzuhalten.
Der gute Mann war die komplette Transalpine-Run-Strecke
mit einer digitalen Spiegelreflexkamera
in der einen und einer Videokamera in der
anderen Hand gelaufen. Kaum vorzustellen,
wie schnell er ohne Kameras hätte sein können.
Daniela zeigte sich davon überzeugt, dass
es sich um einen Journalisten handeln müsse
und im nächsten Jahr halb Korea hier am
Start sei. Das einzig negative Erlebnniss
hatten wir wenige Meter vor der Lückelescharte,
als im unwegsamen Geröll ein Mitläufer meinte,
querfeldein überholen zu müssen und dabei
etliche Steine direkt über uns lostrat.
Als ob er das Rennen noch hätte gewinnen
können... Auf der Lückelescharte trafen
wir Sandra und Michi. Sandra hatte Nasenbluten
bekommen und sich gerade vom stets bereiten
Rescueteam versorgen lassen. Diese Jungs
sind wirklich unglaublich. An den unmöglichsten
Stellen stehen sie mit Mountainbikes, Motocrossrädern
oder zu Fuß, um ihre Hilfe anzubieten oder
einfach nur anzufeuern. Nach der Lückelescharte
fanden wir uns auf einmal im Herzen der
Dolomiten wieder. Zwischen Zwölferkogel,
Dreischusterspitze und Drei Zinnen ging
es zunächst bergab und dann wieder bergauf
zum Gwengalpenjoch. Über Klettersteige,
alpine Wanderwege und Hochalmen liefen wir
Richtung Drei- Zinnen-Hütte, wo die zweite
Verpflegung auf uns wartete. Und sie ließ
auf sich warten. Die 13 km zwischen den
Stationen wollten kein Ende nehmen. Nun
rächte sich auch, dass wir nur eine Wasserblase
dabei hatten. Der Mund wurde immer trockener,
das Verlangen nach Essen und Getränken nahm
minütlich zu. Da wir ohnehin keinen dritten
Schuster dabei hatten, verzichteten wir
auf einen Abstecher zur Drei-Schuster-Hütte.
Als wir endlich an der Drei-Zinnen-Hütte
ankamen, stürzte ich mich auf die Orangen
und nahm dabei nicht einmal wahr, dass Sandras
Vater Walter an der Hütte stand und uns
aber insbesondere Sandra und Michi erwartete.
Auch Daniela war zu ausführlicher Konversation
nicht mehr in der Lage und so machten wir
uns an den letzten Abstieg des Laufes. Wir
kannten den Weg vom letztjährigen Drei-Zinnen-Lauf
schon und er war weder kürzer noch einfacher
geworden. An der Talschlusshütte verließen
wir das alpine Gelände und liefen auf den
letzten 5 km unserem persönlichen Triumph
entgegen. 500m vor dem Ziel bekamen wir
ein Gläßchen Prosecco mit Orangensaft,das
wir genossen und kurz darauf waren wir nach
6:10Std. als 20. Mixedteam im Ziel. Leider
hatten wir es versäumt, kurz vor dem Ziel
nach hinten zu schauen, sonst hätten wir
Sandra und Michi gesehen, die keine Minute
hinter uns waren. Schade, denn ein gemeinsamer
Zieleinlauf, wie ihn Steffen, Ralf, Tilo
und Bernd 20 Minuten vorher hatten, blieb
uns damit verwehrt. Von der Finisherparty
erlebte ich leider nur das erste Drittel,
da mein Immunsystem am Abend den Dienst
quittierte. Michi fuhr mich in die Pension,
wo ich von Fieber und Schüttelfrost geplagt
eine schlechte Nacht durchlebte. So verpasste
ich auch, dass Bernd seiner Katja vor allen
Leuten auf der Bühne einen Heiratsantrag
machte, der auf Gegenliebe stieß. Auch auf
dem Finisherfoto sucht man mich vergebens.
Auf mein Finisher-T-Shirt bin ich deswegen
nicht weniger stolz und Daniela hat auch
am letzten Abend die Farben unseres Teams
bravourös hochgehalten. Am Ende erzielten
wir einen für uns hervorragenden 14. Rang
in der Mixed- Wertung. Die Icebugs waren
konservativ gelaufen, hatten Verletzungen
vermieden und erzielten einen guten 27.
Platz. Die Rennsemmeln wurden bei den Herren
ausgezeichnete 24. und Team Salomon 5 in
der Masters-Katgorie 36., was aber nicht
annähernd ihrem Leistungsniveau entsprach,
sondern an der Strafzeit für das Aussteigen
auf der 2. Etappe und den gesundheitlichen
Problemen der ersten Tage lag. Die Härte
des Rennens lässt sich daran ablesen, dass
von über 240 gestarteten Teams nur 167 Teams
das Ziel erreichten. In der Mixed-Kategorie
kamen 50 von 65 gestarteten Teams an, die
beiden deutlich führenden Teams kamen beide
nicht ins Ziel. Für mich hatte der Lauf
noch ein übles Nachspiel. Ich erlitt eine
Blutvergiftung und das rechte Bein entzündete
sich knieabwärts (Phlegmone) so kritisch,
dass ich nach 2 Wochen Krankenhausaufenthalt
und bisher 3 Operationen am Fuß zum Entfernen
abgestorbenen Gewebes noch nicht absehen
kann, wann es wieder mit Sport losgeht.
Daniela läuft schon wieder mit Spaß. Ich
habe auch wieder Lust darauf und trotz aller
Komplikationen: Ja,
ich würde es wieder tun!
Tom
Versuch
eines Fazits:
Es war wieder ein großartiges Erlebnis, mit unwahrscheinlich intensiven
Eindrücken.
Die neue Route finde ich schwerer, obwohl sie rein technisch gesehen eher
leichter zu laufen ist. Aber die Mehrkilometer, das mehrmalige frühe Aufstehen,
das später im Ziel ankommen und der fehlende "Ruhetag“ ergeben in der Summe weniger
Erholungszeit und damit größere Anstrengung. Kompensiert haben wir das mit dem
Weglassen einiger Pastapartys und der täglichen Massage von Andrea. Darauf
haben sich alle immer ganz doll gefreut, die Massagebank war abends immer der
zentrale Anlaufpunkt für uns Läufer und Andrea nicht nur Physio- sondern
manches Mal auch Psychotherapeutin. Überhaupt gebührt unserem Betreuungsteam
besonderer Dank. Sie kümmerten sich um alles wenn wir gestartet waren, und im
Ziel war immer schon alles vorbereitet, wir brauchten quasi nur zu laufen.
Zwischendurch standen die Mädels aber immer noch so oft wie möglich an der
Strecke und feuerten uns an. Im Laufe der Etappen wurden sie zu einem der
bekanntesten Fanclubs und viele Teams bedankten sich im Ziel für diese
Unterstützung. Danke!!!
Ralf:
Da die bereits vorhandenen Berichte diesen Lauf sehr schön
beschreiben – von mir nur ein kurzes Fazit: Das ist eine supergut organisierte, extrem anspruchsvolle
Laufveranstaltung, die ich nicht mehr vergessen, aber sicherlich auch nicht
wiederholen werde. (Das habe ich meiner Frau geschworen!) Ich hätte nicht vermutet, wieweit man seinen Körper an das
absolute Limit führen kann und vielleicht auch darüber. So, jetzt geht es mit
den Danksagungen los. Zuerst möchte ich meinem Laufpartner Steffen danksagen, dass
er mich nicht allein hat weiterlaufen lassen, obwohl seine Füße echt
katastrophal aussahen und ich mir die Schmerzen
zu Beginn eines jeden Tages nicht einmal vorstellen möchte. Danke an unsere Fans Katja und Alice, aber insbesondere
natürlich an Andrea, die uns nicht nur jeden Nachmittag wieder fit gemacht hat,
sondern auch Mentaltrainer vor jedem Start war. Wenn ich mir jetzt die Berichte und Bilder so ansehe, bin
ich echt stolz auf uns und die Leiden habe ich schon wieder fast vergessen. Naja, es gibt da ja noch die Westroute...... Ralf
Steffen:
Auch ich möchte mein persönliches Fazit, meine Gedanken und
meinen Dank zu diesem Irrsinn zum Ausdruck bringen. Nach dem überqueren der Ziellinie war ich völlig leer, ohne
Gefühle und Emotionen. Ich befand mich irgendwo im Vakuum zwischen -
„ich lebe - es ist vorbei“, - „ich habe es geschafft- nie wieder“, - „keinen Schritt mehr - was kann denn jetzt noch
kommen“, - „werde ich jemals auf meinen Füssen schmerzfrei
gehen können…“. Der Stolz, das Glück und die Zufriedenheit wollten sich
nicht so richtig einstellen, vermutlich fehlte dazu einfach die Kraft….. Es war
etwas zu Ende auf das ich einen Grossteil meiner Energie verwendet hatte und
ein ¾ Jahr hingearbeitet hatte und nun war nix übrig außer Schmerzen und eben
diese Leere und die Gewissheit an meinem Ziel angekommen zu sein. Ich habe mich
sofort dem Schwur von Ralf angeschlossen, diesen Irrsinn nicht noch einmal! Über vier Wochen nach dem Ende des Gore-Tex 2008 habe ich
noch immer mit der Blase am rechten Fuß zu kämpfen, aber ich weis es gibt
schlimmere Sachen, siehe Thomas! Jegliche Versuche eine schnellere Gangart als
Gehen einzulegen sind derzeit noch zum Scheitern verurteilt, aber ich freue
mich schon darauf, wenn es wieder läuft……und………
inzwischen bin ich
stolz - und zwar mächtig stolz - und dankbar was damals, in der Woche mit
den vielen Schmerzen, passiert ist….
- die
Freundschaft zwischen Ralf, Tilo, Bernd und mir
- die
Verbundenheit mit Daniela, Sandra, Thomas und Michael (Daniela wird wohl
drauf verzichten weil ich doch so unsensible Komplimente mache…. Ich
entschuldige mich nicht, denn es war ein ehrliches, überzeugtes Kompliment
- ausschließlich positiv zu verstehen. Jegliche situationsfremde
Interpretation und Wiederholung des Komplimentes wird diesem nicht
gerecht!)
- die hervorragende,
einzigartige, unbezahlbare Unterstützung vom Fanblock Andrea, Alice und
Katja
inzwischen habe ich
begriffen
- es
gibt Blasen in der Blase der Blase der Blase…….
was
wir unseren Körpern zugemutet haben, was wir geleistet haben
- dass
unser Wille uns über die Alpen getragen hat
- dass
ich das alleine nicht schaffen möchte, sondern immer mit Freunden
- dass
es ein riesiger Erfolg ist, der unzerstörbar ist
inzwischen bin ich mir
nicht mehr so ganz sicher, dass mir so ein Irrsinn nicht doch noch mal
passiert
- richtig
stolz es geschafft zu haben
- glücklich
dabei gewesen zu sein
inzwischen sind mir
neue Ziele eingefallen und ich habe auch schon ein paar erreicht, ich sage
nur:
-
neue Fenster
-
Fussbodenheizung
-
Drainage
Rennsemmel und Startnummer 185-2
Steffen
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Gesamtdistanz:
Vertikaldistanz: ca. 14.910 Höhenmeter
im Aufstieg
Horizontaldistanz: ca. 290,85 Kilometer |