Rennsteig 2008 |
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| Datum: | 19. Mai 2008 | Strecke: | Supermarathon 72,7 km | ||||||||||||||||||
| Ort: | Eisenach bis Schmiedefeld | weitere Strecken: | Juniorcross, verschiedene Wander- und Walkingstrecken | ||||||||||||||||||
| Internetadresse: | http://www.rennsteiglauf.de/index1024.html | Halbmarathon, Marathon | |||||||||||||||||||
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Ein Bericht von Andrea
Heschel |
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Mein erster „Ultra“ Januar.
Der Trainingsplan stand. Tilo hatte sich einige Gemeinheiten für mich
ausgedacht. So z. B. Reduzierung des Cappuccino-Konsums und konsequentes
Einschränken bei Süßigkeiten. Für mich der totale Horror! Aber Tilo wollte
natürlich nur mein Bestes. J
? Außerdem wurde neben dem Lauftraining ein konsequentes Dehn- und
Kräftigungsprogramm in den Trainingsplan aufgenommen. Das gefiel mir. (Nachdem
ich bei Bernd zur Laufanalyse war und meine Schwachstellen identifizieren lies,
hatte ich dies bereits in meinen Tagesplan aufgenommen.) Der erste Testlauf sollte der Citylauf werden. Der fiel aus, da ich vorher beim Training gestürzt und zwei herrlich blaue Knie hatte, die kaum zum gehen taugten. Dafür erfuhr ich aber am Streckenrand die totalen „Wundermärchen“ über die neuen Kompressionsstrümpfe. Schick ist ja echt anders, aber wenn sie tatsächlich nur ein Minimum von dem erfüllten, was man von ihnen berichtet, wäre das ideal für meinen ersten Ultra. (?????...) Dann
war der Hamburg-Marathon geplant. Gesundheitlich angekratzt und gestresst durch
Renovierungsarbeiten im Büro, wählte ich die Reise ab. Zeitgleich fand auch der
Königstein-Marathon statt. Zwei Tage vorher zuckte es in den Füßen und ich
meldete mich an. Auf der Marathonmesse fiel dann die Finalentscheidung: Kauf
der „sagenumwobenen Kompressionssocken“. Die wollte ich gleich beim Marathon
testen. Nun
begann langsam der Count down. Noch zwei Wochen Training und dann nur noch ein
paar kleine schonende Einheiten. Zwei Tage vor dem Start begann die Nervosität
zu steigen. Das Hotel beherbergte viele Rennsteigläufer, war allerdings bei den Frühstückszeiten nicht wirklich flexibel. Sicher ist 5:00 Uhr für ein Frühstück im Hotel sehr zeitig – für einen Ultraläufer, der 6:00 Uhr am Start stehen muss jedoch viel zu spät! Da ich vor Aufregung ohnehin kaum einen Bissen hinunter würgen konnte, war die Zeit optimal, da musste ich nämlich nicht soooo zeitig raus. Für mich ist aufstehen vor 6:00 Uhr der absolute Horror. Als der Wecker 4:30 Uhr klingelte, kam ich schneller aus dem Bett, als erwartet. Ich war auch nicht besonders müde. Nur essen – das ging nicht. Mir war flau im Magen und ich stellte mir die Frage, ob ich mir das wirklich zumuten will. 72,7 km allein mit mir selbst. Naja, diese Gedanken waren jetzt eh fehl am Platz. Wer A sagt, muss auch B sagen können. Also konzentrierte ich mich auf Positiv-Gedanken. Wozu hatte ich mich schließlich mit Mentaltraining beschäftigt! Die
Temperaturen waren optimal! Überhaupt nicht kalt. Das gefiel mir. 6:00
Uhr – Start. Es ging los. Die Gedanken rasten durch meinen Kopf. Nach etwa 10 km begann es zu regnen. Mir doch egal. Genau mein Wetter – motivierte ich mich! Hauptsache im Ziel scheint die Sonne! Bei Kilometer 12,6 stand Katja mit Jona und Lilly am Streckenrand – im Regen. Gänsehaut vor Freude. Hatte nicht damit gerechnet. Diese Freude begleitete mich einige Kilometer. Es
ging hinauf zum Inselsberg. Leichter als ich gedacht hatte. – Geschafft. Na
super! Und jetzt ging’s heftig Bergab. Vorsicht war geboten. Es war glitschig.
Rutschgefahr! Getränkestelle – Kilometer 33,6 – aaaaah die Durchläuferfahne! Cooler Empfang. Aber wo ist Stefan? Beinahe hätte ich ihn übersehen und er mich verpasst. Er hatte noch nicht mit mir gerechnet. Ich war schneller als mein Zeitplan unterwegs. Verpflegungsstelle
„Neue Ausspanne“ (Kilometer 40,8) – ich fühlte mich super. Da stand sie wieder
die Durchläuferfahne! Und weiter hinten – Stefan. Ein schönes Gefühl, nach
„einsamen“ Kilometern herzlich an der Verpflegungsstelle umsorgt zu werden. Stefan
verabschiedete sich. Er musste jetzt nach Schmiedefeld in den Zielbereich. Verwirrung am Grenzadler – km 54,7. Hier konnte aussteigen wem es nicht mehr gut ging. Mir ging‘s super, nur durchschaute ich nicht ganz wo es jetzt lang ging. Musste ich über die Matte oder war die nur für die Aussteiger? Naja egal, auf jeden Fall gab’s nach der Matte die Verpflegungsstelle, dort musste ich auf jeden Fall hin und dann mal ganz in Ruhe die Gegend absuchen. Die Beine wurden langsam schwer, aber sie schmerzten nicht. Also alles Bestens - dachte ich so für mich. Am Rondell (bei km 56,8) glaubte ich meinen Augen nicht! Lilly, Katja und Jona. Am liebsten hätte ich mich vor Freude hingeschmissen. Das war wie ein imaginärer Vitamincoctail. Ich jubelte noch mindestens 2 km lang in mich hinein und hoffte, dass Katja es noch rechtzeitig zum Zieleinlauf von Bernd schaffen wird. Bernd und Tilo müssten eigentlich bald in Schmiedefeld ankommen. Dann endlich das ersehnte Kilometerschild mit der 60. Nur noch 13 km. Das werd ich schon schaffen. Doch da meldeten sich tatsächlich meine Beine, die plötzlich der Meinung waren, dass gehen einfacher ist als laufen. OK, dachte ich, dann machen wir mal ne kleine Erholungstour. Ich versuchte irgend ne Bewegungsart zwischen gehen und joggen. Keine Ahnung wie das aussah. Musste selbst drüber schmunzeln. Und ehe ich mich richtig besann, leuchtete mir schon das Kilometerschild 65 entgegen. He, ist ja super! Nur noch 8 Kilometer. Irgendwie versuchte ich wieder einen ordentlichen Laufstil hinzubekommen. Und siehe da – geht doch! Na bitte, ich wusste es! Das Rennen findet in erster Linie im Kopf statt und der freute sich auf das Kilometerschild 70! Also spulte ich wie automatisch die Laufbewegung ab und kam wieder in Schwung. Das Kilometerschild 70 ließ auf sich warten. Es schien mir schon ewig her zu sein, dass ich km 69 passiert hatte. Jetzt bloß nicht schlapp machen! Es muss gleich kommen! Vielleicht habe ich es auch übersehen???? Vielleicht kommt als nächstes schon km71? Ich beschleunigte. Ich wollte endlich das nächste Kilometerschild erreichen! Ja,
da ist es – Kilometerschild 71. Gleich geschafft. Wie von selbst begannen die
Beine schneller zu werden. Innerlich schrie ich schon: „Ich komme! Gleich bin
ich da!“ Danke
an alle, |
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