Hamburgmarathon

   
Datum: 27.04.2008 Strecke: 42,195 km
Ort: Hamburg weitere Strecken:  
Internetadresse: www.marathon-hamburg.de    

Art des Laufes: Citymarathon   Besonderheiten/ Kommentare:
Anspruch: flacher Kurs  

 

 

Stimmung:  super (lt. Veranstalter ca. 800.000 Zuschauer)
Organisation:  perfekt
Verpflegung: aller 5 km
Startgeld: 65€  nach Anmeldetermin gestaffelt
Wetter: sonnig, warm,
   

Ein Bericht von Reinhard Oertel  

Der „Unterelbemarathon“ in Hamburg

Ein wenig schlechtes Gewissen hatte ich schon, als ich nicht Uwe Sonntags Einladung zum Oberelbemarathon annahm und einen Start 500 km elbabwärts bevorzugte. Von unserem vorjährigen Laufprojekt5.42 sind ja einige wieder in Königstein und Pirna an den Start gegangen.
Die Organisation des Hamburg-Marathons war sehr gut. Hier sind mit 18000 nur halb soviel Starter wie in Berlin und dadurch ist das Gedränge nicht so stark. Nach Anmeldung und Messebesuch konnte man bei sehr angenehmem Wetter die schöne Hansestadt genießen.
Sonntagmorgen, blauer Himmel, wenig Wind und recht warm - ungewohnte Verhältnisse in diesem Frühjahr, man brauchte nicht einmal die schützende Folientüte. Am Start treffe ich zufällig zwei Dresdner Durchläuferinnen. Der Start am Millerntor in St. Pauli erfolgt nach Läuten der Startglocke, da hier Schusswaffenverbot gilt. Es geht gleich über die Reeperbahn, die am Morgen wenig reizvoll ist. Nach den ersten 10 km durch Villenvororte führt die Strecke leicht bergab zum Fischmarkt und den Landungsbrücken, hier stehen Massen am Straßenrand. Das treibt einen an. Als ich den 3:15 Stunden Bremsläufer vor mir sehe, nehme ich seine Funktion ernst und drossle etwas mein Tempo. Man schwitzt ganz schön, zum Glück gibt es aller 2,5 km Wasser, ich lasse keinen Stand aus. Aller 5 km gibt es ausschließlich Bananen als Verpflegung. Nach 14 km läuft man um die Binnenalster - traumhafte Kulisse und Publikum - danach an der wunderschönen Außenalster entlang. Die Halbmarathondistanz erreiche ich in 1:39 h. Damit konnte ich also doch an meinen Berlinlauf anknüpfen, bin sogar eine Minute schneller, doch ob man das durchhalten kann, ist ja immer ungewiss. Es gibt weniger lustig kostümierte Läufer und weniger Bands als in Berlin aber amüsieren kann man sich über witzige Plakate am Streckenrand: „Weck den Haile in Dir!“ Den Mann mit dem Hammer traf ich zum Glück wieder nicht, aber die Beine wurden schwerer, der Ballen schmerzte und jetzt war Willensstärke gefragt. Meiner Freundin gelang die logistische Meisterleistung mich an fünf verschiedenen Stellen anzufeuern. In Eppendorf war der Teufel los, bei so einem Jubel kann man gar nicht langsamer werden. Außerdem, wenn man langsamer wird, dauert die Qual nur noch länger. Eine Endzeit unter 3:30 h ist greifbar nahe. Wieder geht es an der Binnenalster vorbei, doch dann kommt noch ein leichter, quälender Anstieg, bevor man auf die Zielgerade einbiegt. Jetzt habe ich nur noch den Tunnelblick, gebe mein Letztes und schaffe sogar meine Bestzeit um 46 Sekunden zu unterbieten, 3:25:59 h. Glücklich und gesund im Ziel, was will man mehr?
Die Versorgung im Ziel ist sehr gut, ich muss ganz viel trinken. Die beiden Dresdner Durchläuferinnen finde ich in der Ergebnisliste, das freut mich, dass sie es auch geschafft haben. Die Hitze hatte heute einige zur Aufgabe gezwungen.
Ich genieße den Nachmittag an und auf der Elbe. Die „Leidensgenossen“ erkennt man im Stadtbild am schwerfälligen Gang, insbesondere beim Treppensteigen, man lächelt sich solidarisch zu. Hamburg ist sehr zu empfehlen.

 

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