35. real Berlin Marathon 2008 |
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| Datum: | 28. September 2008 | Strecke: | Marathon | |||||||||||
| Ort: | Berlin | weitere Strecken: | - | |||||||||||
| Internetadresse: | http://www.real-berlin-marathon.com/ | |||||||||||||
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Ein Bericht von Janka Jäkel |
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Nach dem Marathon ist vor dem Marathon ... ... endlich war es soweit. Ein ganzes Jahr war verstrichen und wie bereits letztes Jahr, fuhr ich dieses Jahr wieder zum Marathon nach Berlin. Doch diesmal nicht als Zuschauer, sondern als einer von 40.000 Teilnehmern. Während ich letztes Jahr wegen einer Verletzung das Marathontraining abbrechen musste, habe ich es dieses Jahr gut absolvieren können und der Augenblick, bald ein Marathoni zu sein, rückte immer näher. Ich traf mich mit meiner Schwester, die ebenfalls mitlaufen würde, am Tag zuvor in Berlin. Bei herrlichstem Sonnenschein verbrachten wir einen erholsamen Nachmittag am Müggelsee. Am nächsten Morgen, pünktlich 6:30 Uhr, klingelte der Wecker und nach dem Frühstück ging es mit der S-Bahn Richtung Hauptbahnhof. Dort angekommen sah man den Asphalt vor lauter Leuten nicht mehr, Menschen über Menschen. Vor dem Eingang zum Marathongelände verabschiedeten wir uns von unserer Begleitung und das große Zittern begann – hatte ich doch zuvor noch niemals eine Strecke von 42,195 km bezwungen, es kam mir so unendlich lang vor. Das Marathongelände war verstopft und selbst im Schritttempo hatte man keine Chance. Dann die Durchsage: noch 30 min bis zum Start, alle Läufer bitte allmählich in ihren Blöcken einfinden ... Zum Glück kannte meine Schwester den Weg noch vom letzten Jahr und somit brauchten wir uns nur noch irgendwie vorwärts kämpfen. Wir gaben unser Gepäck ab, wünschten uns gegenseitig noch viel Erfolg und dann ging jeder in seinen Block. Läufer ohne Marathonerfahrung starten in Berlin automatisch aus dem letzten Block H, der leicht zu finden war. Ich ging hinein und da stand ich nun. Um mich herum alles Auf den ersten Kilometern sprudelte die Kraft nur so aus mir heraus, ich lief wie immer zu schnell los, was mir aber scheinbar nichts ausmachte. Ich überholte Läufer für Läufer, keinerlei Schmerzen, keine Magenprobleme, kein Anzeichen von Schwäche, alles supi. Ich fühlte mich einfach fit, ließ die Verpflegungspunkte links liegen und konnte unterwegs sogar kräftig mitlachen, als ein Läufer plötzlich meinte: „Haile ist gleich im Ziel!“ – hatten wir doch alle noch ein ganzes Stückchen vor uns. So lief ich bis km 20 problemlos durch. Während meines immer noch anhaltenden Slalomlaufes erfuhr ich dann auch sportliche Fairness mal anders – ich spürte plötzlich eine Hand in meiner Hüfte (!) – es war die Hand eines schräg hinter mir befindlichen Läufers, der mich somit förmlich zu meinem zögerlich angesetzten Überholvorgang drängte. Ich musste ihm dabei ordentlich vor die Füße laufen, was im Gespann aber unfallfrei klappte. Ich bedankte mich und versank wieder im Lauf. Ab km 20 ließ die Kraft dann etwas nach, ich reduzierte das Tempo und bis km°30 konnte ich noch recht flüssig weiterlaufen.
Dann das Schild: 40 km – mir standen die Tränen in den Augen. Auch wenn ich nicht wusste, wie ich die restlichen, fast schon lächerlichen 2 km bewältigen sollte, war ich mir doch ganz sicher, dass ich mir das jetzt nicht mehr nehmen lassen würde. Ich ging wieder ein Stückchen, versuchte wieder zu laufen und ging schließlich wieder. Dann aber sah ich das Brandenburger Tor - groß und erhaben. Seine fast schon magische Anziehungskraft mobilisierte in mir die aller, aller, allerletzten Kräfte, meine Beine schmerzten, es war übel. Aber ich lief, ich lief auf das Brandenburger Tor zu. Ich erreichte es, lief darunter durch und lief die letzten 300 m direkt ins Ziel. War das jetzt ernsthaft passiert? Hatte ich tatsächlich einen Marathon geschafft – und das in 04:03:36? Ja, ich hatte! Ich war völlig neben der Spur, Emotionen überkamen mich. Während ich die gesamte Gefühlspalette rauf und runter durchlebte, suchte ich mir meinen Weg durch die Menge. Überall sitzende, liegende, dehnende Läufer, Sanitäter, Krankenwagen, Hilfspersonal, überall gelbe Wärmeumhänge, Trinkbecher, Getränkewannen, Schwämme ... Während ich noch alle Eindrücke verdaute, ging ich zur Gepäckaufbewahrung und da war doch noch was – meine Schwester, wo finde ich sie denn jetzt? Plötzlich fiel mir jemand um den Hals – da war sie – ein sehr, sehr langer Drücker machte diesen Marathon komplett und zu einem der besten Laufereignisse in meinem Läuferdasein!!! Danke Berlin! Mein besonderer Dank gilt allen, die mir während der Vorbereitung unterstützend zur Seite standen und stets an mich geglaubt haben!
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