Rennsteigstaffellauf 2008

   
Datum:  21. Juni 2008 Strecke: 173 km
Ort:  der Rennsteig von Blankenstein bis Hörschel weitere Strecken:  keine
Internetadresse: www.    

Art des Laufes: Crosslauf  

Besonderheiten/ Kommentare:

Anspruch: eher hoch, auf den meisten Etappen sind doch einige Hm zu absolvieren; von Straße bis wildes Wurzelwerk ist jeder Belag vorhanden  

- wird von 10 Läufern gelaufen (Streckenlängen zwischen 14km und 20km)
- Radbegleitung empfehlenswert
- bitte unbedingt die Hinweise der Veranstalter, vor allem in Bezug auf parken beachten
- die 200 zugelassenen Staffeln waren wenige Stunden nach Meldebeginn ausverkauft, das sagt eigentlich alles!
Superparty im Zielort
 

Stimmung: super
Organisation: vorbildlich, Probleme gabs nur durch Staffelautos, welche die Parkordnung nich lesen können und doch auf beiden Seiten der Straße parkten :-((
Verpflegung: größtenteils Eigenverpflegung, aber auch einige Getränkestände auf längeren Abschnitten
Startgeld:  140€
Wetter:  meist sonnig, im laufe des Tages immer wärmer (22 Grad)

Ein Bericht von Janka Jäkel und Reinhard Oertel  

Mein erster Marathon:

ein ganzer Tag mit Stefan ...

Freitag, kurz vor 18 Uhr klingelte es an der Tür:  Hurra, Hurra der Stefan war da, es ging also los! Rauf auf die Autobahn in Richtung Thüringen. Unterwegs ein Anruf von Uwe, der bereits bei der Feuerwehr in Blankenstein eingetroffen war: „Janka, willst Du ein Einzelzimmer? Wir machen Dir ein Einzelzimmer! Der Grill ist schon an, wo seid ihr? “ ... Sehnsüchtig wurden wir erwartet und da wir auf der Autobahn freie Fahrt hatten, erreichten wir Blankenstein recht zügig. Dort suchten wir gemäß Uwes Beschreibung „ein weißes Haus mit Rauch davor“... Ja und wozu eigentlich ’ne Adresse, wenn da Passanten stehen? „Servus, wo ist denn hier die Feuerwehr?“ – „Wir sind nicht von hier. Wollt ihr zur Rennsteigstaffel? – „Ja!“ – „Ihr müsst so fahren ...“ Stefan ließ sie schön ausreden bis er dann doch endlich meinte: „Ja, schön, aber ich such die Feuerwehr, wo ist die, die muss hier irgendwo sein ... “ Wir fuhren hier mal links, hier mal rechts und letztlich der Aufschrei: „Da, da sind sie, siehst du, kriegen wir alles hin, kein Problem ... “

Eingeparkt, ausgestiegen, Uwe gesehen – was ist denn mit dem los? „Janka, ich muss Dir was zeigen!“ – „Ähm, Uwe, vielleicht sollte ich den anderen erst einmal „Hallo“ sagen?!“ – „Ich muss Dir was zeigen, komm mal mit, komm mal mit!“ Nach einem kleinen Fußmarsch, erreichten wir den Berg des Grauens. Uwe stand da, schüttelte verzweifelt den Kopf: „Ich muss verrückt sein! Ich muss verrückt sein!“ – „Ja, also Uwe, ... ja, ähm, naja ... ähm ... also tauschen möchte ich mit dir jetzt nicht so unbedingt.“ Wir standen vor Uwes erstem Anstieg und dann brach es heraus, ich musste feixen ... Uwe machte irgendwie nicht so richtig mit ... 

Wieder zurück bei der Feuerwehr, schmückte schon die Durchläuferfahne das Gerätehaus und mich erwartete purer Luxus: „Jonas, Du trägst Jankas Tasche nach oben!“, „Janka, ich zeig Dir mal Dein Zimmer!“ ... hier ist das, dort ist das ... Männer, ihr seid Klasse! An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an die Freiwillige Feuerwehr Blankenstein!!! Wenig später erreichten Silly und Michiel die Feuerwehr, blieben eine Weile und fuhren dann weiter in ihr Hotel nahe der dritten Wechselstelle. Der Bus der Dresdner Feuerwehr war mittlerweile auch angekommen und mit ihm eine zweite Frau, freu, freu, und schwupp die wupp hatten wir ein Frauendoppelzimmer!

Nach Bratwurst und Bier ging es dann zum Fußball, Kroatien gegen Türkei. Jonas und Uwe waren schon da, Stefan und ich gingen zur zweiten Halbzeit hin ... auf dem Weg dahin, glaubte Stefan Bernd gesehen zu haben: „Bernd, huhu! Ich muss hinterher, der sucht bestimmt die Feuerwehr, Bernd, Bernd ...“ und da verschwand er kurz ... „Nee, der ist weg. Ich ruf mal an: Hallo Bernd ... achso, du bist bei Chemnitz und ich such dich in Blankenstein ... „ (Härtetest für meine Lachmuskeln!)

Erste Wechselstelle (Grumbach)

Samstag, 4:30 war Weckzeit, 5:30 Uhr Abfahrt. Meine erste Fahrt in Stefans Auto sollte die Fahrt zur ersten Wechselstelle sein. Rein ins Auto, Anschnallen und ahhh – ein Griff ins Leere - gab es vor zwanzig Jahren noch keine Handbremsen ... (?) Upsi, schließlich gibt es ja auch heute noch Fahrzeuge mit Fußfeststellbremse. Hoffentlich muss ich nicht am Berg anfahren, Stefan ich würg Dich! ...

Dann war es geschafft, die erste Wechselstelle erreicht, der erst beste Parkplatz war meiner und fertig. Wir hatten gut 1 Std. Zeit bis Bernd eintreffen sollte. Als erstes musste natürlich die Durchläuferfahne einen geeigneten Platz bekommen. Wenig später war dieser gefunden ... halt, doch nicht:  „Nee, die Fahne muss woanders hin, damit der Bernd die sieht, ich hol die mal ...“ So, jetzt aber, Plätzchen  gefunden, nun hatte Stefan endlich Zeit sich vorzustellen: „Hallo, ich bin der Stefan von den Dresdner Durchläufern. Da drüben die Fahne, die gehört zu uns! Läufst du hier? O.K. dann laufen wir zusammen“ (?) ... Nachdem Stefan nun seine Runde gedreht hatte war umparken angesagt: „Du Janka, wir parken noch das Auto um.“ – „Wir? Das machst Du!!!“ – „Ja, ich mach das, kein Problem, das kriegen wir hin. Hier guck, Janka, hier müsst ihr dann hin, der Jonas ist ein guter Kartenleser, der kriegt das hin. Alles wird gut!“ – Ja, Stefan, alles wird gut – gut beansprucht, vor allem meine Lachmuskeln. „Janka, du schreibst Tilo ’ne SMS, damit der Tilo das weiß. Das kannst du schon vorbereiten ... “ STEFAN!!! Jetzt hol mal Luft!!! ...

Und dann kamen Uwe und Bernd, fixer Wechsel auf Stefan und ab. Ich packte noch Stefans Verpflegung in Uwes Rucksack und Uwe radelte wieder los. Ich schrieb Tilo ’ne SMS, verabschiedete mich von Bernd, schnappte die Fahne und ab ans Steuer. Upsi, ein kleiner Hopser, Mensch Stefan, du auch so ein Gangdrinlasser ... feix   

Sylvia beim DokumentierenZweite Wechselstelle (Schildwiese)

3. Etappe: Zollhaus Schildwiese – Neuhaus Gewerbegebiet (15,5 km, 322 Höhenmeter)

Die zweite Wechselstelle war nicht auf direktem Wege zu erreichen. Durch eine Umleitung mussten wir einige km weiter fahren als geplant, was uns ca. 15 min zusätzliche Fahrzeit kostete. Aber Jonas meisterte seine Sache super und lotste uns sicher zur zweiten Wechselstelle. Jonas holte sein Rad raus und kurvte bissel rum, ich zog mir meine Laufklamotten an und schaute mich an der Wechselstelle um. Es fing leicht an zu nieseln. Es war noch ca. 1 Std. Zeit bis Stefan eintreffen sollte. An der Wechselstelle war richtig gute Stimmung. Im Vergleich zur ersten Wechselstelle, gab es Stimmungsmusik aus Boxen und eine Moderation über Mikrofon. Ich hatte arg zu tun, mich warm zu halten und hüpfte auf der Stelle hin und her, im Takt versteht sich. Der Wechselbereich ließ nicht viel Raum für Bewegung. Insgesamt war er schlecht zu überschauen, das Veranstalterpersonal hatte gut zu tun die schmale Laufschneise freizuhalten. Für den Wechsel wurde ein am Waldrand gelegener Radweg genutzt, linkerseits Wald, rechterseits Graben.

Nach zwei kleinen Läuferbekanntschaften kam plötzlich Uwe auf dem Rad, 30 min zu früh. Mein Herz!!! Ich bekam einen Riesenschreck, ich hatte noch warme Übersachen an. Meine Überjacke halb abgestreift, da meinte Uwe: „Janka, ruhig, ruhig, Stefan kommt erst in ca. 10 min!“ Uwe ist nur vorgefahren, um mir zu sagen, dass es gleich losgeht – im Nachhinein war das eine super Idee!!! Ich machte mich startklar und wartete direkt beim „Chipscanner“, Uwe positionierte sich etwas weiter weg und schrie plötzlich los: „Janka, Stefan kommt“. Dann kam Stefan – 20 min vor seiner Zeit, gut dass Uwe vorher bescheid gesagt hatte, die Überraschung wäre groß gewesen. (Wer hat eigentlich die 2 Stunden bei Stefan verzapft!!!!!)

Ich griff nach dem mittlerweile unangenehm nassen Armtäschchen, Stefan rief mir noch „Viel Erfolg!“ und „Pass auf deine Füße auf!“ hinterher und schon war ich mitten im Lauf. Und wie seit eh und je, fing ich wieder viel zu schnell an. (Steffen, das müssen wir noch üben!). Nach einigen Minuten fragte ich mich dann wo eigentlich Uwe ist. Ich lief ziemlich einsam, ca. 25 m vor mir ein Läufer, hinter mir war nichts zu hören. Doch dann näherten sich Radgeräusche von hinten: „Uwe, hi, hallo.“ Ich gab Uwe zu verstehen, dass ich Kraft sparen und daher nicht groß reden möchte. Ich freute mich aber schon auf schöne Geschichten von ihm, die würden mich supi ablenken. Ich teilte ihm noch fix mein Streckenprofil mit, was ich auswendig gelernt hatte und meinte zu ihm, dass uns nach schätzungsweise 30 min ein steiler langer Anstieg zwischen 2 – 3 km Länge erwarten würde. Uwe meinte, er würde dann vorfahren und oben auf mich warten. Doch plötzlich traute ich meinen Augen nicht: nach ca. 15 min Laufzeit blickte ich seitlich auf einen Anstieg. Von unten sah es aus, als würden bunte Ameisen dort hoch laufen, nein es waren Läufer und ich würde gleich einer von ihnen sein. Uwe? Was ist los? „Janka, das ist er, ich fahr los“ Und da war Uwe weg. Wenig später begann der wohl härteste Anstieg, den ich bis dato läuferisch zu bezwingen hatte. (Steffen, hätte ich die Wahl, ich würde lieber fünfmal hintereinander Treppentraining machen, als einmal dieses Ding da vor mir). Und dann ging’s los, schon auf den ersten Metern musste ich das Tempo rausnehmen, Schritte stark verkürzen. Meine Wegbegleiter waren zittrige Beine und Schmerzen im hinteren rechten Oberschenkel – das hatte ich noch nie – das kann ja dann wohl genauso schnell, wie es gekommen ist, auch wieder verschwinden – naja, Wunschdenken. Meter für Meter kämpfte ich mich vorwärts. Und ja, eine Läuferin überholt, strike!!! Und da, Uwe, Tach! Uwe schob sein Rad, ich passierte ihn und wusste, er würde nicht vor mir oben sein. Während ich am Fuß des Anstieges noch recht einsam lief, tauchten jetzt nach und nach mehr Läufer vor mir auf, diese liefen dichter und dichter. Bis auf einen Schritt kämpfte ich mich an meinen Vordermann ran, der sich fürs Gehen entschieden hatte. Voller Vorfreude kam ich näher und wollte überholen, da lief der plötzlich los. Man du Pfeife, kannste doch nicht machen, weißt du wie demotivierend das ist! Hätten wir nicht zusammen laufen können, oh nee weeßte! Null Bock mehr! Ende, Aus, Finito! Ich sabotiere jetzt die Staffel! Gott, werden die alle sauer sein! Kurz vorm Schreikrampf, entschloss ich mich zu gehen. Dann lief ich wieder kurz, dann ging ich wieder. Und irgendwann hatte ich dieses Ding besiegt, ich war oben, oben, oben, oben!!! So, nun aber mal wieder abwärts hier. Ja, Pustekuchen, es ging immer noch hoch aber nicht mehr so steil, eher schleppend. Ich war pappesatt! Hey, geil, ein Ordner. “Ist das hier oben?“ - „Ja, jetzt geht es nur noch bergab!“ Ja, Du Scherzkeks, nette Motivation, aber das kann ja nun wirklich nicht sein. Und es war auch nicht so, es zog sich hoch und hoch, zwischendurch ging es mal wieder bissel eben, glaube ich. Ich hatte so weiche Beine, dass ich echte Wahrnehmungsprobleme hatte. Ich konnte nicht mehr zwischen Berg und Ebene unterscheiden. Null Peilung, hatte ich auch noch nie. So, wie weit ist es denn nun noch. Um Himmelswillen, bloß nicht auf die Uhr gucken, lieber einreden, ich lieg gut in der Zeit. Man ich brauch unbedingt was zu trinken, Uweeeeeeeeeeee, wo bist Duuuuuuuuu? Und plötzlich, eine bemannte Trinkstation unmittelbar vor mir, nein, das gibt’s ja gar nicht, ey, das ist ja der Hammer! Ich kam dichter und dichter: „Wasser! Aqua minerale! Wasser! Aqua minerale! ...“ Grazie mille, ihr kommt wie gerufen, qui, qui, ho grande sete, grazie mille ... Nach meinem kurzen Tankstop, ging es dann weiter. Langsam machte ich mir Sorgen um Uwe, wo er jetzt wohl gerade ist? Der Weg wurde mittlerweile zum absoluten Graus. Wurzel über Wurzel auf einem ca. 1 m breiten Pfad. Uwe war echt zu bedauern! Die Wurzeln waren so eng beieinander und guckten soweit aus dem Boden raus, dass ich nicht mehr nach vorne, sondern nur starr nach unten guckte. Volle Konzentration! Letztlich überstand ich alles unfallfrei und ab da an waren die Wege wieder Wege.

Dann näherte sich jemand von hinten, buon giorno Uwe, hi - ich hab mich ein Loch in Bauch gefreut. Nach ca. 9 km vielleicht kam Uwe und reichte mir meine Flasche. Dann sagte er, er würde aussteigen, keine weitere Etappe mehr – ich verstand ihn voll, ich nahm noch einen Schluck aus meiner Flasche, gab sie ihm zurück und schickte ihn los, um Michiels Radbegleitung zu klären.

So lief ich nun gänzlich alleine. Da auf der gesamten Strecke keine km-Schilder standen, erkundigte ich mich permanent bei Passanten - „Vier km noch!“, „Na bestimmt noch vier km.“ „Oh, vielleicht noch 4 km?“ (???) Ihr würdet mir doch sagen, wenn ich auf der Stelle lauf, oder? Dann näherte sich von hinten ein Läufer: „Los komm!“ – ich erwiderte: „Lauf! Ich kann nicht mehr!“ Danke an dieser Stelle, das war super! Wiedergesehen habe ich diesen Läufer nicht mehr.

Dann endlich: das muss Neuhaus sein. Innerhalb der Ortschaft ging es an der Straße entlang. Es zog sich, es kam mir wie eine Ewigkeit vor. Hä? Ich musste eine Ampelkreuzung queren, ohne Ordner? Wie jetzt, soll ich mich echt an der Fußgängerampel anstellen, die war rot!? Wie machen andere Läufer das denn? Tja, vor mir war keiner. O.K.: Operation „rotes Ampelmännchen“: beide Arme seitwärts! Geil, die Autos blieben stehen, mit Daumen nach oben bedankte ich mich und war drüben! 

Wann kommt denn endlich die Dritte Wechselstelle? Meine erneute Passantenbefragung ergab: „es ist nicht mehr weit“, „200 m noch“, „in 400 m“ (???) Dann das erlösende Schild: „Wechselstelle 500 m“. Ja, ja, ja, ich hab’s geschafft!!! Und dann hörte ich sie – die jubelnden Durchläufer Silly, Stefan, Uwe mit hoch empor gehobener Fahne – Saugeil! Armtäschchen ab, Reissverschluss schon mal auf – ein reibungsloser Wechsel, ich wünschte Michiel noch viel Erfolg und jetzt nach mir die Sintflut. Im Halbdusel habe ich noch meine Uhr gestoppt und doch mal draufgeguckt, nein, unglaublich ich lag 2 min unter meiner geschätzten Zeit - wäre ich allein gewesen, ich hätte geheult. Uwe versorgte mich mit Apfelschorle, Silly machte ein Finisher Foto und Stefan nahm mich mal richtig in Arm, alles ward gut, wie er es immer schon sagte ... Und dann ... „Janka, wo ist meine Jacke?“ – Stefaaan, die hast Du mir doch gerade gegeben, hier! „Janka, und wo ist deine Jacke?“ Stefaaan!!! Ahhhh! Die hab ich an, hier guck! Leute, ich war so fix und alle ... 

Vierte Wechselstelle (Masserberg)

Dann, Abfahrt zur vierten Wechselstelle: Stefan, Uwe, Jonas voran, Silly und ich hinterher. Stefan? Was machst du da? Da Michiel sehr fix unterwegs ist, hatten wir uns bissel zu sputen. Nach einigen Orientierungsschwierigkeiten sind wir am Parkplatz der vierten Wechselstelle angekommen. Da trafen wir auf die anderen Durchläufer, ja sie waren pünktlich. Mir war kalt geworden. Half nichts,  Klamotten wechseln, mitten auf dem Parkplatz, was unter der Mithilfe der anderen Durchläufer natürlich super ging. So, vier Lagen angezogen und es wurde schön warm. Dann hin zur Wechselstelle und auf Michiel gewartet, der dann auch bald darauf ankam. Fixer Wechsel, Kerstin rannte los.

Stefan, Jonas und ich hatten Hunger. Gesagt, Getan! Gesucht, Gefunden: eine Gaststube genau an der Strecke. „Guck, hier kommen sie dann lang, siehst du da ist schon einer, aber genau. Kerstin, kommt bald. Ich geh raus.“ Jonas und ich blieben drin und guckten durchs Fenster, Stefan gestikulierte uns wild zu. (?) „Jonas, was will er?“- „Keine Ahnung!“ Da das Essen noch eine Weile dauerte, gingen wir schließlich auch raus und da kam Kerstin. „Kerstin, hallo, super“ Stefan wechselte, wie vom Blitz getroffen die Straßenseite, wo Kerstin lief. Er jubelte, trubelte, als einsamer Zuschauer am Straßenrand von Neustadt. Jonas und ich applaudierten etwas verhaltener. Kerstin war nun vorbei und unser Essen kam. Kerstin, perfektes timing!!!

Kurzentschlossen fuhren wir nach dem Essen doch noch zur Fünften Wechselstelle (Allzunah), wo Kerstin bald darauf auch einlief. Fahne raus, gejubelt. Kerstin übergab an Reinhardt, wieder ein super Wechsel. Den Wechsel an der Sechsten Wechselstelle (Grenzadler) haben wir ausgelassen, stattdessen waren wir Eis essen. Nach dem Eis machten wir uns auf zur Siebten Wechselstelle (Neue Ausspanne), wo Steffen schon super pünktlich wartete. Nanü? Steffen? Pünktlich zu einem Privattermin? Alle Neuigkeiten ausgetauscht und ab in Schlafwagen, wo Stefan schon grunzte. Ich fand auch ein Plätzchen und versuchte bissel zu schlafen. Wechsel erfolgt! Nach dem Wechsel von Werner auf Steffen sind wir wegen der begrenzten Parkmöglichkeiten nicht zur Achten Wechselstelle (Kleiner Inselberg) gefahren, sondern direkt zur

Neunte Wechselstelle (Hohe Sonne)

hier der Bericht von Reinhard , welcher die 6. Etappe lief:

 Mein Rennsteigstaffellauf-Bericht
Vom Rennsteigstaffellauf versprach ich mir vieles und er hielt alles:
Staffelläufe sind ein tolles Gruppenerlebnis und man lernt sich besser kennen, für mich als „Durchläufer-Neuling“ besonders günstig. Der Rennsteig führt durch eine wunderschöne Landschaft und man freut sich oft an der Natur. Ich konnte meinen Sohn Lucas als Fahrradbegleitung gewinnen und wir genossen das besondere Vater-Sohn-Erlebnis. Und nicht zuletzt war es eine sportliche Herausforderung den anspruchsvollen Rennsteig zu laufen. Steigungen und Wurzelwege galt es zu meistern. Die sanft abfallenden weichen Waldwege gab es eher selten. Die 6. Etappe von Allzunah zum Grenzadler führte über den höchsten Punkt des Rennsteigs. Das erste Teilstück verläuft in der Nähe der Straße, da konnte mich die Mannschaft zweimal anfeuern, das tat gut. Ansonsten war Lucas ja immer in meiner Nähe. Die langen Anstiege waren nicht zu steil, sodass man immer laufen konnte, nach km 17 in der Nähe von Oberhof kam aber noch mal ein Berg, da war Willensstärke gefragt. Hier konnte ich einige Läufer überholen. Den letzten Kilometer bergab wurde die Freude immer größer, gleich die Wechselstelle zu erreichen. Glücklich und fast genau nach Plan in 1:41 h übergab ich Werner den Saalestein.
Werner und Andrea

und weiter mit Janka:

Dort trafen wir auf das pure Verkehrschaos. Aber wir haben ja Stefan!!! Der Parkplatz war verstopft, zugeparkt und chaotisch. Mit unserem Parkplatz hatten wir großes Glück. Jetzt erst mal bissel Körperpflege: ich habe Duft aufgelegt und Stefan putzte erst mal Zähne!!! Paar Parkplätze weiter war ein Läufer auf der Suche nach Sicherheitsnadeln, ich gab ihm meine. So, dann, Fahne geschnappt und zur Wechselstelle. Da die Läufer hier die Straße zu queren hatten, gab es eine Verkehrslotsin, die Unterstützung leicht gebrauchen konnte. Stefan erkannte das sofort und dann ging’s los: „Janka, hier meine Jacke und die Fahne“ und er schnurstracks auf die Frau zu: „Du ich helf dir mal, geh du mal darüber, ich mach das hier.“ Das Schauspiel sah ich mir im Sitzen an, das geht ja gar nicht. Neben mir die Fahne und Stefans Jacke, und vor mir „Stefan – Herr der Straße“ … „Halt, Vorsicht Läufer, so jetzt fahr ...“ Mittlerweile hatte Stefan Spezialkonditionen klargemacht – der Bus der anderen bekam natürlich einen Sonderparkplatz, iss klar. Diese hatten nach ihrer Ankunft von dem Schauspiel auch noch was, die Stimmung war Klasse. Da wir pünktlich im Zielbereich sein wollten – die Fahne brauchte ja einen geeigneten Platz – warteten wir Tilos Wechsel nicht ab und fuhren los zum Zielbereich nach Hörschel.

Zielbereich (Hörschel)

Die Fahne positioniert, ging es zum Medaillenstand. „Wieviel Medaillen gibt’s denn?“ „Aber wir haben doch drei Fahrradfahrer, 12 Medaillen reichen da nicht.“ Und schwupp bekam Stefan vorab schon mal eine in die Hand gedrückt. Nach einem gemeinsamen Zieleinlauf aller Durchläufer, Stein-in-Werra-schmeißen und Nudelessen war es spät geworden. Gegen 22:00 Uhr traten wir die Rückfahrt an. Mit Sätzen wie: „Jonas, da ist ein McDonald’s, ich kauf Dir zwei Hamburger und reich Dir die dann durchs Fenster“ und „Auf der Brücke drücken wir kräftig auf die Hupe, dass die das hören da unten“ ging ein super schöner Tag zu Ende!


 
Tilo
Hunger?
 
Ergebnisse

Zusatz von Tilo:
 Jankas Bericht über den Tag im allgemeinen und ihre Etappe im speziellen sagt eigentlich alles zu dieser Veranstaltung. Es macht einfach Spass (war auch die einhellige Meinung aller, die mitgefahren sind), wobei das Wetter und die Organisation im  voraus entscheidend dazu beitragen, dass es ein schöner Tag wird. Falls wir es nächstes Jahr wieder tun wollen (vorausgesetzt wir bekommen einen Startplatz) haben wir hier noch einige "Reserven". Reserveläufer, die Organisation der Radbegleitung, Getränke und Verpflegung sind einige Stichpunkte. Mein spezieller Dank noch einmal an die Kollegen der FF Blankenstein für die erwiesene Gastfreundschaft, an Silly und Michiel für das kurzfristige Einspringen (ersparte mir zwei Etappen zu laufen ;-)) und vor allem an den zweiten Radbegleiter Lukas, welcher ohne erkennbare Schwächen mal eben von der 5. bis zur 10. Etappe über 106 km den Läufern ein treuer Begleiter war und sich nur einmal (ander steilsten Stelle des Inselberges mal kurz abhängen lies)!!

Der eine oder andere Läufer wollte mir auch noch einen kurzen Bericht zukommen lassen, die Bilder folgen in Kürze auch, es lohnt sich also in ein paar Tagen noch einmal hier vorbei zu schauen.

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