Spreewaldduathlon 2006 |
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| Datum: | 20. Mail 2006 | Strecke: | 19 km-86 km-5 km | |||||||||||||||||||
| Ort: | Briesensee | weitere Strecken: | kürzere | |||||||||||||||||||
| Internetadresse: | - | |||||||||||||||||||||
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Ein Bericht von
Jana Hänsel |
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Spreewaldduathlon – 86 km können verdammt lang seinRelativ kurzfristig, um genau zu sein eine Woche vorher, entschieden wir (Diana und ich) uns am Spreewald-Duathlon am Briesensee teilzunehmen. Da der Schnupper-Duathlon zu kurz war, um dafür in den Spreewald zu fahren und wir sowieso zur Kategorie “verrückt” zählen, wählten wir gleich mal die lange Strecke. Wir redeten uns ein, das Ganze als lange Trainingeinheit verbuchen zu können. Mit dem näher rückenden Wettkampftag wurde uns aber bewusst, dass es wahrscheinlich etwas anstrengender werden würde. Schließlich galt es 19 km durchs wellige Gelände zu rennen auf sandigen Waldwegen, dann 86km Radfahren auf relativ ebener aber windanfälliger Straßenrunde und abschließend noch 5 km Laufen zum locker werden. Nun gut, wir hatten es so gewollt. Start war für 11 Uhr vorgesehen, so dass wir schon zeitig in Dresden los mussten. Für diese Tageszeit waren aber erstaunlich viele Autos auf der Autobahn unterwegs, wahrscheinlich Urlauber Richtung Ostsee, die den kommenden Himmelfahrtstag in eine Urlaubswoche integrieren wollten. Wir kamen trotzdem relativ gut durch, bis auf ein paar kleine Aufreger, ein Unfall mit Vollsperrung auf der Gegenfahrbahn, ein Blitzer bei Calau und ein weiterer an der beliebten Stelle Dreieck Speewald. Der letzte hätte beinahe zu einem Auffahrunfall geführt. Dann haben wir uns noch etwas rund um Lübben verfahren, aber das bin ich ja gewöhnt und Zeit hatten wir auch genug. Am Briesensee ging dann alles recht beschaulich zu, insgesamt hatten sich ca. 200 Starter gemeldet, 120 allein auf der langen Strecke. Im Wechselgarten war dementsprechend viel Platz. Rad aufhängen, Radschuhe platzieren, Helm und Brille bereitlegen, Gel und Powerriegel am Körper und am Fahrrad verteilen und dann ging’s schon fast los. Wir stellten uns so ca. auf 5einhalb Stunden Wettkampf ein und hatten uns auf das Ziel “Ankommen” geeinigt. Wie erwartet stürzten nach dem Start alle los und wir wackelten hinterher. Diana war gleich mal 20 m vor mir, aber ich wollte nicht so schnell angehen, schließlich sind 19 km ja auch ganz schön lang. Nach dem ersten Kilometer hatte ich mich eingelaufen und konnte mein Tempo aufnehmen, immer mit dem Gedanken im Kopf “Vergiss nicht, dass du noch 86 km Radfahren willst!”. Lief sich aber recht gut und die Strecke war auch noch ok, es ging ein Stück um den See auf brüchigem Asphalt und dann rechts in den Wald. Diana entfernte sich auf ca. 50 m. Nachdem ich schon ein paar Mitstreiter überholen konnte, war ich mir wenigsten sicher, nicht ganz hinten zu sein und so machte mir die Sache richtig Spaß. Die Strecke wurde jetzt etwas anspruchsvoller, kleine Anstiege mit jede Menge Sand machten das Laufen nicht unbedingt einfach. Auch knallte die Sonne teilweise ganz ordentlich, dass ich häufig die schattige Seite des Weges suchte. Aber die Kilometerzeiten waren Klasse, zumindest für mich, 5min Schnitt, schneller laufe ich die 10 km normal auch nicht. Etwa Hälfte der Strecke merkte ich, dass ich Diana näher kam. Aber mit einem Zwischensprint aufzulaufen, machte wegen der Radfahrsache auch keinen Sinn. Also näherte ich mich langsam. Als ich schon fast auf 5 m ran war, lief sie auf ein mal wieder schneller, zumindest schien mir das so, weil wir ja immer noch andere Läufer überholten. Nun vergrößerte sich der Abstand wieder. Hm, meine Beine waren auch nicht mehr ganz frisch, aber ich konnte das Tempo halten. Nach vielleicht weiteren 2km wiederholte sich das Spielchen, ich lief zu Diana auf, dieses Mal konnte ich mich aber festbeißen und so rannten wir von da ab gemeinsam. Das Feld war schon sehr auseinander gezogen. Nur noch ein einzelner Mann war noch in unsere Nähe, aber der rannte nur die 19 km und durfte dann aufhören. Wir nicht. Also an der Zeitnahme vorbei rein in den Wechselgarten, 1:35:xx, wenn das mal gut geht... Ein Schluck aus der Wechselgartenflasche, Laufschuhe aus, Radschuhe an, Mütze ab, Brille auf, Helm drauf, Fahrrad geschnappt und rauf auf die Radstrecke. Diana hat sich noch etwas mehr Zeit gegönnt, also war ich erst mal allein. Die Umstellung von Laufen auf Rad ging ganz gut, ich konnte gleich ordentlich in die Pedalen treten und ein, zwei Konkurrenten überholen. Der Fahrradcomputer zeigte Werte zwischen 30 und 36 km, na wenn das so weiter geht, wär’s ja prima. Nach vielleicht 5-10km kam dann Diana von hinten angeradelt und überholte. Bei leicht bergab und Gegenwind hatte ich wieder Vorteile mit dem Triathlonlenker und fuhr wieder vorbei. Das ging so ein paar Mal und dann konnte ich aber nicht mehr mithalten und musste sie ziehen lassen. So schön wie es am Anfang lief mit den Geschwindigkeiten so schwierig wurde es auf der anderen Seite der Runde. Zwischen km 25 und 30 war übler Gegenwind und eine ewig scheinende Gerade, die gnadenlos an den Kräften zehrte. So richtig gut ging es mir auch nicht mehr, irgendwie war mir schlecht und ich wusste nicht so recht, ob es von der zusammengeknautschten Rennradhaltung, vom nicht essen oder das falsche essen oder zu viel Iso oder zu wenig oder was auch immer kam. Egal, ich quälte mir einen der beiden Energieriegel rein und trank häufig. Nach einer Weile wurde es etwas besser und der Spaß kehrte zurück. Trotzdem wäre ich nicht böse gewesen, wenn ich schon nach der ersten Runde hätte aufhören können. Aber wir haben es ja so gewollt. Die Uhr zeigt 3 Stunden Wettkampfzeit an, d.h. ich war immer noch gut dabei. Das Klatschen der 5 Zuschauer brachte auch einen kleinen Motivationsschub. Also Trinkflasche im Fahren gewechselt und rein in die nächste Runde. Diana war inzwischen aus dem Sichtfeld verschwunden, nur auf den ewigen Geraden glaubte ich sie noch zu erkennen. Jetzt wurde es etwas einsam, nur noch selten konnte ich einen Mitstreiter einholen, die meisten davon sahen aus wie leicht eingebrochen. Die Kampfrichter zwecks Kontrolle des Windschattenfahrens waren auch nicht mehr zu sehen. War ja auch keiner mehr da, wo man sich hätte dranhängen können. Anfang der zweiten Runde lief es wieder gut und ich hoffe insgeheim, dass vielleicht der Wind weniger werden würde, aber er tat mir den Gefallen nicht und blies wieder zwischen km 25 und 30 fies von vorn. Die dunklen Wolken über mir sahen bedrohlicher nach Regen aus, aber es hielt. Irgendwann fing ich dann an häufiger auf den Tacho zu schauen und zählte jeden geschafften Kilometer. 86km können verdammt lang sein. Auch schienen mir die noch zu bewältigenden 5km laufen eine wunderbare Erholung im Vergleich zu der verkrampften Haltung auf diesem Fahrrad. Ah, da vorn endlich der Abzweig zum Briesensee. Wundersame Kräfte ließen meine Beine wieder locker treten und die Freude über die bezwungenen 86km stieg auf. Vorbei an den Läufern, die schon fast die 5km finales Laufen bewältigt hatten und dem Ziel nahe waren, rein in den Wechselgarten, Helm runter, Brille ab, Radschuhe aus, Laufschuhe an, Mütze auf und losgeeiert. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Laufen ging so gar nicht mehr. Waren ja bloß noch schlappe 5km zu rennen, das sollte doch machbar sein! Die Uhr zeigte 4:25, also jede Menge Zeit, um noch unter 5 Stunden reinzukommen. Nach vielleicht 1km Schleichschritt bekam ich heftiges Seitenstechen, so dass ich kaum noch vernünftig atmen konnte und ein paar Schritte gehen musste. Mit diversen Atemübungen und Streckversuchen wurde es etwas besser, aber nicht gut. Noch mal eine kurze Gehpause und dann ging es wieder. Blöderweise kam in der Phase noch eine Frau vorbei, die ich auf dem Rad überholt hatte. Da war nix mit kontern, war mir aber auch so ziemlich egal. Gegen Ende der Stecke fühlte ich mich dann wieder besser und konnte recht vernünftig rennen. Naja, und dann der Zieleinlauf war natürlich prima nach so einem langen Wettkampf. 4:54 stand am Ende auf der Uhr, also weit unter der Vorgabe und ich war sehr zufrieden. Diana war 6min vor mir Ziel und zur Krönung des Wettkampfs durften wir auch noch beide aufs Treppchen für die W30, Diana als Erste und ich als Zweite. Leider fing es jetzt an zu regnen, so dass die Sportler alle recht schnell verschwanden. Schade eigentlich, so viele gut aussehende, durchtrainierte Männer,...vielleicht sehen wir sie ja nächstes Jahr wieder... ;-) |
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