32. Zittauer Gebirgslauf 2005

   
Datum: 24. April 2005 Strecke: 17 km
Ort: Olbersdorf bei Zittau weitere Strecken: 7,5 km; 35 km; Wanderstrecken
Internetadresse: Zittauer Gebirgslauf    

Art des Laufes: Berglauf, Genusslauf Besonderheiten/ Kommentare:
Anspruch: schwierig
Die ersten Kilometer geht es nur bergauf - und die Steigung wird immer stärker- , also besser etwas langsamer angehen lassen.

 

 

Stimmung: wenn Publikum an der Strecke, dafür umso mehr am Start/ Ziel
Organisation: Perfekt
Verpflegung: ausreichend, 2 Verpflegungspunkte
Startgeld: -
Wetter: relativ warm
   

Ein Bericht von Steffen Mannack

Ab in die Berge

Sonntagfrüh um 6 in Deutschland. Der Mensch dreht sich auf die andere Seite, zieht sich die Bettdecke über die Ohren (die Vögel machen ja früh unendlich viel Krach) und entschwindet noch einmal für ein paar Stündchen in das Reich der Träume.

Tja, soweit der normale Mensch, beim Durchläufer ist eben alles anders, selbst das Sonntag- Morgen - Aufstehen.

Einen Kaffee, ein Weißbrotschnittchen, noch 20 Minuten lang die Autopapiere gesucht und doch nicht gefunden - und los gings in Richtung Osten. Im äußersten Zipfel sollte sich diesmal die Laufgemeinschaft treffen.

StartnummerSchnell noch einen der letzten ordentlichen Parkplätze ergattert, Anmeldeprozedur, Sicherheitsnadeln vergessen (zum Glück gab es die dort in ausreichenden Mengen), noch eine Erwärmungs- und Wasserlassrunde drehen und dann ging der große Zeiger schon unerbittlich dem Ende der neunten Stunde entgegen.

Es wurde also ernst, der Start der 17- km- Strecke des Zittauer Gebirgslaufes stand unmittelbar bevor.

Ramona und ich, wir wollten, wie schon im letzten Jahr, wieder mit dabei sein.

Noch fünf Minuten bis zum Start der 17 km-"Wir bitten alle Teilnehmer zum Start". Noch etwas taktisches Geplänkel, noch eine Minute bis zum Start- alles zappelte, machte letzte Dehnübungen, noch 10 Sekunden- die Gesichter wurden verbissener, noch 5 Sekunden- Wie lange dauert denn das noch???, noch 3, 2, eine Sekunde und dann, dann endlich quälte sich ein ganz, ganz langsamer Schuss aus der Starterpistole. Es ging los.

Wir liefen als Letzte los.

Das Höhenprofil hatte sich tief in unser Gedächtnis eingegraben, die ersten fünf Kilometer ging es ständig, stetig & steil bergan- zuerst ein Stück Straße dann immer durch den Wald. Hier musste man es wirklich einfach etwas langsamer angehen. Wir taten das und konnten dadurch unsere Umwelt so richtig genießen, den Blick über frisches Grün und später von den Bergen in die Ferne schweifen lassen.

Übrigens: Als Letzter loszulaufen, das hat schon etwas. Überholen- ohne eingeholt zu werden. Motivation ohne Ende.

Nach einem vorerst letzten steilen Stückchen näherte man sich dem ersten Kontrollpunkt, Stempel auf die Startnummer, etwas Wasser und -Danke für die gute Idee- ein paar Zitronenstückchen, deren Säure einen so etwas von erfrischten, dass es nur noch Minuten zu dauern schien, bis der erste -und letzte- Verpflegungspunkt erreicht war. Dort gab es dann alles das, was das Läuferherz begehrt, die meisten wollten es nur gar nicht so richtig genießen, sind gleich weiter gestürzt.

Na gut, zugegeben, ich war auch nicht viel besser.

Einem ganzen Stückchen Waldlauf auf so ziemlich einer Ebene folgten dann noch ein ganz steiles Stück sowie ein extrem steiles Stück (solche Stücken kenn ich sonst immer nur von meinen Wanderabkürzungen). Ganz eindeutig waren die im Vorteil, die schon einmal einen Grund- Kletterkurs belegt hatten.

Die meisten Läufer meisterten diese Anstiege im Gehen, erholten sich also noch einmal so richtig.

Gleich nach dem letzten Anstieg standen noch einmal ein paar Sanitäter und ein paar Kontrolleure, von denen man wieder einen Stempel abfassen konnte. Etwas Wasser hätte man sich hier noch gewünscht (eigentlich war ja auch Regen angesagt), die Sonne meinte es einfach zu gut mit uns. Kontrollpunkt passiert und es ging abwärts und das gleich ganz gewaltig. Noch einmal ganz auf den Weg konzentriert, sonst hätte man sich wohl nur noch zusammenrollen und als Kugel nach unten schießen lassen können.

Herrlich, wenn die Luft an einem nur so vorbei zischt.

Noch 4 km, noch 3 km- ein Stück Straße entlang, noch 2 km- Vergehen die denn nie?, noch ein Kilometer- Abzweig nach rechts, durch bewohntes Gebiet hindurch, 500 m- durch eine kleine Senke durch, Stadion in Sicht, Einlauf auf die Bahn, noch 300 m- Klatschen, Anfeuerungsrufe, noch 200 m- auf der Wiese eine Linkskurve- Wie weit ist denn das noch?-, 100 m- Ansetzen zum Sprint- Einen schaff ich noch-, Zieleinlauf- Die zwölf zweiundsechzig kommt -

Das war doch ich Glück,

Startnummer eingescannt, Pulsuhr gestoppt (über 20 Minuten besser als letztes Jahr), Urkunde bekommen und dann nur noch eins

Duuuuurrrrrrrst!- Einen Tee, zwei Tee, drei Tee ....

"Ach Hallo Bernd" - der war fleißig am adidas- Stand - eigentlich wäre er wohl auch ganz gerne mitgelaufen.

Und wo ist Ramona?

Ein Lohn.Gewartet und gewartet und gewartet und da kam sie doch noch. Was war los? Ihr reichten offensichtlich die 17 km zum Erwärmen doch noch nicht ganz aus, so lief sie bei der letzten Streckenteilung (17 km und 35 km) dann doch lieber gleich mal geradeaus auf der 35er Strecke.

War da nicht noch ein zusätzlicher Verpflegungspunkt?

So ist sie dann gleich noch einmal drei Kilometer mehr gelaufen. Dafür war dann die Zeit doch noch super. Wäre sonst mit Sicherheit ein persönlicher Spitzenplatz geworden.

Sören, der sich inzwischen auf der 7,5 km- Strecke ausgetobt hat, ist zwar erst 10.15 Uhr losgelaufen, war aber nach 45 Minuten auch schon wieder da. Zum Glück gab es da noch die "3 Fragezeichen" auf CD. Wäre ja sonst zu langweilig gewesen.

Der Lauf war schon eine ganz schöne Herausforderung und für die nächsten drei Tage läuft es einfach bei mir unter dem Motto:

Treppen steigen ist so schön, man muss nur ganz ganz langsam gehn.

Liebe Dresdner Durch- und andere Läufer, kommt doch im nächsten Jahr einfach mit nach Zittau. Irgendwie hat der Lauf schon etwas von einem "Genusslauf", berghoch muss man zwangsläufig genießen. Die Landschaft dort ist wunderschön, die Organisation ganz toll. Man lernt viele Leute kennen, interessante Unterhaltungen lassen auch unterwegs keine lange Weile aufkommen.

Genießt doch einfach mit.


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