10. Drei Talsperren - Marathon 2005 |
||||||||||||||||||||
| Datum: | 17. September 2005 | Strecke: | Marathon | |||||||||||||||||
| Ort: | Eibenstock | weitere Strecken: | ||||||||||||||||||
| Internetadresse: | Drei Talsperren - Marathon Eibenstock | |||||||||||||||||||
|
||||||||||||||||||||
Ein Bericht von Stefan |
||||||||||||||||||||
Nachdem ich im Mai 2005 den Rennsteigmarathon erfolgreich absolviert hatte, stand nun mein zweiter Marathon an.
Man(n) gönnt sich ja sonst nichts und flache Strecken sind nicht so meine Welt. Die geringe Teilnehmeranzahl von 85 Männern und 5 Frauen spricht ebenfalls für sich. Was aber nicht unbedingt nachteilig sein muss, sondern auch viele Vorteile bringen kann. Nachzulesen in der "Runner`s" September Ausgabe 2005 "Fichtelgebirgsmarathon". Trainingsmäßig hatte ich mich an Kerstins "Berlin-Fahrplan" angehängt was mir zugute kam, da ich vorher noch nie nach Trainingsplan gelaufen bin. Läufe in Biehla, Coswig, Frankenwald, Müglitztal und Biehlebo ergänzten meine Vorbereitung. Insgesamt gesehen, war ich guter Dinge. Auch meine Probleme mit dem kleinen Fußzeh hatten sich mittlerweile erledigt. Kerstin (Without you??) begleitete mich per Fahrrad. Sie wollte noch etwas für Ihre Berlin-Fitneß tun. Nach vielen Tüten Haribo Phantasia, einer Woche Nudeln ohne Ende und entsprechender Flüssigkeitsaufnahme war es dann endlich soweit! Am 17.09.2005, (es war noch dunkel) ging es in Richtung Vogtland. Der Startort Eibenstock liegt 640 m üNN. Die Organisation lies keine Wünsche offen. Alles übersichtlich und gut organisiert. Nach dem Empfang der Startnummer und umziehen schauten wir noch ein wenig den Radfahrern zu, welche sich auf den 50 km bzw. 100 km Radmarathon vorbereiteten. Das Wetter zeigte sich an diesem Tag schon einmal von der herbstlichen Seite. Kerstins Thermometer zeigte gerade einmal 6 Grad beim Start! Ich entschloß mich dennoch in kurzen Sachen zu laufen. Zum Glück blieb wir vom Regen verschont. Dieser hatte in der letzten Nacht die gesamte Strecke ziemlich aufgeweicht. Ich wollte versuchen unter 4h 30 Min. zu bleiben. Mit Kerstin hatte ich zuvor noch die Durchgangszeiten an bestimmten Kilometern festgelegt. Dabei orientierte ich mich an meiner Rennsteigzeit (4h 34min) mit dem Wissen, dass dieser 1 km länger ist und ich damals noch nicht bei den Dresdner Durchläufern war. Müßte eigentlich zu schaffen sein. Eigentlich... Am Start konnten sich dann alle Marathonis per Handschlag begrüßen. Viele hatten schon andere Bergläufe wie den Supermarathon am Rennsteig, Harzquerung u. a. absolviert. Wer hier am Start ist weiß also, worauf er sich einlässt!
Um 10:15 Uhr ging es dann endlich los. Nach einer kurzen Bergabpassage gab es ab km 1 bis km 7 gleich 260 Höhenmeter die auf uns warteten. Ich bin mit mehreren Läufern diesen Anstieg gelaufen. Das Tempo war flott. Gleichwohl wußte ich auch, das bei diesem Lauf ab km 36 abgerechnet wird und zwar beim letzten Anstieg nach Eibenstock. Also: Nicht zu schnell angehen. Von Kerstin war zu diesem Zeitpunkt noch nichts zu sehen. Hoffentlich ist bei ihr alles ok? Kurz vor Carlsfeld die erste Verpflegungsstation. Zum Glück gab es warmen Tee. Der war auch bitter nötig. Auf 900m schien es noch etwas kälter zu sein als am Start. Ich beneidete diejenigen, die in langen Sachen liefen. Zudem hatte ich mich zu diesem Zeitpunkt noch nicht richtig warmgelaufen. Dem kurzen Abstieg nach Carlsfeld folgte der sofortige Anstieg zu gleichnamiger Talsperre. Hier war dann auch der höchste Punkt der Strecke erreicht (913m). Zusammen mit Jürgen lief ich über die erste Talsperrenmauer. Das gelbe Schild am Wegesrand zeigte km 10. Von Kerstin immer noch keine Spur! Ich machte mir wir langsam Sorgen um sie. Jürgens Tempo war ideal für mich und wir liefen die weiteren 6km bergab bis zum Verpflegungspunkt nach Wildenthal (km16). Kerstin hatte sich währenddessen auch zu mir "durchgeradelt" und bemerkte so ganz nebenbei, dass es ziemlich schwer sei, bergauf mit dem Fahrrad an den Läufern dranzubleiben. Ist ja auch kein Stadtmarathon, war meine Antwort mit einem verschmitzten Lächeln. Kerstins Uhr zeigte 95min. In Gesprächen während des Laufes mit den anderenTeilnehmern stellten Kerstin und ich zudem fest, dass fast jeder der Teilnehmer schon Stadtmarathons gelaufen war. Die Natur, die Strecke und das gesamte Umfeld, welches sich hier bietet, lassen sie dennoch immer wieder gerne nach Eibenstock kommen. Dem konnten wir nur zustimmen.
Geschafft!!! Das Gros der Höhenmeter lag nun hinter mir. Dennoch wußte ich, dass der schwerste Teil noch auch mich wartet. Aber warum beschäftige ich mich schon jetzt mit Dingen die erst gut 15 km später auf mich warten? Also weiter. Vom großen Stern ging es nur noch bergab. Nach Überquerung der Talsperrenmauer von Sosa (km 21) ging es weiter Richtung Blauenthaler Wasserfall (km 31). Hier wurden dann auch Fotos von allen Läufern gemacht. Also: Lächeln Stefan! Kerstin Uhr zeigte 3h an. Das ich unter 4h 30min bleiben würde, war uns zu diesem Zeitpunkt klar. Vorausgesetzt mein Körper, insbesondere die Beine machen weiter so mit wie bisher. Am Schlößchen bei km 36 war der tiefste Punkt der Strecke erreicht (470m ). Jetzt gilt es, jetzt kommen die harten Sachen: Der Schlussanstieg nach Eibenstock (640m). Also, kurzer Stopp und noch ein Powergel mit Cola trinken und weiter geht es. 170 Höhenmeter, verteilt auf 6 km hören sich wenig an, können aber verdammt lang sein und weh tun! Vor allem wenn man die zuvor gelaufen Strecke betrachtet. Meine Waden meldeten sich daher auch erstmals bei mir um mir mitzuteilen, das es langsam gut sei mit der Lauferei, aber die letzten Kilometer würden sie schon noch mitmachen.
War ja nicht mehr weit. Zum Glück. Beim überqueren der letzten Talsperrenmauer in Eibenstock kamen uns die Läufer des 15 km Laufes entgegen. Wir waren etwas irritiert und dachten schon, wir wären falsch gelaufen, was aber nicht sein konnte, da die Ausschilderung bestens war. Ich mobilisierte die letzten Kräfte und Kerstin feuerte mich weiter an. Kurz darauf war das Stadion in Eibenstock erreicht. Nach einer halben Stadionrunde blieb die Uhr für mich bei 4h 4min und 46 sec stehen. Eine solche Zeit hätten wir beide nicht erwartet. Ich war glücklich, dass ich es geschafft hatte. Nach einer kalten Dusche, Kaffee und Kuchen, (den wir uns schon vor dem Start gekauft hatten, zum Glück, den es gab keinen mehr. Wie immer.) waren die Strapazen schon wieder fast vergessen. Die Sonne hatte nun auch Eibenstock wiedergefunden und nach Ausdruck der Urkunde machten wir uns auf den Heimweg. Ein erlebnisreicher Tag war für uns beendet. Mein besonderer Dank gilt Kerstin, welche einen Samstag opferte um mich bei meinem "Abenteuer" DTM zu begleiten. Du hast mich bestens versorgt, unterstützt und motiviert. Danke dafür.
|
||||||||||||||||||||