3. Spreewald - Marathon 2005

   
Datum: 15. - 17. April 2005 Strecke: 10 km
Ort: Burg weitere Strecken: Marathon, Halbmarathon
Internetadresse: -    

Art des Laufes: Landschaftslauf Besonderheiten/ Kommentare:
Anspruch: -

 

 

Stimmung: -
Organisation: -
Verpflegung:  
Startgeld: -
Wetter: -

Ein Bericht von Jana Hänsel

Ein Spreewald- Marathon- Wochenende

In der Frühe um 8 Uhr sind wir gestartet, zu dritt, um im Spreewald zu laufen. Kerstin hatte den halben Marathon geplant, wir anderen zwei (Petra und ich) wollten die 10 km in Angriff nehmen. Warum sonntags so zeitig für 10 km in den Spreewald fahren? Nun, da gibt es ganz besondere Medallien zu holen, nur für die Teilnahme, nämlich ein grüne Gurke. Wie, eine Gurke zum Umhängen? Na ja, eine metallene natürlich, die hält länger. Natürlich hatten wir auch sportliche Ziele, wir wollten mal schauen, wie schnell wir schon sind so am Anfang der Saison.

Nach nahezu anderthalb Stunden Autobahn und ein Stückchen Landstraße näherten wir uns - ohne (!!!) uns zu verfahren - Burg, dem Zentrum der gesamten Laufveranstaltungen im Rahmen des Spreewaldmarathons. Gleich am Ortseingang wurden wir von netten Polizisten und Ordnungskräften auf eine Wiesenparkplatz dirigiert, dessen Zwangsbenutzung mit einer 2€ Spende für Burg verbunden war. Na ja, besser als gar kein Parkplatz. Nun galt es die Startunterlagen abzuholen. Diese gab es im Festzelt im Zentrum (nahe der Kirche) von Burg, ca. 10 min zu Fuß vom Parkplatz. War aber nicht weiter schlimm, weil wir lagen gut im Zeitplan und nach der nicht ganz kurzen Autofahrt war es auch eine willkommene Abwechslung für unsere Läuferbeine. Beim Abholen der Startunterlagen bestätigte sich der Eindruck der guten Organisation, keinerlei Wartezeiten, keine streikende Computer und vier Sicherheitsnadeln für die Startnummer (ist nicht unbedingt Standard). Jetzt war es fast 10 und Kerstin würde in einer halben Stunde als erste von uns starten. Sie lief zurück zum Auto, um sich fertig zu machen und wir warteten an Start und Ziel auf die Ankunft der schnellsten inline Skater, deren Marathon noch lief. Die ließen auch nicht lange auf sich warten und preschten mit ca. 40kmh ins Ziel, was immer wieder sehr beeindruckend ist.

Kerstin war inzwischen zurück vom Auto und bereit den Halbmarathon zu bestreiten. Zielvorgabe von mir war unter zwei Stunden. Na, mal schauen, wie’s lief...

Nach Kerstins Start hatten wir beiden 10km Läufer noch jede Menge Zeit bis zu unserem. Also schlenderten wir zurück zum Auto und legten unser Kampfkleidung an. Dann noch mal schnell zwischen die Auto’s gehockt (Dafür war der Wiesenparkplatz wiederum sehr gut geeignet.) und zurück zum Start und Ziel. Dort ankommen, dauerte es gar nicht lang, dass die ersten Marathonläufer (!!!) mit einer Durchgangszeit von 1:09 h (!!!) an uns vorbeischossen und im - für unsere Verhältnisse - Sprinttempo in die zweite Runde gingen. Interessanterweise war von den Halbmarathonläufern noch nichts zu sehen, obwohl zur gleichen Zeit gestartet wie die Ganzen. Nun ja, fast überflüssig zu erwähnen, dass die Schnellsten schwarze Läufer waren, die sind nun mal einfach besser.

So, nun wurde es für uns 10km Läufer ernst. Da der Start auf der Halb- und Marathonstrecke gedacht war, musste es recht schnell gehen, um keinen der schnellen Leute der langen Stecken zu behindern. Das führte quasi zu einem Frühstart, was bei einigen Knappstartkommern zu Unmut führte, weil ja die Zeit mit dem Startschuss für alle loslief.

Ich gab von Anfang an Gas, weil ein 10km Lauf einfach mal zu kurz ist, um sich ein Einlaufen leisten zu können. Gleich nach dem Start näherte ich mich einer kleinen Gruppe, zwei Männer und einer Frau mit grauem T-shirt. Wortfetzen verrieten mir, sie plante ca. 50min für die 10km zu brauchen. Nun, dachte ich mir, dann ist es ja ok, wenn ich vorbeilaufe, ich wollte ja die 45min angehen. Obwohl ich am Limit lief, dauerte es aber gar nicht lang, dass sie mich von hinten zusammen mit ihren Begleitern wieder überholte. Da ich nicht schneller konnte, ließ ich sie erst mal ziehen. Vielleicht 3km später erkannte ich sie wieder vor mir laufend, kämpfte mich ran und lief vorbei. Dies schien ihr nicht zu gefallen, so dass sie an mir dran blieb und mich vielleicht bei km 6 oder 7 wieder ein- und überholte. Da sie mich aber auch nicht abhängen konnte, blieb nun ich wiederum an ihr dran und ließ mich ziehen. Als ein anderer Mitläufer meinte, es wäre nicht mehr weit und ich mich auch beschleunigungsfähig fühlte, versuchte ich mein Glück und legte eine Kohle zu, um meine Konkurrentin abzuschütteln. Dies schien mir zu gelingen, denn ich hörte sie nicht mehr hinter mir. So lief ich in Burg ein und als ich die Kirche sah, war ich mir sicher, dass es wirklich nicht mehr weit zum Ziel war. Ah, und da vorn ist ja die Kurve zur Zielgeraden. Und mit dem Einbiegen in dieselbige kommt doch nicht etwa meine Verfolgerin an mir vorbei und will mich quasi kurz vor dem Ziel noch abfangen. Aber nicht mit mir! Ich nahm meine Beine buchstäblich unter die Arme und rannte wie eine Wahnsinnige (na ja, für meine Verhältnisse), überholte sie und den Mann davor und ich hätte wohl noch einige überrannt, wenn da noch mehr gewesen wären. Im Ziel angekommen - um Luft ringend - war ich richtig froh, diesen Zielsprint gewonnen zu haben, trotz der nicht ganz befriedigenden Gesamtzeit von 51:26. 10m weiter wartete schon Kerstin, um mir stolz zu berichten, dass sie die 2 Stunden unterboten hatte. Na, ich habe es doch vorher gewusst. Kurz darauf kam auch schon Petra ins Ziel und so konnten wir gemeinsam das reichhaltig Zielbuffet genießen. Leckere Fettbemmchen, Kuchen, Cola, Saft und natürlich echte Spreewälder Gurken. Beinahe hätte ich noch meine Gurkenmedaille vergessen, weswegen wir hierher gefahren sind. Nun hatte ich eine.

Auf der Siegertreppe

Da es nicht sonderlich warm war, liefen wir zurück zum Auto, um zum Duschen zu fahren. Für die Frauen waren diese im Feuerwehrhaus. Etwas eng und “laukaltes” Wasser aber ausreichend. Danach mussten wir noch die Transponder für die Zeitmessung zurückgeben und schauten bei dieser Gelegenheit auf die Ergebnislisten. Petra entdecke sich zuerst bei der W40 und siehe da, sie hatte den dritten Platz erreicht. Da ich ja nicht viel schneller gewesen war und ein paar Jahre jünger bin, hoffte ich nicht allzu weit hinten gelandet zu sein und begann die W30 von unten zu durchsuchen. Ha, ich stand ganz oben, ich hatte gewonnen (zumindest in der W30) und es kam noch besser, die Zweitplatzierte war die im Zielsprint Besiegte. Das Sprinten hatte sich also wirklich gelohnt.

Für den Sieg in der Altersklasse gab’s dann noch eine goldene Gurke, so richtig mit Siegertreppchen und Preis (Spreewälder Grütze und Apfelkompott). Petra bekam eine bronzene Gurke. Kerstin war nur knapp am Treppchen vorbeigerutscht.

Alles in allem also ein richtig gelungener Auftritt und nächstes Jahr sind wir sicher wieder mit von der Partie im Spreewald, wo’s goldene Gurken gibt ...


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