33. GutsMuths - Rennsteiglauf 2005 |
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| Datum: | 21. Mai 2005 | Strecke: | Marathon | ||||||||||||||||
| Ort: | Thüringer Wald | weitere Strecken: | Ultra- Marathon (73 km) , Halbmarathon | ||||||||||||||||
| Internetadresse: | - | ||||||||||||||||||
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Ein Bericht von Stefan |
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Der Ultra - MarathonNachdem ich mich am 01.01.2004 entschlossen hatte mit dem Laufen wieder nach 10 Jahren Pause anzufangen dachte ich noch nicht an den Rennsteig. Insbesondere das Gefühl nach 500 m zu "pumpen wie ein Maikäfer" und nur noch gehen zu wollen war im Januar 2004 noch die Regel. Als ich dann 2004 den Halbmarathon am Rennsteig gelaufen bin (1h 50min) hat mich der Marathon gereizt. Was Joschka kann, kannst du das auch. Meine Planungen für den Rennsteigmarathon begannen dann schon im September. Der Kernberglauf in Jena war dann der zweiter Kontakt mit bergigen Strecken. Ab November intensivierte ich dann meinen Trainingsumfang auf 3-4 Einheiten pro Woche. Dies sollte mein erster Marathon überhaupt sein. Etwas mulmig war mir schon dabei, als ich im Dezember dann die Anmeldung erledigt hatte. Aber nun gut, jetzt es gab kein zurück mehr, denn: Ich wollte es schaffen!!! Der Winter wurde zum Ausdauertraining genutzt (auch am Großen Garten, immer außen herum). Zudem lockte ab und zu die Schwimmhalle in der Freiberger Straße. Im Frühjahr lernte ich zudem auch die Dresdner Heide besser kennen. Das Training wurde ergänzt durch Läufe in Pirna, Hohenbocka, Willischlauf, Bischofswerda und Kamenz. Nach 90 Trainingseinheiten und ca 1.600 km in den Beinen war ich der Auffassung, gut trainiert zum Startort nach Neuhaus zu fahren. Das ganze drumherum waren schon beeindruckend. Die Gespräche mit den "alten Hasen" waren interessant und lehrreich. Insbesondere vor dem Anstieg "Großer Burgberg" bei km 31 wurde ich ständig gewarnt. Nicht laufen sondern gehen solle ich diesen lieber. Etwas nachdenklich war ich schon aber ich dachte mir, was die können kannst du auch. Nach dem Frühstück um 06:30 Uhr blieb noch genügend Zeit alles notwendige (Toilette; Gepäckversand, km der Verpflegungspunkte auf die Startnummer schreiben usw.) in Ruhe zu erledigen. Die SMS von Freunden und Bekannten mit dem Inhalt "Du schaffst das schon" und "Ich drück dir die Daumen" häuften sich. Es tat gut das zu lesen und machte mir Mut. Nach dem obligatorischen Schneewalzer um 08:55 Uhr ging es dann um Punkt 09:00 Uhr endlich los und als ich über die Matte der Zeitmessung trabte, war es schon 5 nach neun. Das Wetter war ideal. Kein Regen und ab und zu schien die Sonne. Ca. 2.900 Läuferinnen und Läufer machten sich auf den Weg nach Schmiedefeld. Da ich nur ankommen wollte, lief ich ein lockeres Tempo. Langsam angehen und lieber zum Schluss noch Reserven haben, war meine Devise, verbunden mit dem Ziel, es unter 5 h zu schaffen. Da ich mir vorgenommen hatte jeden Verpflegungspunkt zu nutzen, um isotonische Getränke zu mir zu nehmen, scherte ich also bei km 10,63 das erste mal aus. Bis jetzt ging es ganz gut und körperlich fühlte ich mich auch noch ganz gut beisammen. War ja auch erst ein Viertel der km gelaufen. Also weiter. Die Strecke an sich tat ihr übriges dazu mein Befinden zu steigern. Fast nur Waldwege und zum Glück wenig Asphalt. Dennoch anspruchsvoll mit einigen anstrengenden Steigungen und zum Glück auch Bergabpassagen. Die Zeit verging wie im Fluge und bei der Zwischenzeitnahme (km 18,8) lag ich mit 1 h 54 min in meinem angedachten Zeitplan. Ich fühlte mich noch recht fit. Das Publikum war spärlich gesät aber es gab dennoch ab und zu Applaus von Wanderen auf der Strecke oder Zuschauern an den Verpflegungsstellen. In Neustadt bei km 28 merkte ich dann zwar die Beine etwas aber alles in allem war ich zufrieden. Krämpfe und andere Beschwerden hatte ich bis dahin noch nicht und ich war froh, dass ich mir die letzten 4 Wochen täglich 3-4 Magnesiumtabletten gegönnt hatte... Den vielgerühmten Haferschleim von Neustadt musste ich probieren. Alles Geschmacksache sage ich nur. Den Großen Burgberg bei km 31 bin ich dann schnell wandernd hinauf. Wer zu diesem Zeitpunkt solch eine Steigung da noch laufen kann, alle Achtung!!! Vor dem bekannten Einbruch ab km 35 blieb ich zum Glück verschont. Das Köstritzer Schwarzbier, welches bei km 37 gereicht wird, habe ich verschmäht und lieber zu Bewährtem gegriffen. Das "Warte mit dem Bier bis du im Ziel bist" lag mir noch vom Vorabend in den Ohren. Als 1.641 bin ich dann schließlich ins Ziel in Schmiedefeld gelaufen. 542 Läufer habe ich nach der Zwischenzeitnahme noch hinter mir lassen können. Mit 4 h 34 min hatte ich mein Ziel erreicht und nach dem Duschen und Abholen des Autos in Neuhaus war ich am Abend wieder in Schmiedefeld. "It`s Partytime" Es war der Hammer!!! Ich bin auch nicht unbedingt der große Festzeltgänger, aber an diesem Abend war mir das egal und es war der absolute Wahnsinn. Die Zeit der Askese war nun zum Glück vorbei und das Schwarzbier hatte ich mir redlich "erlaufen". Ich kann allen nur empfehlen, den Lauf mit dieser Feier ausklingen zu lassen. Ihr werdet es nicht bereuen! Nach einer Nacht im Auto (Danke Andreas für den Schlafsack) und dem Frühstück in der Schule von Schmiedefeld war ich dann am Sonntag um 08:00 Uhr wieder auf der Autobahn in Richtung Heimat unterwegs. Fazit: Ziel ohne Verletzungen erreicht. Die mir selbst gesetzte Zeit unterschritten. Den Rennsteiglauf, egal welche Strecke man läuft, muss man erlebt haben. Ich werde versuchen, nächstes Jahr wieder dort zu starten. Vielleicht läuft ja ein "Durchläufer" den Marathon mit? |
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