Gegen die Naturgewalten
Der Halbmarathon in Dresden an der Elbe ist quasi für mich schon zum Standard geworden. Jedes Jahr gilt es die 21,1 km von Heidenau nach Dresden zu laufen. Und wie jedes Jahr wollte ich auch dieses Mal die zwei Stunden unterbieten.
Über die Woche wurde das Wetter Tag für Tag immer schlechter. In der Nacht zum Samstag zu Sonntag stürmte es und regnete es so stark, dass ich nur schlecht schlafen konnte, und die ganze Zeit hoffte, es würde bis zum Start noch etwas besser werden. Leider hatte mich Petrus nicht erhöht, das Thermometer zeigte am Morgen unangenehme vier Grad Celsius. Wenigstens regnete es nicht mehr.
Ca. 7:45 wurde ich von Ines mit dem Auto abgeholt. Auf dem Weg zum Halbmarathonstart in Heidenau sammelten wir noch Petra ein. So waren wir schon recht zeitig am Start und konnten uns noch etwas warm laufen, was auch dringend notwendig war. Dabei merkte man deutlich, dass der Wind ungünstig stand und uns die ganze Zeit ins Gesicht wehen würde. Außer man hätte wählen können, ob man nach Dresden oder nach Königstein laufen möchte. Dann hätte ich mich wohl für Königstein entschieden. Nun denn, diese Wahlmöglichkeit gab es leider nicht.
9:35 ging’s dann endlich los, der Start war zeitgleich mit dem Marathon beginnend in Königstein. Ich versuchte nicht allzu schnell los zu laufen, denn 21,1 km können verdammt lang sein. Von Anfang an blies der Wind kräftig von vorn und auch das restliche Wetter wollte einfach nicht besser werden. Trotzdem lief es erstmal ganz gut. Ich suchte mir immer wieder Läufer, denen ich im Windschatten folgen konnte. Doch bald wurde das Läuferfeld so auseinander gezogen, dass das Lückenüberbrücken sehr viel Kraft kostete. Auch die Kälte machte meinen Beinen sehr zu schaffen.
Schon nach ca. 10 km hätte ich am liebsten aufgehört. Nur wenn man einmal aufgibt, dann kommt man beim nächsten Lauf vielleicht an denselben Punkt und dann... Also quälte ich mich weiter und versuchte auch das Tempo zu halten, um meine Wunschzielzeit zu schaffen. Aber nach dem Blauen Wunder, wo die Elbwiesen recht weitflächig werden, wurde das "gegen den Wind laufen" einfach nur grausam. Auch gab es nur noch wenige Läufer, denen ich im Windschatten folgen konnte. Spätestens jetzt hatte ich nur noch einen Wunsch: ankommen. So quälte ich mich weiter dem Dresdner Stadtzentrum entgegen. Zu meiner besonderen Freude fing es am Terrassenufer an zu hageln. Das war mir dann auch egal, denn ich musste nur noch 2 km durchhalten. Außerdem freute ich mich wie jedes Jahr auf den Einlauf ins Stayer Stadion. Dort angekommen, gab ich noch mal Gas - so gut es halt noch ging - und konnte den einen oder anderen noch überholen. Nach 1h 54 min hatte ich es geschafft. Eigentlich wollte ich schneller sein, aber mehr war beim besten Willen nicht zu machen. Im Zielbereich traf ich dann Ines wieder. Sie hatte bei den Frauen mit wahnsinnigen 1:30 gewonnen - Respekt! Auch mit viel Training werde ich wohl nie so schnell laufen können. Aber immerhin war ich besser als letztes Jahr und vielleicht kann ich mich über die Saison noch steigern. Wir werden es sehen ...
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