29. Jenaer Kernberglauf 2005

   
Datum: 15. Oktober 2005 Strecke: 27 km
Ort: Jena weitere Strecken: 15 km
Internetadresse: http://www.kernberglauf.de/    

Art des Laufes: Berglauf Besonderheiten
Anspruch: hoch
Stimmung: tolle Stimmung unter den Läufern
Organisation: -
Verpflegung: -
Startgeld: -
Wetter: -

Ein Bericht von Stefan

Der Abschluß meiner Bergläufe endet mit der Teilnahme am Kernberglauf in Jena.Wenn das Wetter mitspielt immer eine Reise wert. Und das Wetter spielte mit!

Das Hoch, welches uns schon die letzten 14 Tage mit Sonne versorgt hatte war auch am 15.10.2005 noch anwesend.

Zum Glück.

Also Laufsachen ins Auto und ab in Richtung Saaletal. Ich hatte mich für den 27km Lauf entschieden, da dieser, neben der Länge, auch einige herrliche Ausblicke von den Kernbergen auf Jena bietet. Zeitmäßig hatte ich mir nichts vorgenommen. Wozu auch? Meine beiden Marathons hatte ich schon für mich erfolgreich absolviert. Was will ich mehr?

Laufen, genießen, Spass haben und nette Leute kennenlernen

war daher an diesem Tag meine Devise.

Seit Eibenstock hatte ich zudem keine Trainingseinheit mit mehr als 120min absolviert. Ich gebe zu, auch die Motivation fehlte mir etwas. Doch das derzeit noch vorhandene Laufpotenzial müßte ausreichen um einen solchen Lauf bestehen zu können.

Aufgrund der Erfahrungen vom Vorjahr in Jena und Eibenstock hatte ich mich gleich mit Kuchen eingedeckt und konnte diesen dann gemeinsam mit meinen Sachen an der Gepäckaufbewahrung abgeben.

Das Thermometer zeigte zwar nur 5 Grad, dennoch trabte ich gemütlich in kurzen Laufsachen zum Start. Denn die Sonne setzte sich immer mehr durch und es war nur noch eine Frage der Zeit, wann der Nebel den Sonnenstrahlen weichen würde. Hier und da traf ich mittlerweile mir vertraute Gesichter von anderen Laufveranstaltungen in diesem Jahr.

Um 11.00 Uhr erfolgte der Start der 15 km- und 27 km- Läufer.

Bis zum Abzweig am Fürstenbrunnen (km4,9) liefen wir gemeinsam. Zu diesem Zeitpunkt machte der Lauf seinem Namen schon alle Ehre.

Es ging nur Bergauf.

Nach einem weiteren steilen Stück ging es endlich auf die Johannisberghorizontale. Der für mich schönste Abschnitt des gesamten Laufes. Die Sonne wärmte mich von rechts und eröffnete wunderschöne Blicke ins Saaletal. Gleichwohl darf man dabei die Strecke nicht außer acht lassen. Der Pfad, Weg wäre übertrieben, ist sehr schmal, und schlängelt sich so in Richtung Drackendorf. Ein überholen ist nur nach Vorankündigung und nur an den etwas breiteren Stellen möglich. Da diese Stellen sehr rar sind bilden sich dann schon einmal Gruppen von 10 bis 15 Läufern. Auch nicht schlecht, so kann man um so besser die Landschaft und Natur genießen.

Diejenigen, die lange Sachen angezogen hatten bereuten spätestens jetzt ihren Entschluß.

Es wurde immer wärmer.

In Drackendorf (km12) angekommen gab es dann die ersehnten Getränke. Diese erleicherterten den Anstieg am Einsiedlerberg etwas. Auch ich absolvierte diesen einigermaßen, wobei mich zwei Stellen zum Gehen zwangen.

Aber was soll`s?

Danach waren die Berge "erklommen" und es ging relativ flach weiter zum letzten Verpflegungspunkt am Steinkreuz (km18). Ich fühlte mich gut und konnte bis dahin mein Tempo etwas anziehen und sogar noch andere Läuferinnen und Läufer überholen. Am Steinkreuz standen auch wieder ein paar der seltenen Zuschauer um uns anzufeuern. Nach einem Schluck Cola ging es von dort nur noch bergab in Richtung Jena.

Ich konnte es nun so richtig laufen lassen und fühlte mich gut dabei. Zeitmäßig wußte ich nicht wo ich lag, hatte aber ein gutes Gefühl. Bei km 24 konnte ich mich zwei Läufern anschließen. Dort erfuhr ich auch die momentane Zeit: 2h09min. Und nur noch drei Kilometer bis zum Ziel. Nach der kurzen Rechenaufgabe: 3x6=18+2h09min=2h27min folgte instinktiv der Entschluß es diesmal unter 2h:30min zu schaffen.

Im letzten Jahr verfehlte ich dieses Ziel um 3min. Aber diesmal müsste es ganz locker zu schaffen sein. Ich hatte keinerlei Schmerzen. Also forcierte ich noch einmal mein Tempo. Obwohl ich es mir nicht vorgenommen hatte und ich bis dahin auch noch keinen Gedanken daran verschwendet hatte gestehe ich: Der Ehrgeiz hatte von meinen Beinen Besitz ergriffen.

Was so eine Zeitangabe, zumindest bei mir, alles anrichten kann!!

Nach einer halben Runde im Stadion des Universitätssportzentrums zeigte die Uhr im Ziel 2h23min48sec für mich an.

Ich war total glücklich.

Nach einer warmen Dusche, Thüringer Bratwurst und Bier ging es wieder Richtung Heimat.

Ich würde mich freuen, wenn nächstes Jahr noch andere Durchläufer den Weg nach Jena finden würden. Der 27-iger ist wirklich ein Erlebnis. Nur Mut!

PS: Den Kuchen habe ich mit einer Tasse Kaffee in aller Ruhe genossen.